Der Praxisschock vieler Absolventen beruht auf dem Irrglauben, dass sie jetzt die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und nun der Heilsbringer der Firma sind. Dass sich das aus Sicht des Unternehmens meist völlig anders darstellt und den theorieüberladenen Grünschnäbeln erst mal das Geschäft und vor allem das relevante Fachwissen beigebracht werden muss, ist die andere Seite der Medaille.
Als Absolvent erspart man sich viele Frustrationen, wenn man sich klarmacht, dass man eigentlich keine Ahnung hat und als erstes das Erfahrungswissen der Alteingesessenen wie ein Schwamm aufsaugt, bevor man ihnen erklärt, wie sie alles eigentlich besser machen müssten. Wer letzteres als erstes versucht, hat leider das komplexe und vielschichtige Gefüge in der Arbeitswelt noch nicht verstanden und noch nicht begriffen, wo sein Platz als "Frischling von der Akademie" ist.
P.
Thema: Bremse nach dem Studium
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10-08-2010 16:46 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Bremse nach dem Studium
Hallo!
Ich hatte schon während meiner Studienzeit einen Artikel über den demotivierenden Berufseinstieg gelesen. Doch das es in der Realität tatsächlich so ist, dass man voller elan einsteigt und dann gebremst wird hätte ich nicht erwartet. Wie sind eurer Erfahrungen als Absolventen?
Viele Grüße
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10-08-2010 22:06 #2
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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11-08-2010 11:24 #3
"Student" (20-79 Beiträge)
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12-08-2010 12:52 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Keins von beiden. Es ist halt tasächlich so, dass man denkt man steigt ein und erklimmt die Karriereleiter im Flug. Doch das die meisten Jobs einfach ganz banal sind und man meiner Meinung nach kein Studium braucht ist schon lustig....
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12-08-2010 15:23 #5
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Schon richtig.
Ich wunderte mich in den Anfangsjahren auch darüber, dass ich all das Fachwissen, das man mir in den Jahren des Studiums eingetrichtert hatte, in meinem Job so gar nicht benötigte. Ich habe sogar mal zum Zeitvertreib einem Konstrukteur mal einen Biegebalken gerechnet, nur um zu sehen, ob ich´s noch kann.
Erst viel später habe ich erkannt, dass es das akademische Prinzip ist, und nicht die technischen Einzelheiten, das theoretische Wissen, das einen Inschinör von einem Maschinenschlosser unterscheidet.
Ich sage immer: "Ich werde für´s Denken bezahlt", wenn mich jemand fragt, womit ich meine Brötchen verdiene. Das isses! Ich denke an Dinge, an die kein anderer denkt. Ich stelle mir Fragen und suche Antworten, wo andere mit den Schultern zucken. Ich glaube weder an Götter noch an den Weihnachtsmann, sondern nur an Dinge, die ich messen, erforschen und beobachten kann. Ich bin davon überzeugt, dass die Welt nach gewissen, diskreten Gesetzmäßigkeiten funktioniert, und wenn man die kennt, dann versteht man die Welt.
Andere spielen Lotto, lesen Horoskope, besuchen Gottesdienste, und die größten Trottel zitieren Aristoteles.


(<- = lateinisches Zitat)
Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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