Da noch kein Master vom Himmel gefallen sein dürfte, fängt jeder erst mal als Bätschelor an. Dein Eindruck, dass Lehrbeauftragte vom HiWi an aufwärts die Studenten für mehr oder weniger geistig behindert halten oder zumindest so behandeln, muss also andere Gründe haben, über die zu spekulieren mir fern liegt.
Gemeinsam haben alle Studenten über ihren durchschnittlichen IQ hinaus nur eines; sie machen Arbeit; sie stören.
Versetz Dich doch mal in die Lage eines wasweißich Doktoranten. Da kommt so ein rotznasiger Student ohne Plan und doppelten Boden, fragt was, weiß nix, hat vielleicht noch einen aggressiven Ton am Hals. So einen tät ich auch abbürsten und rauskomplimentieren.
Bätschelor- Arbeiten werden in Massen angefertigt.
Sinnvolle Fragestellungen die sich auf Bätschelor- Niveau schon bearbeiten lassen, sich aber andererseits gut in eine Dissertation, Habilitation oder gar eine international bedeutsame, instituts-, universitäts-, oder gar nationsübergreifende Forschungsarbeit einbinden lassen, sind hingegen nicht gleichermaßen häufig.
Darüber hat man offenbar in Bologna nicht mit Erfolg nachgedacht.
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26-04-2010 16:59 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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(Nicht-)Betreuung in Sachen BA Arbeit
Hi,
ich wollte mal fragen, wie bei euch Bachelorarbeiten betreut werden - vor allem in geistes/sozialwissenschaftlichen Fächern. Bekommt ihr Themen von den Prüfern? Wie ausführlich wird besprochen?
Naja und gleichzeitig wollte ich meinen Frust los werden... Ich kriege langsam wirklich die Krise, weil bald Anmeldeschluss ist für die BA-Arbeit und ich einfach kein gutes Thema finde und mir wirklich kein Schwein hilft. Bisher hatte ich keine Probleme im Studium, sehr gute Noten (wobei man die ja bei uns als Bachelor schon für Arbeiten mit korrekter Rechtschreibung bekommt, beschleicht mich so der Eindruck...) und war - glücklichweise - so nicht auf die nicht vorhandene Unterstützung der Dozenten angewiesen.
Jetzt schon und es ist wirklich deprimierend
. Mein Prüfer scheint die Sache irgendwie nicht so ernst zu nehmen bzw. ist der Meinung, ich müsse das selbst wissen, was und wie ich es mache, dabei könne er mir nicht helfen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Richtungen wüsste, in die es gehen sollte, aber es ist verdammt schwer, da ein spezielles Thema zu finden, das in einer kurzen Arbeit behandelt werden kann. Das Thema, was ich bis jetzt habe, ist einfach schlecht und wird zu keinem vernünftigen Ergebnis führen - stellte auch der Prüfer fest. Allerdings käme es auch nicht auf ein Ergebnis an, sondern darauf, dass es formal korrekt abgehandelt ist - meinte er.
Das ist doch irgendwie eine verrückte Welt - "schreiben Sie irgendwas, Hauptsache Sie machen die Fußnoten und das Literaturverzeichnis richtig"?
In meiner Verzweiflung war ich heute in der Sprechstunde von einem anderen Dozenten, in dessen Seminar das Thema behandelt wurde, das mich eigentlich interessiert und versuchte, ihm meine Überlegungen darzustellen und von ihm ein paar Anregungen zu bekommen. Er konnte sich weder an mich erinnern, noch hatte er das geringste Interesse, mir auch nur irgendwie weiter zu helfen (nicht mal ein paar Gedanken dazu, mehr wollte ich ja gar nicht) - die Situation war somit mal wieder nur peinlich und frustrierend.
Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als das sinnlose Thema durchzuackern. Das wird aber frustrierend und ich fürchte, es wird nicht funktionieren...
Allgemein ist es bei uns auch leider so, dass Bachelorstudenten bei den Dozenten als dumm und unfähig gelten. Erst Master werden halbwegs ernst genommen. Kennt ihr das???
Ich plane schon den Fachwechsel in Sachen Master, aber ob es woanders besser ist? Mir reicht es nur langsam, wie eine Idiotin behandelt zu werden und entweder nichts oder dumme Sprüche von den Dozenten zu ernten, wenn ich mal eine einfache Frage bezüglich einer Arbeit habe ("machen Sie einfach wie Sie denken, methodisch können Sie das eh nicht, Sie sind ja erst am Anfang Ihres Studiums") (ja und da bin ich dank solcher Sprüche auch großteils geblieben!)
Es grüßt (vor allem alle Leidensgenossen und genossinnen)
die Krisenkriegerin, die mit ein wenig Unterstützung eine gute BA-Arbeit schreiben könnte, unter den gegebenen Umständen aber eine schlechte abliefern wird - aber vielleicht reicht's trotzdem für ne 1, weil keine Rechtschreibfehler drin sein werden...
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27-04-2010 07:05 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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27-04-2010 09:53 #3
"Habilitand" (500-749 Beiträge)
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Ich sehe es auch so, dass z. T. von Seiten des Lehrpersnals zuwenig Interesse besteht.
