Germanistik und Philosophie fangen anscheinend vorwiegend Leute an, die
a) ein Studium als Spielwiese für eigene Interessen betrachten, die jedoch meist in den Bereich „Hobby“ gehören und/oder
b) keinen Plan haben, wo’s im Leben lang gehen soll.
(Ich darf das als Betroffene so krass ausdrücken.)
Wenn du zu der Sorte a) gehörst, empfehle ich dir, ganz schnell mit dieser Studienkombination aufzuhören. Auf dem Arbeitsmarkt hast du Null Chance. Das ist von den Arbeitgebern nicht böse gemeint. Aber wo, bitte schön, sollen sie dich reinstecken?
Frag dich doch einmal, wie deine Zukunft aussehen soll. Braucht ja nicht gleich bis zum Rentenalter zu gehen. Was gibt es für besondere Talente, die du hast (außer dass du bestimmt gerne liest – aber damit verdienst du kein Stück Brot) und die man weiterentwickeln könnte. Vielleicht muss es ja gar kein Studium sein (das hören Eltern nicht so gern). Vielleicht bist du praktisch begabt. Vielleicht hast du Fähigkeiten in Nischenbereichen, an die bisher niemand – und schon gar nicht du selber – gedacht hat.
(Ich habe diesen Germanisten-Scheiß nach meinem Abitur angefangen, weil mir alle dauernd eingeredet haben, dass ich mit Abitur einfach studieren MUSS. Es gab aber eigentlich kein Fach, das mich gereizt hätte, also ist es Germanistik und Philosophie geworden. Da hat man von der Schule her das Gefühl, schon etwas davon zu verstehen... *ächz* Im Stillen wäre ich lieber Logopädin geworden. Aber der Druck von außen war zu groß.)
Wenn du zu der Sorte b) gehörst, trifft automatisch Lösung a) zu. Denk nach. Wohin soll es gehen? Was soll es bringen? usw. Wenn du diese Fragen nicht magst, bist du für den normalen Arbeitsprozess ohnehin noch nicht reif und solltest gucken, ob du nicht vielleicht eine Zeit überbrücken kannst, um „zu dir selber zu finden“. Kommt natürlich auf deine finanziellen Möglichkeiten und dein Lebensalter an. Irgendwann siegt die Realität. Träume hebe dir für die Nacht auf. Oder steige ganz aus dem System aus. Aber dein Schrieb klingt nicht so, als ob du Letzteres wollen und packen würdest.
Thema: Studium abbrechen
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03-11-2010 09:46 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Studium abbrechen
Hallo!
Ich bin momentan sehr sehr unzufrieden mit der aktuellen Situation. Ich habe auch schon eine Studienberatung aufgesucht.
Ich habe dieses Jahr angefangen zu studieren (Germanistik und Philosophie).
Leider hat sich jetzt herausgestellt, dass das Ganze irgendwie nichts für mich ist.
Ich habe zwar schon ein Interesse an Literatur, Philosophie, Texten, Schreiben etc., aber irgendwie fehlt mir komplett der Spaß an der Sache. Ich geh eigentlich nur hin, weil ich jetzt ja quasi muss.
Vielleicht liegt es auch am Studium allgemein, die Arbeitsweise, der Alltag, aber mir sagt es irgendwie so wie es jetzt ist überhaupt nicht zu.
In der Studienberatung hat man mir empfohlen, sich nicht auf so eine Weise durchs Studium zu quälen, wenn es wirklich nich das Richtige ist. Ein Abbruch in einem späteren Semester hätte viel schwerwiegendere Folgen und würde sich zudem nicht so gut im Lebenslauf machen.
Dann sagen manche: Ach, das ist nur am Anfang so, wird schon noch besser, aber ich wüsste nich, was da nun besser werden sollte.
Leider weiß ich sonst auch nich, was ich jetzt tun könnte. Ich habe allerdings die Entscheidung zu diesem Studium auch relativ zügig getroffen, weil ich mir vorher schon nie sicher war, was ich machen wollte, aber durch die Eltern hab ich mich dann einfach entschieden und mich beworben und jetzt hab ich diese doofe Situation.
Habt ihr einen Rat?
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03-11-2010 11:46 #2
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Ganz schnell aufhören!!!
Geändert von Akiva (03-11-2010 um 11:57 Uhr)
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03-11-2010 14:08 #3
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Hey, danke für deine Einschätzung.
Wahrscheinlich hast du mit a) Recht, wobei sogar auch b) zutrifft bei mir
.
Hobbymäßig sinds eben diese Sachen, die mich stark interessieren, weil ich auch selbst Texte schreibe. Aber anscheinend reicht das wohl nicht für das Studium allein aus.
Die Sache mit den besonderen Talenten ist wirklich schwierig. Eigentlich kann ich nichts besonderes
. Freunde und Familie meinen, dass ich sehr gut schreiben könne (also ich schreibe Gedichte und Kurzgeschichten), ich mag es mit der Sprache zu spielen, herumzuexperimentieren, Bilder zu schaffen und dergleichen.
Doch was kann man daraus schon großartig machen?
Handwerklich hab ich nicht allzu viel drauf. Von daher dachte ich, dass praktische Sachen direkt wegfallen...
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03-11-2010 14:46 #4
"Professor" (750-1499 Beiträge)
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Quatsch. Jede(r) kann etwas Besonderes.
Nix Großartiges. Versuch's mal mit nem Volontariat bei der Heimat-Zeitung. Ist für n Anfang n Scheißjob, weil man immer nur über Hühnerzüchter- und Karnickelzüchtervereine schreibt- aber man kommt in den Arbeitsalltag rein und verliert unnötige Illusionen. Geschickt gemacht kann man nach und nach in die besseren Sparten kommen. Das heißt aber auf jeden Fall: Vergiss den Germanisten-Scheiß und heb dir die entsprechend abgehobenen Literatur-Spinnereien fürs Alter auf, oder - falls du es schaffst - fürs Feuilleton. GELD VERDIENEN kannst du dir in diesem Fall natürlich abschminken. Kannst aber SPASS haben. Man muss Prioritäten setzen ... :-))
Wenn du wirklich gar keine Ahnung von irgendwas hast - setz dich hin und gucke, welche Berufe es in diesem unseren Land gibt. Da bist du reichlich beschäftigt. Vielleicht merkst du dann aber auch, dass du mit Germanistik/Philosophie ganz bestimmt NICHT erfolgreich weiterkommst. Oder du bleibst an der Uni, wo man für den Rest des Lebens rumspinnen kann. So jedoch klingst du nicht.
Viel Glück.
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03-11-2010 15:19 #5
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 12
Sprich ein Studium direkt für meine "Talente" gäbe es dann wohl eher nicht?
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