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  1. #1
    Stefan S. ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    Unglücklich Verlust der Lern-/Arbeitsfähigkeit

    Hallo,

    ich sitze gerade mal wieder 6 Tage vor meiner nächsten Prüfung vor den ganzen Unterlagen und habe noch kaum Schimmer vom Stoff. Hatte beim ursprünglichen Prüfungstermin zunächst 2 Wochen Zeit, ein Zeitraum, nach welchem Kommilitonen mit täglichen 3-6 Stunden des Vorbereitens die Prüfung sehr gut abschließen konnten.

    Ich merkt schnell, dass es doch zu knapp war und habe den nächstmöglichen Termin bekommen - 4 Wochen später. In den ersten Tagen dieser neuen Frist habe ich mir ein Buch über das Lernen durchgelesen und fand auch einige neue Ideen. Im vergangenen Jahr habe ich meine Studienarbeit durchgeführt, wobei ich kaum fachliche Begleitung hatte und auch keinen Zeitplan, den ich irgendwie einhalten konnte. Die Folge waren zwei Verlängerungen. Davor konnte ich mich noch halbwegs gut auf mündliche Prüfungen vorbereiten, zwar auch immer mit zwei bis drei Wochen Lernzeit und reichlichem Aufschieben, aber es klappte noch mit Noten um "gut".
    Jetzt erschlägt mich der Stoff und nichts bleibt hängen. Bin ohnehin schon einschlechter Auswendiglerner, aber jetzt läuft garnichts. Befinde mich wohl wieder in der "Blockade-Phase". Eigentlich interessiert mich dieses technische Fach und der Inhalt spielt bei den von mir angestrebten Praktika eine Rolle. Ich sehe mich aber dennoch nicht in der Lage den Stoff aufzunehmen.
    Die Studienberatung, extra für den technischen Studienbereich in welchem ich mich befinde, hörte man sich zwar meine Vorgeschichte an (Prokrastination, Perfektionismus der aufgrund des Drucks beim Ergebnis immer ins Gegenteil umschlägt), jedoch waren die Ratschläge: "Zeitplan" und ein paar Lerntechniken (Karteikarten) meiner Meinung nach sinnlos.
    Ich weiß zwar nicht, wie ich nun die nächste Prüfung bewältigen kann, evtl. schicke ich der Sekretärin in den nächsten Tagen noch einmal eine Mail, dass ich einfach mal durchfalle, anstelle eine unakzeptable Note zu erhalten (schlechter als 3.0), aber letztendlich kostet mich diese Verschieberei bestimmt noch einmal ein ganzes Semester.

    Ich weiß nun eben nich, was ich machen soll; mir kann zwar vielleicht eine Verhaltenstherapie beibringen, wieder regelmäßiger und länger am Stück zu arbeiten, aber wie ich ich diese Zeit dann gut nutze um den Stoff zu verinnerlichen weiß ich dann ja auch nicht. Und Lernen in kleinen oder großen Gruppen ist bei den verbelibenden Prüfungen leider auch wahrscheinlich nicht mehr möglich, da es sich um "Nischenfächer" mit wenigen (Einzel-)Prüfungen im Jahr handelt.

    In der Situation wie jetzt habe ich schon oft gesteckt, aber ändern konnte ich noch nichts. Das zermürbt immer mehr...

    Ich weiß nicht, was ich jetzt erwarten kann hierauf gewantwortet zu bekommen, zumal ich nirgends ein Fragezeichen geschrieben habe. Aber vielleicht gibt's es ein paar positive Erfahrungen oder Wendungen, über die jemand zu bereichten weiß?

    Viele Grüße
    Stefan

  2. #2
    Avatar von KleinesGespenst
    KleinesGespenst ist offline Moderator
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    Du, das ist ganz schwer, Dir da was zu raten. Entweder Du steckst in einem vorübergehenden Loch, das vermutlich alle mal irgendwann befällt, und kommst mit Hilfe von irgend welchen Tricks wie Lernzettelchen da raus, mußt einfach nur den Trick finden, der Dir hilft, oder Du hast möglicherweise eine behandlungsbedürftige Depression. Ging mehreren Kommilitonen und Bekannten von mir so. Die eine hat drei Jahre gebraucht, bis sie sich (ohne fremde Hilfe) wieder gefangen hat, hat sich in der Zeit aber tierisch fertig gemacht und sagt im Nachhinein, daß sie sich professionell hätte helfen lassen, wenn sie das vorausgesehen hätte, die andere hat ihr Studium abgebrochen, Ausbildungen abgebrochen, tourt immer mal wieder für jeweils ein paar Wochen von einer Klinik in die nächste und kriegt's trotzdem nicht hin, die dritte hat sich ein Jahr Auszeit genommen und ist die ganze Zeit in einer Klinik gewesen, hat's dann aber mit weiterer ambulanter Therapie gepackt, und die vierte hatte meines Wissens keine Depression, sondern ein vorübergehendes Loch, hat ein Urlaubssemester eingelegt und es dann auch gepackt.

