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  1. #1
    n/a Gast

    Mal ganz pragmatisch: Kreationismus PLUS Urknall

    Ich bin pragmatisch in dieser Hinsicht; denn es bringt nichts als Ärger, sich über sowas zu streiten; genauso wenig wie es Sinn macht, über den Grundgedanken des Films Matrix nachzudenken.

    Also halte ich es für mich so: Ich glaube nicht daran, das wir in einem 1984-Szenario (Orwell) leben, in dem die Vergangenheit von einer Behörde oder wem auch immer 'gemacht' wird. Daher sind Knochenfunde von Dinos und Co halt eben tatsächlich so alt, wie sie alt sind. Heißt: Die Erde ist älter als 6000 Jahre, oder wie alt sie laut den Kreationisten/ Intelligent Designern auch ist.
    Aber: Der Urknall lässt sich wohl kaum erklären - jedenfalls frage ich mich, wo dasjenige herkam, in dem es diesen Urknall geben konnte bzw. was da urknallen konnte.

    Wenn man das mal ganz pragmatisch angeht, kann man sagen: Der Urknall stammt von irgenwem (von mir aus einem Gott); alle weitere Entwicklung (eben die Evolution ab einem bestimmten Startpunkt) ist "natürlich".

    Als Weltbild reicht mir das. Warum muss man ausfechten, werd Recht hat? (immerhin bin ich nicht in der Position des reli-Lehrers, der sich entscheiden muss, was er Kindern beibringt ... wie die wenigsten hier).

    Zumal bei "Auf schlimmer und ewig" (Die Sit-Com mit Mr. Floppy) ein sehr weiser Satz auftauchte:
    "Du warst, wie alle Fundamentalisten, vor allem damit beschäftigt, andere bekehren zu wollen, als danach zu leben" ... warum gibts gerade in der Religion so großes Sendungsbewusstsein?
    Swn

  2. #2
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Das ist auch prinzipiell die vernünftigste Annahme, die wohl auch von den meisten Menschen nachvollzogen wird.
    Dass es sich bei Urknall und Schöpfung nicht um gegensätzliche Positionen handelt, halte ich eigentlich für klar ersichtlich. Bisher hat aber weder die fundamentale christliche noch die fundementale atheistische Gruppierung innerhalb von Deutschland genug Anhänger als dass diese Position wirklich hier gekippt wird. Ganz im Gegensatz zu den USA wo es fast nur die beiden Extrempositionen gibt ungeachtet dessen, dass "nur Urknall" und "Kreationismus" alleine schon von der inneren Logik her gar nicht haltbar sind.
    Wobei Kreationismus schon die fundamentalistische Position beschreibt, weshalb ich lieber den Thementitel umformulieren würde zu : Schöpfung plus Urknall.


    Zitat Zitat von Scheinweltname Beitrag anzeigen
    "Du warst, wie alle Fundamentalisten, vor allem damit beschäftigt, andere bekehren zu wollen, als danach zu leben" ... warum gibts gerade in der Religion so großes Sendungsbewusstsein?
    Swn
    Nun warum haben wir bei dem Thema Menschenrechte so ein großes Sendungsbewusstsein ?

  3. #3
    Avatar von kafkaesk
    kafkaesk ist offline "Absolvent" (80-149 Beiträge)
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    Die Kritik, die ich an Deiner Weltsicht habe, ist, dass Gott als Lückenfüller für physikalisches Unwissen eingesetzt wird, was in der Essenz kaum anders sein dürfte als eine kreationistische Weltanschauung. Außerdem frage ich mich, welchen Sinn die Annahme haben soll, dass Gott den Urknall in Gang gesetzt hat. Ist es der, um einen biblischen Text mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem eigenen Gewissen in Einklang zu bringen? Vielleicht die Unfähigkeit, Ockhams Rasiermesser zu verwenden?

    Vielleicht verstehe ich Dich aber auch nur nicht, Scheinweltname. Wenn Du auf meine Kritik eingehen würdest, wäre ich Dir sehr dankbar.

    Ich stimme Dir zu, dass es im Endeffekt in den meisten Fällen Unsinn ist, sich darüber zu streiten. Nicht, weil es egal ist (denn das ist es nicht, sobald Kreationisten versuchen, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Schulbüchern zu verbannen), sondern weil sich biblische Schöpfung und Urknalltheorie nicht gegenseitig berühren.
    Geändert von kafkaesk (04-09-2007 um 20:16 Uhr)
    Wo bleibt die Revolution?

  4. #4
    Avatar von Seeotter
    Seeotter ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    Das Rasiermesser Ockhams muss in diesem Fall versagen. Messer können nur da etwas bewirken, wo auch für den Verstand greifbare Materie ist. Und weder Gott noch Urknall sind (meiner Meinung nach) Größen, die der Mensch mit seinem Verstand bearbeiten kann.
    Übrigens befindet man sich mit dem Gedankengang, Gott als Lückenbüßer für physikalisches Unwissen einzusetzen durchaus in guter Gesellschaft (siehe Kant)
    Sag den Problemen, ich komme nach dem Frühstück. Aber sie brauchen nicht auf mich zu warten. Echt nicht.

    Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade daraus!

    Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die ist in Christus Jesus, unserem Herrn. (Römer 8, 38-39)

  5. #5
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    2.666
    Ich denke das mit dem Lückenbüßer ist doch schon überholt.
    Man kann Gott doch relativ einfach einen komplett eigenen Wirkungsraum geben, der außerhalb jeglicher naturwissenschaftlicher Reichweite steht.

    Der Anfang des Universums wird niemals innerhalb der naturwissenschaftlichen Theorie liegen können, egal wie sich die Erkenntnisse noch entwickeln werden.
    Deshalb ist dieses auch keine wissenschaftliche Lücke, sondern ein Bereich der ausschließlich durch Religion und Glauben definiert ist.

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