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  1. #6
    juppiduh ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von chowdy Beitrag anzeigen
    ich denke mal ein Christ ist in erster Linie auch ein Christ wenn er sich das Leben von Jesus zum Vorbild macht. Der hat ja ganz gut gezeigt wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte und hat auch die Geldmacher und falschen Propheten entlarvt bzw. vor ihnen gewarnt. KEIN Christ ist man meines Erachtens wenn man z.B anderen seinen Glauben aufzwingen will,

    Ich denke der Rest ist ein theologisches Gedankengerüst und widerspricht sich z.Teil in sich selbst....

    Ich persönlich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Gott, der dieses Universum geschaffen, und die Erde mit allen Ihren Wundern, sich darüber aufregt und mich in die Hölle schicken wird, nur weil ich vorehelich gepimpert habe und meiner Schwester als Kind den Adventskalender leer gefressen habe.
    Himmel und Hölle oder das nicht-eintreten-in-ein-Paradies sind meines Erachtens nur Druckmittel um die Menschen einzuschüchtern.
    Captain, das ist meine rede Wir sollten zusammen eine Kirche aufmachen und die Lehre der bereits diesseits glücklichen Relativ-Christen verkünden

  2. #7
    juppiduh ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Robs Beitrag anzeigen
    Warum ist es wichtig, ob Du ein "offizieller" Christ bist oder nicht?
    Welche Folgen hat es, "offizieller" Christ zu sein?
    Welche Folgen hat es, kein "offizieller" Christ zu sein?
    Bisher hatte ich immer gedacht, ich wäre so mehr oder weniger christlich weil ich davon ausgegangen war, dass es mehr auf die vermittelten Werte ankommt als darauf, dass man solche Dinge wie die Bibel so genau nimmt. Man ist schließlich ein guter Staatsbürger, weil man die Gesetzte einhält und Steuern zahlt und nicht, weil man voll auf die Merkel abfährt oder so
    Wir hatten diese Woche an der Uni so eine "Entdecke Gott"-Aktion mit Diskussionsabenden und ein paar recht begabten Rednern aus Oxford. In persönlichen Diskussionen mit ziemlich überzeugten Christen wurde mir vorgeworfen, dass man gar nicht Christ sein könne ohne Jesus als Sohn Gottes und den Erlöser der Welt anzuerkennen, da ansonsten sein gesamtes Wirken nichtig sei. Ich habe dagegen gehalten, dass beispelsweise die Erkenntnisse des Galileo Galilei unglaublich bedeutend waren und die Welt verändert haben ohne dass er ein Gott oder Gottessohn war. Das wurde mir bereits als Gotteslästerung ausgelegt Robs, Du hättest Deinen Spaß gehabt

    Ich frage mich einfach nur, ob ich mich gegenüber von Leutchen mit einer meiner Meinung nach etwas radikaleren Glaubenseinstellung als Christ bezeichnen kann/darf/soll oder nicht.

  3. #8
    selberdenker ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    Das Christentum ist eine Ideologie. Wie bei allen Ideologien gibt es einen Grundbestand an Dogmatik, den man einhalten sollte, um dazu zu gehören. Man kann natürlich seine eigene Kirche gründen, die Frage ist, wieviele Leute man an sich binden kann, wenn man das Metaphysische weitgehend ausschließt. Man kann das z.B. sehr schön an der Ev. Kirche sehen: Es gibt viele liberale Pastoren, die der Meinung sind, das man das mit der Bibel und der Erlösung nicht so genau nehmen sollte. Das ist menschlich durchaus symphatisch, aber die Frage ist: Warum soll ich in eine solche Kirche gehen ? Soziale Gerechtigkeit und gute Werte lassen sich in einer Partei viel besser erkämpfen

  4. #9
    Robs ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
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    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    dass man gar nicht Christ sein könne ohne Jesus als Sohn Gottes und den Erlöser der Welt anzuerkennen, da ansonsten sein gesamtes Wirken nichtig sei.
    Das leuchtet mir sogar ein. Ich meine... was bleibt vom Christentum ohne diese Christusfigur noch uebrig? Ein Stapel von aus anderen Religionen abgekupferter Gebote und Verbote und Trivialitaeten.

    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Das wurde mir bereits als Gotteslästerung ausgelegt Robs, Du hättest Deinen Spaß gehabt
    Ach, jaaaaaa....neeee... also... das ist einfach nix fuer meine Nerven. Pax hierzulande ist mir schon zu viel. Ich weiss, ich weiss, ich werde alt...

