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  1. #11
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Tomcraft Beitrag anzeigen
    Ich weiß jetzt aber nicht, wie man das in den Geisteswissenschaften machen soll.
    Die Gruppe 3 (nicht wirklich studierfähig) könnte man schon mit einer Eingangsprüfung, die z.T. allgemein (Rechtschreibung, sprachliches Ausdrucksvermögen, Textverständnis o.ä.), z.T. fachspezifisch angelegt ist aussortieren.

    Zitat Zitat von Tomcraft Beitrag anzeigen
    Bei uns in den Sozialwissenschaften brechen eh schon bis zu 50% ihr Studium ab, wenn man das härter macht, wären es ja noch mehr.
    Ich denke, es ist eher andersrum: weil die Hürden anfangs zu niedrig sind brechen irgendwann dann die, die dort nicht richtig aufgehoben sind, das Studium ab. Wäre von vornherein klar, dass das Anforderungsniveau hoch ist, sähe das sicher anders aus (wieder als Beispiel aus eigener Anschauung die: Pharmazie: ca. 15% Abbrecher/Wechsler, ein ganz guter Wert). Gerade den Sozialwissenschaften hängt jedoch der Ruf des "Luschistudiums" an, der aber sicher nicht in dem Maß gerechtfertigt ist, wenn man das Studium ernsthaft durchzieht. Mit dem Bewusstsein werden aber viele sich dort einschreiben, in der Hoffnung, ein paar nette Jahre und am Ende einen Abschluß zu haben, und merken nach einiger Zeit, dass es doch wohl etwas anders ist und stürzen dann in die Krise, weil sie sich überfordert fühlen oder es sogar sind.

    Zitat Zitat von Tomcraft Beitrag anzeigen
    Oder hast du schon mal einen Pädagogik-Studenten gehört, der sein Studium abgebrochen hat, weil es zu schwer war?
    Nein, aber ich habe Pädagogik-Studentinnen sich darüber beklagen hören, dass sie in dem Semester ja megaviele SWS hätten: 15, voll viel, ey!

    Zitat Zitat von Tomcraft Beitrag anzeigen
    Ich denke eines der Probleme könnte auch sein, dass man z.B. Sowi einfach weiterstudiert, "weil es ja bislang gut geklappt hat", auch wenns 7-8 Semester waren bis zum Vordiplom. Und wenn man einmal so in der "Langzeit-Schiene" drin ist, kommt man da auch schwer wieder heraus.
    Genau das meinte ich ja: wenn man schon im ersten Semester die Erfahrung macht, dass man entweder viel mehr Anstrengung reinstecken muß oder es besser lassen sollte, ist die Hürde zum Wechsel nicht so groß und dann kommen hinterher vielleicht auch nicht so viele Probleme hervor. Ich will nicht dem Leistungsdruck als Lösung für psychische Krisen das Wort reden, denn das wäre Unsinn, aber so mancher spätere Krisenkandidat hätte vielleicht diese Krise durch eine frühe Entscheidung umgehen können. Ein vielleicht ganz sinnvoller Druck kann z.B. ein zeitliches Ziel für das Ablegen der Zwischenprüfung sein. Wer ohne ungünstige äußere Umstände wie z.B. ein Kind, zu pflegende Eltern oder sonstwas nicht in der Lage ist, in einem klassischen 9-Semester-Studium bis zum 6. Semester eine Zwischenprüfung abzulegen, der studiert definitiv das Falsche bzw. studiert falsch und muß das auch klar gesagt bekommen - frühzeitig!

    P.

  2. #12
    Avatar von Neroli
    Neroli ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Paracelsus Beitrag anzeigen
    Nein, aber ich habe Pädagogik-Studentinnen sich darüber beklagen hören, dass sie in dem Semester ja megaviele SWS hätten: 15, voll viel, ey!
    Und das sind dann auch noch die hammerschweren Päda-Vorlesungen...

