Habt ihr eine Kaution zahlen müssen? Wenn nein, dann sucht euch zusammen eine neue Unterkunft und haut am Tage eurer nächsten Mietzahlung ab. Die von dir beschriebenen Umstände reichen dafür vollkommen aus.
Alternativ bzw. zusätzlich solltet ihr euch an den ördlichen Mieterverband (?) wenden und die Sachlage ihnen mitteilen.
In GB gibt es ein Bürgerbüro, dass mit kostenlosem juristischem Rat zurseite steht. Etwas ähliches sollte es auch in Frankreich geben.
Thema: Warnung vor Pariser Wohnung
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03-04-2008 23:03 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Warnung vor Pariser Wohnung
Hallo zusammen
Dies ist eine Warnung und betrifft all diejenigen, die sich für kürzere Zeit eine Wohnung in Paris suchen. Genauer gesagt betrifft es das Angebot von Familie Braun, die über das Internet in ihrem Haus in Colombes, einem Vorort von Paris, 4 Zimmer an junge Personen (Studenten, Praktikanten) vermieten. Ich will hier meine eigenen Erfahrungen wiedergeben, damit Ihr wisst, auf was ihr euch hier einlasst!!! Vorweg gesagt – tut es bitte nicht!
Adresse: Familie Braun
7, rue des echanges
92700 Colombes
Ich möchte zuvor darauf aufmerksam machen, dass dies natürliche meine persönlichen (subjektiven) Ansichten sind, wobei jedoch 2 weitere Studenten die hier wohnen mit mir übereinstimmen und meine Initiative, vor dieser Wohnung zu warnen, unterstützen.
Zunächst einmal muss ich für mich und meine damaligen Mitbewohner sagen, dass sich jeder andere Mieter über diese WG gefreut hätte: wir haben uns alle perfekt an die vertraglichen harten Regelungen gehalten: keiner kam spät vom Feiern nach Hause, Geschirr wurde sofort aufgewaschen und an den Platz gestellt, Schuhe artig draußen ausgezogen, Musik und Fernsehen wurden ganz leise gehört etc. Im Großen und Ganzen also eine WG, wie man sie im wahren freien Leben (nein, hier lässt es sich nicht frei leben…) wohl nicht finden würde.
Zunächst einmal zu den positiven Seiten an der Wohnung, die es tw. auch gibt:
Da wäre natürlich vor allem der Preis, der sicherlich in Ordnung geht. Allerdings ist es schon verrückt, für die 10qm die ich hier habe, einen solchen Preis zu zahlen. Für Pariser Verhältnisse ist auf den ersten Blick in Ordnung – aber bitte lasst den Preis nicht das einzige Kriterium sein (dazu später mehr)…
Das Haus ist generell recht schön, es ist sauber und irgendwie niedlich altmodisch eingerichtet. Es ist allerdings sehr klein! Für 6 Leute definitiv zu klein meiner Meinung nach… Das größte Problem, auf das ich nachher zu sprechen komme, ist das man im Haus jedes Geräusch hört, aber auch wirklich jedes!! Leider gibt es keine richtige Dusche, nur eine Badewanne mit einem Duschkopf, den man aber nicht befestigen kann und zudem immer einen Knopf gedrückt halten muss, damit Wasser heraus kommt. Die Gefriertruhe ist relativ klein, was an sich nicht so schlimm wäre – sie ist aber voll gepackt mit Fleisch der Vermietern, wer drei kleine Pizzen hineintut zieht sich damit den Ärger der Vermieterin auf sich.
Zuguterletzt ist auch die Verbindung ok, in 30 Min ist man vom Haus aus am St Lazare angelangt…
Jetzt zu den negativen Seiten:
Um es auf den Punkt zu bringen – die meisten Punkte, die aufzuführen sind, haben mit der Einschränkung der persönlichen Freiheit zu tun – diese ist hier einfach nicht gegeben…
Das fängt mit dem Vertrag an, hier ist wirklich alles geregelt: Die Essenszeiten, die Benutzungszeiten der Dusche, wo Schuhe ausgezogen und hingestellt werden müssen, Benutzungszeiten der Küche, der Waschmaschine, des Internet (nach 11 kein Skype), Besuch darf man nur angemeldet mitnehmen, übernachten darf jemand nur einmal im Monat bis zu 3 Tage für 10 E/Nacht,…
Die vertraglichen Regelungen sind aber leider bei weitem nicht das Schlimmste: Um es auf den Punkt zu bringen – es ist die Vermieterin die das Wohnen in dem Haus am meisten erschwert!
