Ein ehemaliger Prof hat mal die Studierenden seines Faches in drei Gruppen eingeteilt:
Ein Drittel seien richtig gut und das seien diejenigen, für die eher leidenschaftlich gerne Lehre gemacht habe.
Das zweite Drittel der Studierenden sei zwar nicht ganz so gut, würde aber noch mit den Anforderungen gerade eben fertig werden können. Und sei erforderlich, um auf die Studi-Zahl pro Jahrgang und damit die erforderlichen Gelder zu kommen, damit die Lehre für das obere Drittel nicht gefährdet würde.
Das letzte Drittel sei seiner Ansicht nach gar nicht studierfähig und wäre anderenorts wesentlich besser aufgehoben. Sie würden in gewissem Umfang sogar den Lehrerfolg der anderen beiden Drittel gefährden, weil sie das Leistungsniveau insgesamt nach unten ziehen würden.
Der Prof hatte, wie man annehmen kann, eine sehr elitäre Anspruchshaltung. Ist allerdings bereits seit etlichen Jahren im Ruhestand.
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25-03-2007 01:55 #1
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Viele sind überfordert - Studenten in der Psycho-Krise
Viele sind überfordert - Studenten in der Psycho-Krise:
Immer mehr Studierende plagen sich im Universitätsalltag mit psychischen Problemen: Prüfungsangst, Depressionen und Einsamkeit. Bereits 27 Prozent der Studierenden sind betroffen. Beratungsstellen bieten Hilfe an.
Ob Panik vor der nächsten Prüfung, Liebeskummer, Versagensängste, Einsamkeit oder das Gefühl, dem Druck nicht mehr standhalten zu können: Immer mehr deutsche Studenten haben einen Haufen Probleme. In Befragungen des Bundesbildungsministeriums gab mehr als ein Viertel der Studierenden an, psychische Schwierigkeiten zu haben. Hilfe finden sie bei den Beratungsstellen der Universitäten.
Beim Sozialen Dienst im Studentenwerk Düsseldorf melden sich in letzter Zeit immer häufiger Studenten, die Hilfe suchen. "Im Moment haben die Studierenden vor allem finanzielle Probleme, die sie sehr belasten", sagt Judith Weiskircher, vom Sozialen Dienst im Studentenwerk Düsseldorf. "Wenn Studenten unverschuldet in Not geraten, das Geld für Miete oder Krankenversicherung einfach nicht mehr da ist, dann versuchen wir, ihnen mit Sozialgeldern zu helfen."
Problem des Blackouts
Aber sehr oft kommen die jungen Frauen und Männer auch, weil sie überfordert sind, den Druck nicht mehr aushalten, in Klausuren keine guten Noten mehr schaffen. "Es gibt Überforderungstendenzen und Versagensängste, oft hören wir vom Problem des Blackouts. Das ist meist nur eine vorübergehende Blockade, aber sie macht Angst", sagt Weisweiler.
Dass mehr Studenten Hilfe brauchten, läge auch an den härteren Studienbedingungen. Durch Bachelor und Master müssten verstärkt Punkte gesammelt werden und das in einer kurzen Zeit. Laut einer Studie der Hannoveraner Hochschul-Informations-System GmbH haben schon 16 Prozent aller Erstsemester Angst, ob sie das richtige Fach gewählt haben. 42 Prozent ängstigen sich, den Anforderungen des Studiums generell nicht gewachsen zu sein, 55 Prozent machen sich Sorgen, durch Prüfungen zu fallen. [usw...]
Quelle: http://www.rp-online.de/public/artic...udieren/398367
Ich hätte schon gedacht, dass es eine Reihe von Studenten gibt, die mit dem Uni-Leben nicht so gut zurecht kommen. Aber dass es wirklich so viele sein sollen, überrascht und erschreckt mich zugleich!"Ich bin selbst mein größter Kritiker!" (Günter Netzer)
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25-03-2007 11:12 #2Andy Gast
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25-03-2007 11:30 #3
Elitäre Anspruchshaltung? Kann ich da nirgends entdecken.

Es wäre im Gegenteil ja vergleichsweise naiv, davon auszugehen, dass sich nur jene für ein Studium entscheiden, die sich für das betreffende Fach auch tatsächlich eignen und entsprechende Leistungen bringen."Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung."
(Jean-Jacques Rousseau)
"Science flies you to the moon.
Religion flies you into buildings."
(Victor Stenger)
Am Ende wird alles gut.
Und falls nicht, ist es nicht das Ende.
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25-03-2007 11:37 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Je besser die vorhandene Siebfunktion in den Anfangssemestern funktioniert, desto größer wird der Anteil derjenigen, die Andy in zwei der drei Gruppen teilte.
Ich gehe davon aus, dass jeder ein Studium mit einem akademischen Grad abschließt eine gewisse Befähigung nachweisen muss.
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25-03-2007 11:58 #5
Leute, ich stimme euch zu, dass es sinnvoller ist, wenn Studenten schon in den ersten Semestern "vorsortiert" werden, vor allem um Langzeitstudenten ohne Zukunftschancen zu vermeiden. Gleichzeitig sehe ich aber auch, dass die umgekehrte Pendelbewegung hin zu einem straff organisierten "Studium nach Mass" eine Generation lauter kleiner disziplinierter, aber hochgradig unkreativer "Akademiker" heranzüchtet, die zwar nach Regelstudienzeit abschliessen, aber aufgrund des Leistungsdruckes nicht die Freiheit bekamen und auch nie dazu angeleitet wurden, ihre Intelligenz sinngemäss anzuwenden. Meines Erachtens eine mindestens ebenso gefährliche Entwicklung.
Aber das wäre ein anderes Thema... Denn bevor das hier in eine wiederaufgewärmte Diskussion über Elite ausartet, sei daran erinnert, dass man die eingangs angesprochene Problematik wohl kaum auf vom Studienlernstoff überforderte Studenten reduzieren kann. Ich denke auch nicht, dass sie nur auf Studenten beschränkt ist, sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Problem unter jungen Menschen darstellt.Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
(Ralph Waldo Emerson, 1803-1882)
Gehe nicht vor mir - vielleicht folge ich Dir nicht.
Geh nicht hinter mir - vielleicht kann ich Dich nicht führen.
Geh einfach neben mir - und sei mein Freund.
(Albert Camus, 1913-1960)
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