    Du mußt herausfinden, was bei Dir der Fall ist, dann kannst Du auch schauen, wie es weitergeht. An Deiner Uni müßte es eine psychosoziale Beratung geben, geh da mal hin. Wenn das bei Dir "nur" ein Motivationsloch ist, kommt Deine Motivation vielleicht nach beispielsweise einem halben Jahr Work & Travel im Ausland wieder in Schwung; Du scheinst Dich ja sowieso schon halb mit der Möglichkeit abgefunden zu haben, daß sich Dein Studium noch ein halbes Jahr verlängert. Und dann ist es besser, draufzuspringen und was ganz anderes zu machen (z.B. Teller abwaschen bei McDonalds in Malaysia oder sowas), als Dich ein halbes Jahr lang zu quälen. Und wenn es wirklich was Schlimmeres ist, dann habe keine Scheu davor, Dir professionell helfen zu lassen.

    Viel Erfolg

    P.S.: Aber wenn's geht, hole Dir vorher eine Berufsunfähigkeitsversicherung, nach professioneller Hilfe dauert es einige Jahre, bis Du wieder eine Chance drauf hast. Das nur als kleiner Tip am Rande, da ist die eine nämlich drüber gestolpert ...
    Geändert von KleinesGespenst (10-04-2010 um 15:17 Uhr)
    "Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)

    Copyright Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.

  3. #3
    Stefan S. ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    Hallo Kleines Gespenst,

    gestern Abend habe ich dann doch noch geschafft "etwas zu tun" und zwar habe ich mir eines von vielen Kapiteln auf Karteikarten getippt (mit LaTeX). Damit habe ich heute morgen auch weiter gemacht - für immerhin rund 80 Minuten bis jetzt
    Bin gerade auch dabei, hatte aber den Impuls hier zu antworten.

    Werde heute auf jeden Fall versuchen noch das nächste und ganz vielleicht das übernächste Kapitel so auszuarbeiten. Ich habe zwar hier Unterlagen mit Standard-Prüfungsfragen vorliegen und darunter die Antworten stehen, jedoch so ausführlich geschrieben, dass kaum etwas hängenbleibt - hoffe die Karten helfen mir da.

    Schnitt

    So, den obigen Text habe ich vor dem Mittagessen geschrieben, dann kam ein kurzer Anruf meines Vaters, das Essen, die übliche lähmende Müdigkeit nach dem Essen, ein 20 Minuten Schlaf und eine Mischung aus Lernen (Karten anfertigen) und anderen Tätigkeiten untergeordneter Priorität.

    Werde jetzt nochmal kurz Luft schnappen und mir dann noch mal einen Überblick machen, zu welchem Kapitel noch keine Unterlagen da sind. Dann mal schauen, was ich heute noch schaffe. Und dann heute Abend, wie früher immer - was ich mir aber abgewöhnen möchte, da nicht sozial verträglich (Freundin) und gnadenlose Selbstfolterung - die Karteikarten im Bett so lange "lernen", bis ich die Augen nicht mehr offen halten kann und nach dem Ausschalten des Lichtes möglichst viel noch einmal im Halbschlaf durch den Kopf gehen lassen - das hält dann ein paar Tage irgendwie.

    Also werde versuchen, doch noch ein wenig hinzubekommen und halt ein paar Themen nur "grenzflächlich" zu behandeln (lesen und drüber nachdenken).

    Wie ich mich kenne, werde ich trotz Zeitdrucks und dem Gefühl, es ginge mal wieder gut voran, den einen oder anderen halben Tag nichts tun.

    Werde auf jeden Fall einmal die psychosoziale Beratungsstelle aufsuchen, vorrauss. nach jetzigem Gefühl erst nach der Prüfung. Dort war ich Anfang des 2. Semesters bereits schon einmal, da immer noch relativ neu in der Stadt, antriebslos trotz großer Pläne, Kummer etc. und dann an einen netten Herren geraten, der mir auch nur wenig hilfreiche Ratschläge geben konnte (Aussage: ich kenne hier noch so wenige - Ratschlag: lernen Sie Leute kennen). Mal sehen, wie es diesmal dann läuft. War vor drei Jahren auch mal im Schlaflabor, da ich halt oft leichte Müdigkeit/Trägheit spürte (trotz viel Sports und meinen normalerweise 8h Schlaf). Leider wurde nichts diagnostiziert, mir wurde ein Psychologe empfohlen, mit dem ich aber nicht zurecht kam (war zwei Mal da, wollte immer das Superlativ an Erfahrungen, Erinnerungen etc. hören, wobei ich mich da nicht gut festlegen kann, welches das Eine, schönste Erlebnis der Kindheit war; bin auch nicht missbraucht worden, wie er aus mir herauszukitzeln versuchte).
    Verhaltenstherapie wird da bestimmt anders ablaufen.

    Sind natürlich alles auch weitere Indizien für eine latente Depression. Auch wenn ich mich glücklich fühle, nur oft immer an die Dinge denke, die nicht gut laufen oder mich ärgern. So wie die Raser in der 40er Zone vor meiner Wohnung - den Stress aus Ärger darüber spüre ich jedes Mal wenn ich aus der und in die Wohnung komme. Aber das ist dann u.U. ja eher für den Psychologen interessant.

    Ich denke, ich bin da schon ein Kandidat, der es noch packen kann

    14 Semester (wenn alles "normal" läuft), bis dato noch keine Auslandserfahrung - da fragt man sich, ob man als Ingenieur einen Job bekommt, mit dem man zufrieden ist.

    Danke jedenfalls für die obige Antwort. Kommunikation über Probleme löst diese akut ja manchmal ein wenig

    Schönen Sonntag Abend noch!
    Stefan

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