Sie hat vor allem ein Problem: sie scheint einen sehr unruhigen Schlaf zu haben und ist oft sehr aufbrausend und wütend. So ist es quasi mehr oder weniger verboten, nach ca. 12 ins Bad zu gehen, sich zu waschen oder die Zähne zu putzen. Wer dies tut muss damit rechnen, dass die Vermieterin aus dem Zimmer nebenan stürmt und darum bittet, nicht solch einen Lärm zu veranstalten. Zweifelsohne ist jedoch eher sie es, die damit das Haus aufweckt. Zudem ist es nicht ratsam erkältet zu sein. Ein Mitbewohner war leicht erkältet und musste in der Nacht des öfteren husten (es war Fr., nicht in der Woche). Am nächsten morgen stand dann tatsächlich die wütende Vermieterin vor der Tür, die ihn für die Erkältung schimpfte, sagte sie habe seit mehreren Nächten kein Auge zu getan und müsste unten im Wohnzimmer schlafen. Sie hat ihm mehr oder weniger befohlen (!) die Medizin zu nehmen, die sie ihm anbot. Als er sich verteidigte und sagte, er wolle für eine Erkältung nicht angeschrieen werden, bot sie ihm an, doch das Haus verlassen zu wollen, falls ihm das nicht passe.
Überhaupt sollte man damit umgehen können, von einem Fremden geschimpft zu werden, und dagegen nichts ausrichten zu können. Die Vermieterin ist meiner Ansicht nach in vielen Punkten ganz klar überempfindlich, aufbrausend und neigt zum Schimpfen und lauten Reden, und gibt dies auch noch selber zu. Hier sollte man sich jedoch nicht zur Wehr setzen, auch wenn man im Recht ist. Darauf sollte man gefasst sein wenn man in dieses Haus zieht. Chef sind hier ganz klar die Vermieter, die persönliche Meinung zählt nicht. Nach einer Diskussion mit den Vermietern wurde die Dame von einem Mitbewohner gebeten, doch bitte ruhiger zu sprechen, die grobe Antwort: „Ich bin xx Jahre alt und werde mir von einem 21 jährigen Kind keine Empfehlungen oder Vorschriften geben lassen.“ Als kleines Kind bezeichnet zu werden ist hier normal, Zitat: „Die kleinen Kinder die es gewohnt sind, von ihren Eltern beschützt zu werden“. Eine Mitbewohnerin wurde hier so angeschrieen, dass ihr die Tränen in den Augen standen. Dass diese Art zu reden nicht normal ist will die Hausherrin nicht einsehen…
Eins ist MEINER Meinung nach (!) ganz klar: Seitens der Vermieter nimmt man gern die brutto fast 1600 E Miete / Monat, möchte aber selber auf keinen Komfort verzichten oder Unannehmlichkeiten haben. Man will quasi das Geld sehen, gleichzeitig aber nicht akzeptieren, dass wenn man 4 Studenten im Haus hat, es irgendwann mal laut wird weil einer halt mal krank sein wird oder des nachts auf Toilette muss oder um sich die Zähne zu putzen oder das Gesicht zu waschen.
Darüber hinaus kann es passieren, dass die Vermieter mal in den Urlaub fahren. Das war allerdings weniger ein Grund zur Freude – ersatzesweise zog halt mal die Tochter mit ihren zwei Enkelkindern ein, die eine ca 0,5, die andere 1,5 Jahre. Und das darf man sich dann gefallen lassen. Dass Kinder diesen Alters des Nachts häufig mal schreien und auch tagsüber nicht still sind, dürfte ja bekannt sein. Zu allem Überfluss veranstaltete die Tochter dann noch ein Kaffeekränzchen bei einem Glas Wein mit Freundinnen bis um 12 Uhr nachts, und die Lautstärke war nicht zu verachten…Hinterher hat sich zu allem Überfluss die Vermieterin dann beschwert, die Tochter habe ihr gesagt, die Studenten seien so laut gewesen. Als wir uns dann unsererseits über das Verhalten der Tochter beschwerten, war das Ergebnis der vorher beschriebene Wutausbruch, nachdem einer Mitbewohner die Tränen in die Augen stiegen…
Alles in allem lasst euch gewarnt sein durch meine obigen Beschreibungen. Zieht nicht in dieses Haus ein! Nimmt alle Alternativen wahr, die ihr habt, auch wenn sie ein wenig teurer sein sollten! Gibt lieber ein paar Euros mehr aus, die sind gut investiert. Man erspart sich den Ärger mit der Vermieterin und ist so glücklicher in Paris. Denn Paris ist eine tolle Stadt, nur hat es mir leider komplett den Aufenthalt verdorben, mit bestimmen Personen unter einem Dach zu leben…
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04-04-2008 22:30 #2Ein guter Tee?
