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  1. #1
    FutureHippie ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    05.01.2011
    Beiträge
    11

    Wird die Menschheit Gott erschaffen?

    Hallo,

    ich hab mir mal so ein paar Gedanken gemacht...

    Die Existenz von Gottheiten, wie sie in Bibel/Koran/Edda/Veden/griechischen Sagen/etc... beschrieben werden, erscheint angesichts der letzten zwei Jahrtausende wissenschaftlicher/naturphilosophischer Forschung beinahe beliebig unwahrscheinlich. Der Glaube an die imaginären Freunde bronzezeitlicher Nomadenvölker ist aus meiner Sicht nicht realistischer als der Glaube an den Osterhasen (okay, das is jetzt bissel provokant formuliert).

    Okay, jetzt kann man einwenden: Könnte das Universum nicht dennoch von jemandem erschaffen worden sein - aber nicht von einer übernatürlichen Gottheit, sondern von einer Ultrazivilisation (> Kardaschow III), die es als ein physikalisches Experiment synthetisch hergestellt hat (natürlich könnte es sich auch um eine Simulation im Speicher eines unvorstellbar leistungsfähigen Rechners handeln). Dies sind zwar in dem Sinne keine wissenschaftlichen Theorien, da sie keine falsifizierbaren Voraussagen machen, aber man kann ja mal drüber munter spekulieren...

    Worauf ich jetzt raus will: Könnte es nicht sein, dass auch die Menschheit sich in ferner Zukunft zu einer Ultrazivilisation auf Kardaschow-Level III oder höher entwickelt? Gegebenenfalls wäre es doch möglich, dass die Menschen der Zukunft ihr Bewußtsein in digitale Datenstrukturen auf Quantenbasis übertragen ("Uploading"). Möglicherweise gelingt es sogar, die Struktur der Raumzeit selbst zu Rechenprozessen zu nutzen, eventuell unter Ausnutzung der überall im Vakuum stattfindenden Quantenfluktuationen. Auf diese Weise könnte der Kosmos in gewisser Hinsicht selbst Intelligenz entwickeln. Schon ein einzelner Planet, der komplett in molekulares Computronium ("Computronium" := jegliche Materie, die in der Lage ist, Rechenoperationen auszuführen) umgewandelt ist, würde über kognitive Fähigkeiten verfügen, die die der gesamten heutigen Menschheit ebensoweit übersteigen, wie diese die eines einzelnen Bakteriums. Entsprechend leistungsstärker wäre ein Quantencomputer von der Größe eines Gasriesen/Sterns/Nebels/Milchstraßensystems. Und wenn es gelänge, die Raumzeit selbst in eine Art "geometro-dynamisches Computronium" umzuwandeln, mit Rechenelementen, die so klein wie die Planck'sche Elementarlänge (10^-35 m) sind, und das ganze Universum daran beteiligt wäre, dann erhielte man ein System mit geistigen Fähigkeiten, die in der Tat geradezu göttlich wirken.

    (Der Informationstransport zwischen einzelnen Recheneinheiten könnte instantan über mikroskopische Wurmlöcher erfolgen. Nach der RT wäre es damit sogar möglich, Rechenergebnisse in die Vergangenheit zu schicken, was dann quasi der göttlichen Allwissenheit auch über die Zukunft entspräche.)

    Jetzt kann man einwenden: Da die Krümmung des Universums mit sehr großer Sicherheit exakt 0 beträgt, dehnt es sich bis in alle Ewigkeit aus - die Energiedichte geht gegen 0, damit steht auch keine Energiequelle für Rechenoperationen mehr zu Verfügung. Dieser Einwand kann auf mehrere Arten entkräftet werden: Erstens wird sich die kosmische Expansion erst in sehr ferner Zukunft bemerkbar machen, wohingegen die Menschheit das entsprechende Stadium schon in wenigen zehn- oder maximal hunderttausend Jahren erreichen könnte. Zweitens könnte man, wenn die Sache mit den mikroskopischen Wurmlöchern gelingt, Rechenoperationen in CTC (Closed timelike curves) ablaufen lassen, womit sich der normale Zeitverlauf sowieso nicht mehr auswirken würde. Und drittens - jetzt kommt der zentrale Gedanke - wäre es doch durchaus möglich, dass die Ultrazivilisation durch eine rotierende Singularität eine Brücke in ein Paralleluniversum öffnet (das könnte z. Bsp. mit einem riesigen Kreis aus kosmischen Strings, der mit naher Lichtgeschwindigkeit rotiert, bewerkstelligt werden), oder aber durch maximale Kompression der Raumzeit einen neuen Urknall startet. Letzteres würde bedeuten, dass es der Zivilisation gelingt, selbst ein Universum zu erzeugen, womit sie dann in der Tat göttliche Fähigkeiten hätte.