    Ciao,
    Neroli

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  3. #13
    Avatar von Rudi Ratlos
    Rudi Ratlos ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Das passt jetzt zwar endgültig nicht mehr zum ursprünglichen Thema, aber ich finde es grundsätzlich nicht fair, pauschal über einzelne Studiengänge herzuziehen, weil sie ja so schwer/leicht seien. Wer sich reinhängt, der schafft viel, egal in welchem Studiengang, und solche abwertenden Kommentare sind hochgradig unfair gegenüber solchen Leuten. Umgekehrt gibt es in jedem Studiengang genügend Leute, die sich immer nur mit dem Allernötigsten durchschlagen. Dasselbe gilt auch noch später, im Beruf: Es gibt hochengagierte Beamten, die Überstunden machen, weil ihnen etwas an ihrer Arbeit liegt. Und es gibt diese sogenannten hochqualifizierten Überflieger à la Holgi (ob er nun hier in Forum real oder eine Phantasiegestalt sein mag), die ihre Sekretärin schaffen lassen, während sie ausruhen. - Es bleibt also alles ein gewaltiges, sich selbst reproduzierendes Vorurteil, wie einfach oder schwer es manche Leute haben.

    Rudi

    (Sohn einer "faulen Grundschullehrerin mit vielzuviel Ferien", der aus eigener Anschauung weiss, wieviel Kraft und Zeit bei vielen hinter den Kulissen investiert wird, ohne dass das irgendjemand mitbekommt)
    Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
    (Ralph Waldo Emerson, 1803-1882)

    Gehe nicht vor mir - vielleicht folge ich Dir nicht.
    Geh nicht hinter mir - vielleicht kann ich Dich nicht führen.
    Geh einfach neben mir - und sei mein Freund.
    (Albert Camus, 1913-1960)

  4. #14
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Rudi Ratlos Beitrag anzeigen
    Das passt jetzt zwar endgültig nicht mehr zum ursprünglichen Thema, aber ich finde es grundsätzlich nicht fair, pauschal über einzelne Studiengänge herzuziehen, weil sie ja so schwer/leicht seien. Wer sich reinhängt, der schafft viel, egal in welchem Studiengang, und solche abwertenden Kommentare sind hochgradig unfair gegenüber solchen Leuten.
    Genau das schrieb ich doch hier:
    Zitat Zitat von mir Beitrag anzeigen
    Gerade den Sozialwissenschaften hängt jedoch der Ruf des "Luschistudiums" an, der aber sicher nicht in dem Maß gerechtfertigt ist, wenn man das Studium ernsthaft durchzieht.
    Ich will nicht ein Fach an sich abwerten, sondern habe nur die Tatsache auf den Punkt gebracht, dass es diese Fächer gibt, denen der Ruf anhaftet, sie seien sehr einfach zu meistern und daher wohl häufiger von Leuten belegt werden, die an der Uni nicht wirklich gut aufgehoben sind. Die kriegen später vielleicht eher Probleme, weil sie sich mit steigenden Anforderungen überfordert fühlen (und, ganz ehrlich: die Mädels, die sich über die paar Stunden Uni beschwerten, konnte ich noch nichtmal bemitleiden. Die konnte ich insgeheim nur auslachen).

    P.