Aber: Wenn ein ganzes Studium absolviert wurde, dann muss es doch möglich sein, sich ein Thema zu erarbeiten. Oder wurde Bachelor-mäßig nur auswendig gelernt ?
Das kann es doch nicht sein.
Soweit ich recht informiert bin, muss eine Bachelor-Arbeit noch nicht mal eine Forschungslücke thematisieren. Also was spricht dagegen, von Deinen in den Seminaren geschriebenen Hausarbeiten auszugehen und zu gucken, welches Thema hier tragfähig ist, auch breiter diskutiert zu werden ?
Du musst doch wissen, welche Referate gehalten wurden, was für Fragen von der Forschungsliteratur erörtert wurden. Und ist die Materialbasis groß genug, dann kannst Du dort ansetzen.
Bei einer Doktorarbeit hast Du noch nicht einmal das. Da musst Du Dir die Quellen selbst erarbeiten und auswerten. Dort gibt es keine Literatur, die alles vorgekaut hätte.
Also reiß Dich zusammen.
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30-04-2010 12:32 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Doch, Master fallen schon vom Himmel - die müssen dann glaub ich alles können, was ihnen als Bachelor nicht beigebracht wurde, weil man sie da für zu dumm für die wahren Inhalte befunden hat...
Naja, Doktoranden betreuen bei uns keine BA-Arbeiten. Doktoranden sind eventuell noch etwas sozial verträglicher... noch nicht ganz universitätsversaut (wobei du auch Recht hast, dass bei manchen schon mit dem HiWi-Status beginnt... und diese HiWis sind dann auch die Studenten, die von den Dozenten noch als halbebenbürtig akzeptiert werden... die "tollen" Studenten - das Gegenstück von uns anderen... obwohl der Unterschied vielleicht auch nur darin besteht, dass die wissen, wie man sich aufspielt
... Entschuldigung... nur so eine Beobachtung... denen werden dann auch Themen an die Hand gegeben...). Aber so genau wissen wir es auch nicht, wer schlussendlich nun betreut oder nicht (es gibt ja keine so genauen allgemeinen Informationen wer jetzt eigentlich wie zuständig ist und schon gar keine Informationsveranstaltungen oder sowas. Mir wurde vom sehr kompetenten Studienberater der Name von dem einen Dozenten genannt, der sich aber selbst für definitiv nicht zuständig hielt).
Und aggressiven Ton hatte ich definitiv nicht - bin eher der zurückhaltende Typ und bin normal auch wirklich selbstständig und behellige die armen Dozenten nicht. Gerade bin ich aber wirklich verzweifelt und bräuchte einmal einfach wirklich Hilfe. Immerhin geht es auch um die Abschlussarbeit, auch wenn's nur der popelige Bäääh-tschelor is.
Dieser Student, den du da beschreibst - "rotznasiger Student ohne Plan und doppelten Boden, fragt was, weiß nix, hat vielleicht noch einen aggressiven Ton am Hals. So einen tät ich auch" - ist aber genau das Problem. Das scheint ja anscheinend DER Stereotyp schlechthin zu sein. Scheinbar sind die Damen und (großteils) Herren mit ihren Doktortiteln usw. nicht intelligent genug, ihr Verhalten in der Hinsicht zu durchschauen... nunja, oder schlichtweg einfach wirklich dermaßen arrogant.
Ich dachte halt, es wär normal, mit einem Dozenten mal über so ein Thema sprechen zu können, wenn es doch bei dem behandelt wurde - nur ein paar Gedanken/Anregungen zu bekommen. Aber gut, das ist es nicht: Merke: Sprechstunden sind nicht dazu da, dass man sie besucht!
Vielleicht sind gewöhnliche Bäh-Studenten also nicht von Haus aus dumm und desinteressiert, vielleicht werden sie es auch einfach nur schnell durch schlechten Unterricht, der nicht für sie abgehalten wird und gleichgültige oder herablassende Behandlung.
Aber es würde mich wirklich interessieren, ob das NORMAL ist oder ob es auch positive Gegenbeispiele gibt? (Habe z.B. den Eindruck, dass es in meinem Nebenfach durchaus menschenfreundlicher zugeht und die Stimmung eine andere ist, Hierarchien flacher sind, aber vielleicht ist es auch nur eine Illusion...)
@ catweazle
Ja, klar, ich hab ja auch Sachen, die mich interessieren, aber es wird ja jede Woche irgendwas anderes behandelt (angerissen), meist alles recht oberflächlich und unzusammenhängend... und dann ist das Seminar nach ein paar Wochen wieder aus und im nächsten geht es um ein völlig anderes Thema und man hat ja nicht die Zeit sich nebenbei selbst ausführlicher mit was zu beschäftigen... von allem ein bisschen, aber nichts richtig... ich weiß nicht, ich kann doch nicht nur schon vorhandene Literatur zu einem Thema nochmals durchdiskutieren - ich muss doch iiirgendeine Eigenleistung erbringen in dieser Arbeit... ist doch sinnlos
... also - ja, beim Bachelor wird nichts Sinnvolles verlangt, gut, OK... ja, ich reiß mich ja zusammen, bleibt mir ja nichts anderes übrig... mit dem Sinnlosen gegen das Sinnlose... aber vielleicht ist es auch wirklich ein schlechtes Zeichen für meine Fachwahl... denke auch über einen Wechsel nach...
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