Er kommt von Herzen, in einer angeschlagenen Tasse mit einer karibischen Menge Zucker und zaubert ein Lächeln ins Gesicht.
Winter ist eine überflüssige Erfindung und gehört im zuge von Rationalisierungsmassnahmen abgeschafft.
http://dragcave.net/image/qT9Y.gif
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24-05-2011 22:21 #3
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Andere Meinung
Hallo alle zusammen,
ich bin sehr entsetzt, über die Sachen, die oben über die Familie Braun geschrieben wurden. Ich denke jeder macht seine eigenen Erfahrungen in einer Wohngemeinschaft und es hängt auch stark von seinem eigenen Verhalten ab, wie man sich mit seinen Mitmenschen versteht.
Es ist eine Unverschämtheit, so etwas über eine liebe Familie, die ihre Zimmer an Studenten vermieten, ins Internet zu stellen, denn hier kann es jeder lesen und wird sofort abgeschreckt. Es sind deine persönlichen Ansicht, die 99% der gesamten Studenten, die schon bei der Familie Braun gewohnt haben, nicht teilen.
Odile und Christian vermieten die Zimmer bereits seit 15 Jahren an Studenten aus aller Welt und hatten schon über 100 Studenten in ihrem Haus. Natürlich gibt es immer Studenten, die etwas schwieriger sind und ich denke, dass es ungerecht ist, solch eine Einzelmeinung, die höchstens zwei, drei Leuten mit dir teilen, zu veröffentlichen.
Ich wohne zuzeit bei der Familie Braun und ich fühle mich sehr wohl hier. Es gibt vier Zimmer, die an Studenten vermietet werden und alle sehr gemütlich und typisch französisch eingerichtet sind. Wir haben ein eigenes Badezimmer mit einer abgetrennten Toilette in einem anderen Raum. Es stimmt, dass die Dusche eine Badewanne ist, aber das stört nicht im geringsten, es ist eher ein Vorteil, da man mehr Platz hat. Natürlich muss das Bad von allen sauber gehalten werden und das eigene Zimmer natürlich auch. Abgesehen davon, macht Odile jede Woche das Bad von uns sauber und saugt auch mal durch die ZImmer, wenn man es wünscht. Sie ist sehr fleißig.
Die Küche wird nach dem Kochen von jedem so hinterlassen, wie sie vorgefunden wurden. Sie wird sowohl von den Studenten, als auch von Odile und Christian benutzt.
Dass der Kühlschrank draußen steht, ist überhaupt kein Problem, man öffnet die Terassentür und steht direkt vor dem riesen Kühlschrank mit Gefrierfach, der nur für die Studenten sind, und es befinden sich keinerlei Sachen von den Vermietern darin.
Man kann die Küche nutzen, wann man möchte und durch den Induktionsherd ist das Essen schnell fertig. Oft ist es aber auch so, dass man von dem köstlichen französischen "Gateau de Chocalat", der "Quiche Loraine" und der "Crème Brulée" von Odile profitiert. Letzte Woche noch haben wir den Abschied von unserem Mitbewohner gefeiert, Odile hat ein Festschmaus à la haute cuisine für uns vier zubereitet.
Ich denke in einer Wohngemeinschaft ist es wichtig, dass man sich gegenseitig respektiert und immer sagt, wenn einen etwas stört, denn nur so können die anderen wissen, wo das Problem liegt.
Ich stimme dem zu, dass es in jeder Wohngemeinschaft bestimmte Regel gibt, die eingehalten werden müssen, ich denke sonst ist ein angenehmes Zusammenleben nicht möglich.
Das Odile und Christian mal im Urlaub sind, ist für uns nur von Vorteil, also so empfinden wir es zumindest hier, man hat ein ganzes Haus für sich mitten in Paris.
Ein ganz wichtiger Punkt ist auch, dass man immer französisch mit Odile und Christian spricht und so sein Französisch doch ganz schön trainiert. Die Kommunikation läuft einwandfrei, jeder kann sagen, was er denkt und es herrscht eine angenehme Atmosphäre im gesamten Haus.
So ich hoffe, ich konnte allen Interessierten einen anderen Eindruck von Odile und Christian und denke, man sollte nicht einer Einzelmeinung Vertrauen schenken. Schickt einfach eine Mail an Odile und Christian, sie geben euch gerne die E-mail Adressen von anderen Studenten, die schon hier waren und ihr könnte eure Fragen los werden.
Ich wünsche allen einen schöne Aufenthalt in Paris und wünsche euch, dass es euch genauso viel Spaß und Freunde bereiten wird wie mir.
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