    Meine Idee ist also: Die Götter existieren zwar nicht - aber vielleicht wird die Menschheit sie selbst technologisch erschaffen!

    Okay, klingt alles bissel utopisch - aber vergesst mal nicht, dass wir, im Vergleich mit den Menschen in der Antike, schon jetzt quasi über göttliche Fähigkeiten verfügen: Wir fliegen durch die Luft, lassen es auf Befehl hell oder dunkel werden, schicken Nachrichten blitzschnell um die Welt, reisen unterwasser und in den Weltraum, setzen Energiemengen frei, die Bergmassive verdampfen könnten, vereinigen uns alle in einem virtuellen Raum... alles Fähigkeiten, die man Zeus, Jesus, Buddha, etc. zugeschrieben hat.
    Computer haben sich in nur 50 Jahren vom elektromechanischen Monstrum, das ein ganzes Labor füllt, zum Multi-Gigahertz-Laptop entwickelt.

    Jedenfalls würden mich mal eure Ideen dazu interessieren...

  2. #2
    Himmelsbildner ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    07.02.2011
    Beiträge
    2

    Heute sind wir Papst, morgen Gott!

    Keine Frage, wir werden nicht nur die Welt immer mehr und schneller verändern, sondern auch unsere Lebensweise. Doch bei all dem, bleibt die eine Maxime:

    Sei dein eigener Gott so lange du auch bereit bist, dessen einziger Diener zu sein. aus: koestlicher-diwan.blogspot

  3. #3
    Avatar von Ingmar
    Ingmar ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
    Registriert seit
    19.01.2005
    Beiträge
    21
    @Futurehippie

    Woher kommt der Mensch denn? Etwa ein Zufall der Evolution oder durch einen Eingriff am Homo erectus entstanden?

    Ich würde ersteinmal zu deinen wahrlich interessanten Mutmaßungen an erster Stelle die Frage stellen, ob der Mensch denn nicht einem göttlichen Programm folgt (codiert in seiner DNA)? Der technische Fortschritt ist kein Zufall, sondern muß so kommen. Zufälle sind Fehler.

    Sich über einen Gott oder Götter zu stellen finde ich falsch. Der Mensch ist eben nur begrenzt, aber das was man das Unbegreifliche das "Alles in sich Vereinende" nennt kann der Mensch nicht sein. Und aus etwas muß etwas entstanden sein. Also könnte es eine höhere Intelligenz geben.

    Es gibt leider Fehler im Menschen und anderen Lebewesen. Ein Beweis, daß das Unverständliche wünscht, daß der Mensch niemals über das Höhere sich stellen soll? Eine Botschaft? Ja es gibt natürlich die hochmoderne Medizin, die diese Fehler diagnostiziert und klassifiziert. Aber weiß sie denn um deren Ursachen ganz genau Bescheid?

    Ich denke die Welt wird nie gesamt zu verstehen sein und die Anthropologie weiß bis heute nicht trotz sehr langer Forschung woher der Sapiens-Mensch kommt und was er ist. Seine Entwicklung nach den Richtungen sind offen und aber doch begrenzt bis zu einem gewissen Grad.
    "Der Mensch ist frei geboren, und doch liegt er überall in Ketten."
    von Rosseau

    Europa in den Fängen des Linksliberalismus

    Die Welt der Massen in freiem Fall!

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