  5. #15
    Tomcraft ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Beitrag

    Zitat Zitat von Paracelsus Beitrag anzeigen
    Ich denke, es ist eher andersrum: weil die Hürden anfangs zu niedrig sind brechen irgendwann dann die, die dort nicht richtig aufgehoben sind, das Studium ab. Wäre von vornherein klar, dass das Anforderungsniveau hoch ist, sähe das sicher anders aus (wieder als Beispiel aus eigener Anschauung die: Pharmazie: ca. 15% Abbrecher/Wechsler, ein ganz guter Wert). Gerade den Sozialwissenschaften hängt jedoch der Ruf des "Luschistudiums" an, der aber sicher nicht in dem Maß gerechtfertigt ist, wenn man das Studium ernsthaft durchzieht. Mit dem Bewusstsein werden aber viele sich dort einschreiben, in der Hoffnung, ein paar nette Jahre und am Ende einen Abschluß zu haben, und merken nach einiger Zeit, dass es doch wohl etwas anders ist und stürzen dann in die Krise, weil sie sich überfordert fühlen oder es sogar sind.
    Ich kann nur von meinem Studiengang sprechen. Bei uns brechen die meisten es aus Langeweile ab (hätte ich fast auch gemacht). Finde das nicht so spannend, aber das ist ein anderes Thema. Einige natürlich auch wegen der Jobaussichten später.
    Es gibt einen Schwerpunkt bei uns, den finde ich sehr hart; einen anderen Schwerpunkt finde ich relativ lasch. Hab nach vier Semestern Vordiplom gehabt. Musste mich schon reinhängen, aber eine 40-Stunden Uni-Woche hatte ich bei weitem nicht! Ich glaube aber, die Gefahr liegt (auch) im Luschi-Haften Diplom. "Mach ich morgen" wird dann zu "Mach ich in einem Jahr", und dann wird gemerkt *scheisse, ich hinke hinterher* und dann geht der Stress erst richtig los.
    Generell würde ich aber sagen, dass bei einigen auch von Anfang an Überforderungstendenzen zu sehen sind, selbst wenn sie fleißig dabei sind im Studium.


    Zitat Zitat von Paracelsus Beitrag anzeigen
    Genau das meinte ich ja: wenn man schon im ersten Semester die Erfahrung macht, dass man entweder viel mehr Anstrengung reinstecken muß oder es besser lassen sollte, ist die Hürde zum Wechsel nicht so groß und dann kommen hinterher vielleicht auch nicht so viele Probleme hervor. Ich will nicht dem Leistungsdruck als Lösung für psychische Krisen das Wort reden, denn das wäre Unsinn, aber so mancher spätere Krisenkandidat hätte vielleicht diese Krise durch eine frühe Entscheidung umgehen können. Ein vielleicht ganz sinnvoller Druck kann z.B. ein zeitliches Ziel für das Ablegen der Zwischenprüfung sein. Wer ohne ungünstige äußere Umstände wie z.B. ein Kind, zu pflegende Eltern oder sonstwas nicht in der Lage ist, in einem klassischen 9-Semester-Studium bis zum 6. Semester eine Zwischenprüfung abzulegen, der studiert definitiv das Falsche bzw. studiert falsch und muß das auch klar gesagt bekommen - frühzeitig!
    Sehe ich ähnlich. Ich behaupte aber mal, dass ich wohl auch nicht mehr dabei wäre, wenn die Ansprüche in den ersten zwei Semestern deutlich höher gewesen wären. Am Besten versucht man nämlich alle anstehenden Prüfungen sofort zu meistern. Denn der Zeitverlust ist halt nicht so groß, wenn man eine Prüfung nach 3-4 Semestern endgültig nicht besteht als wenn man die schwerste Sache erst im 8.Semester Grundstudium in Angriff nimmt und sie dann nicht schafft. Aber du hast wohl Recht: Eigentlich tut man den meisten Studis damit keinen Gefallen, sie 18 Semester in ihrem Studium zu lassen ohne Konsequenzen!
    Aber wie eben schon erwähnt, finden es ja einige auch ganz angenehm, ein paar "nette Jahre" im Luschi-Studium zu haben. Gibt genug Leute bei uns, die verbringen mehr Stunden auf Demos gegen Studiengebühren und so weiter als im Hörsaal.
    Und ständig im Vollrausch kriegt man das mit der Regelstudienzeit auch nicht mehr so gut hin!

    Ich kenne jetzt keine genaue Zahl, aber wer entweder im falschen Studiengang sitzt oder für den Studieren generell nicht die Lebenserfüllung ist, der gerät schon mal schneller in Stress und Überforderung. Ich denke mal, dass auch ein guter Prozentteil zu einer dieser beiden Gruppen gehört.
    Geändert von Tomcraft (25-03-2007 um 22:10 Uhr)
    "Ich bin selbst mein größter Kritiker!" (Günter Netzer)

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