    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Ich frage mich einfach nur, ob ich mich gegenüber von Leutchen mit einer meiner Meinung nach etwas radikaleren Glaubenseinstellung als Christ bezeichnen kann/darf/soll oder nicht.
    "Kann" wuerde ich an der eigenen Einschaetzung festmachen. Wenn Du Dich als Christ siehst, dann bist Du es. Fertig. Es gibt so viele Sorten und Sekten von Christen (Katholiken, Evangelisten, Baptisten, born agains, Mormonen, und was weiss ich noch*) die Du noch beliebig mit "radikal", "liberal", "konservativ" und sonst was kombinieren kannst. Du kannst es denen allen gar nicht recht machen, also wuerde ich es gar nicht versuchen, irgendeine von deren Definitionen zu erfuellen.

    Zu "darf": Klar darfst Du. Wer soll es Dir denn verbieten?

    "Soll": Wenn es opportun ist. Wenn sie Dich sonst nen Kopf kuerzer machen wollen (physisch, nicht bloss verbal)...

    Cheers,

    Robs


    * U-Boot-Christen: tauchen nur an Weihnachten und Ostern auf.
    "Worship Me or I Will Torture You Forever. Have a Nice Day." -- God

  5. #10
    Avatar von pax
    pax
    pax ist offline Moderator
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    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Captain, das ist meine rede Wir sollten zusammen eine Kirche aufmachen und die Lehre der bereits diesseits glücklichen Relativ-Christen verkünden
    Da schaut mal erstmal die protestantischen Religionsgemeinschaften (vor allem in den USA) durch.
    Man muss ja nichts doppelt erfinden.

    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Bisher hatte ich immer gedacht, ich wäre so mehr oder weniger christlich weil ich davon ausgegangen war, dass es mehr auf die vermittelten Werte ankommt als darauf, dass man solche Dinge wie die Bibel so genau nimmt. Man ist schließlich ein guter Staatsbürger, weil man die Gesetzte einhält und Steuern zahlt und nicht, weil man voll auf die Merkel abfährt oder so
    Nun Religion ist ja eben mehr als nur die Mitgliedschaft in einem Verein.
    Der zentrale Punkt ist eben der Glaube.
    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    In persönlichen Diskussionen mit ziemlich überzeugten Christen wurde mir vorgeworfen, dass man gar nicht Christ sein könne ohne Jesus als Sohn Gottes und den Erlöser der Welt anzuerkennen, da ansonsten sein gesamtes Wirken nichtig sei.
    Nun irgendwie ist ja bei einer Religion an sich der Glaube der zentrale Punkt der sich manchmal auf bestimmte Manifestationen / Personen überträgt.
    Ohne den Glaube , bleiben dessen Manifestationen inhaltslos.

    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Ich habe dagegen gehalten, dass beispelsweise die Erkenntnisse des Galileo Galilei unglaublich bedeutend waren und die Welt verändert haben ohne dass er ein Gott oder Gottessohn war.
    Bezeichnest du dich deshalb als Gallieist im Sinne einer Religionszugehörigkeit ?
    Ich finde Nietzsche ganz toll, bin ich jetzt Nietzschianer ?

    Zitat Zitat von juppiduh Beitrag anzeigen
    Ich frage mich einfach nur, ob ich mich gegenüber von Leutchen mit einer meiner Meinung nach etwas radikaleren Glaubenseinstellung als Christ bezeichnen kann/darf/soll oder nicht.
    Du glaubst nicht an Christus als religiöse Figur aber willst trotzdem Christ sein ?
    Ein wenig so wie Moslem zu sein und nicht an Allah zu glauben.

    Ich würde schon die Konstellation Gott -- Gottes Sohn Jesus als den Kernpunkt jeder christlichen Religion bezeichnen. Das hat gar nichts mit Radikalität zu tun.
    Es ist einfach eine klare Aussage.
    Einfach nur Leben und Werte toll finden ist eine sogenannte Rückzugsposition. Um weder bei den Christen noch bei den Nicht-Christen wirklich anecken zu wollen, nimmt man die Position dazwischen ein.

    Nach dieser Kerndefinition von Christentum bon ich natürlich auch kein Christ.

    Ich beneide ernsthaft jene Leute wie Faust oder Robs, die so fest in ihrem Glauben stehen.

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