Knapp 30.000 Euro sind natürlich nicht wenig, aber auch nicht der Untergang der Welt. Die monatlichen Raten dürften so bei 300 bis 450 Euro liegen, aber dafür dürftest du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mehr verdienen als diejenigen Leute, die nie den Finger krumm machen.
Versuche es nicht ganz so schwarz zu sehen. Du hast einen Hochschulabschluß. Das ist neben vielen anderen auch ein kostbares Produkt, das dir sicherlich auch intellektuell und persönlich viel gebracht hat. Ein Produkt, über das diejenigen mit einer Lehre eben nicht verfügen. Und wenn du aus einer sozial nicht so ganz gut gestellten Familie kommst, dann RESPEKT was du geleistet hast.
Mein Tipp: Gehe mal zur Schuldnerberatung und stelle dort alle Fragen, die dir auf dem Herzen liegen. Die können dir fachlich und organisatorisch mehr sagen als hier in einem Forum.
Aber 30.000 Euro sind in meinen Augen kein Grund fürs Schwarzsehen. Da gibt es nun wirklich schlimmeres. Und wenn ich richtig gelesen habe, dann sind das keine Privat-Bank-Schulden, sondern Bafög. Bafög musst du ja (meines Wissens) erst 3 Jahre nach Beendigung deines Studiums rückzahlen. Und Härtefall-Regelungen gibt es da ja bestimmt auch.
PS: Ein durchschnittlicher amerikanischer Student hat nach seinem Studium noch viel höhere Schulden...
Kopf hoch und viel Glück.
Thema: Schuldenfalle Studium
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Ergebnis 1 bis 5 von 8
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12-02-2010 12:57 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Schuldenfalle Studium
Hallo,
ich suche Leute die ähnliche finanzielle Probleme haben aufgrund der Bafög- und Kfw Verschuldung. Ich war bereits zu Beginn meines Studiums auf mich allein gestellt (keine Unterstützung vom Vater seit meinem 7. Lebensjahr) und als ich 2001 mit meinem Studium begann (rot-grün Regierung) beantragte ich Bafög, damals gab es die 10.000 Euro Grenze noch nicht. Da ich im Laufe des Studiums aus gesundheitlichen Gründen 2 Jahre pausieren musste, habe ich im Anschluss unter der Folgeregierung (schwarz- rot) Studiengebühren zahlen müssen. Ohne weitere Unterstützung (diesmal Kfw) hätte ich meinen Abschluss finanziell nicht durchbringen können. Meine Gesamtbelastung aus der Studienzeit beträgt nun ca. 25.000 Euro. Ich liege somit definitv über der Belastungsgrenze von der neu geschaffenen Regelung von 10.000 Euro! Ich frage mich ob das gesetzlich tatsächlich stimmt. Ich fühle mich ziemlich benachteiligt, denn ich habe das Geld ja ebenso nur fürs Studium und zum überleben gebraucht, komme aus einer sozial - schwachen Familie, muss jedoch fast 30.000 Euro nach meinem Studium an den Staat zurückzahlen. Ich suche auf diesem Wege Leute, denen es ähnlich geht. Und ich frage mich auch, ob es nicht besser gewesen wäre eine Lehre nach dem Abi angefangen zu haben. Denn es gibt Leute die bekommen Jahrzehntelang soziale Unterstützung ohne den Finger krum zu machen und ich habe ja gelernt und gearbeitet (soweit es mit dem Lernen zu vereinbaren war). Und jetzt muss ich dafür soviel Geld zahlen. Wenn das gesetzlich wirklich so festgelegt ist, befürchte ich, dass mir wird nichts anderes übrig bleiben wird, als Privatinsolvenz anzumelden und am besten mit meinem Magister erstmal Hartz IV Empfänger werden. Ich freue mich über eure Tipps und falls es jemanden ähnlich geht könnt ihr euch gern bei mir melden: jeska8@gmx.de
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12-02-2010 13:08 #2
"Doktor" (300-499 Beiträge)
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Geändert von maiay (12-02-2010 um 13:11 Uhr)
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12-02-2010 15:00 #3
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Solange Du kein geregeltes Einkommen hast, brauchst Du auch nicht zurückzahlen.
Das ist bei BaFög so und wird bei den Studienkrediten wahrscheinlich nicht anders sein.
Die Rückzahlung kann zwar als Einmalsumme geschehen, wobei es leider keinen Rabatt gibt, die Regel ist jedoch eine ratenweise Rückzahlung, so dass Du also "nur" eine monatliche Summe als regelmäßige Belastung hättest.
Allerdings halte ich Studiengebühren auch für Unsinn, insbesondere wenn man doch immer bei jeder Diskussion "Bildung, Bildung, Bildung" schreit.
In der Tat haben es Auszubildende besser. Die kriegen während ihrer Ausbildung noch Geld, während Studenten zahlen müssen.Geändert von catweazle3 (12-02-2010 um 15:18 Uhr)
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12-02-2010 15:20 #4
"Doktor" (300-499 Beiträge)
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Ob es Auszubildende besser haben, darf bezweifelt werden.
Im Durchschnitt genießen sie keine so umfassende, tiefe Bildung wie Hochschulabsolventen und haben im Durchschnitt bis an ihr Lebensende geringere Gehälter sowie oftmals auch weniger Personalverantwortung.
Zum Nulltarif kriegt man nunmal kein Studium....
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15-02-2010 07:16 #5
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Lehrjahre sind keine Herrenjahre; Teil 5: Knallhart verrissen
20 - 30 k€ Schulden an der Backe klingt erst mal dramatisch. Wer jedoch als Akademiker nicht gerade Germanistik, Sozialpüschologie oder "was mit Medien" studiert hat, der sollte mit seinem Chef über Einstiegsgehälter von mindestens 40 k€/a verhandeln können.
Wenn man von zuhause aus einen bescheidenen Lebenswandel gewohnt ist, in den ersten Jahren keine allzu hohen Ansprüche stellt und seine Kröten beisammen hält, sollte in der Lage sein, einen solchen Kredit nebst Zins und Zinseszins in 7- 9 Jahren zurückzuzahlen. (Beispielrechnung: 30 k€; Zins 4% p.a.; Rate 350 €/m; 1 x 500 € Sondertilgung = 7,5 Jahre)
Immerhin handelt es sich nicht um geschenktes sondern um geliehenes Geld, das man schon aus Dankbarkeit jenen gegenüber zurückzahlen sollte, die es bereitgestellt haben und bedenken, dass der nächste arme Student nur dann in den Genuss von BaföG kommt, wenn es der vorhergehende auch zurückzahlt.
Aus der eigenen Mittellosigkeit heraus hier eine Neiddebatte anzuzetten, ja auch nur daran zu denken, welche Anderen es gibt, und welche Eigenschaften die haben statt sich an die eigene Nase zu fassen, sich auf den eigenen Hosenbodenzu setzen, halte ich weder für zielführend, akademisch noch für angebracht.
Wer im Geiste die Haltung hat, es gäbe "die da oben", man selbst sei "unten" und allein deswegen schon moralisch überlegen, der ist und bleibt ein dummer Prolet; mag er auch Abitur und Studium abgeschlossen haben. So jemand wäre vielleicht tatsächlich in einem Ausbildungsberuf besser aufgehoben gewesen.Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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