Also, ganz ehrlich: Mir klingt es nach einer ganz miesen und dreisten Masche der Dozentin. Ich habe schon von mehreren Fällen gehört, wo Dozenten die Arbeit von Studenten unter ihrem Namen, also dem des Dozenten, veröffentlichen. Und Dein Freund sitzt dann ja schon an einem anderen Thema ... Ausbeute übelster Art, würde ich sagen. "Gnade vor Recht ergehen" klingt mir nach "Gutschi, gutschi, Du machst mal ein neues Thema, und ich heimse mir Deine Arbeit ein, und zwar unter der Hand, sonst schreie ich laut, daß es ein Plagiat ist".
Ich würde an Stelle Deines Freundes dringend mit der Sache zum Prüfungsausschuß gehen, und zwar direkt, und auch sämtliche Diskussionen über den Prüfungsausschuß laufen lassen. Und vor allem zusehen, daß Dein Freund für alles schriftliche Belege hat, also viel schriftlich kommunizieren oder darauf achten, daß es z.B. in Sitzungsprotokollen landet. Und natürlich ganz harmlos herangehen und vor dem Prüfungsausschuß ganz verwirrt sein, er hätte doch alles selbst gemacht, was das denn jetzt solle und wie er damit umgehen solle. Nicht gleich mit Verdächtigungen rausplatzen, das kann böse enden. Wer weiß, was es da zwischen wem für Seilschaften gibt ...
Dann wird der Fall geprüft, und wenn er nichts abgeschrieben hat, braucht er auch nichts zu befürchten.
Auf jeden Fall kämpfen und nicht unterkriegen lassen. Viel Erfolg![]()
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08-03-2011 20:15 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 2
Wie gegen Plagiatsvorwüfe wehren?
Hallo,
aus aktuellem Anlass scheint an den Hochschulen inzwischen verstärkt nach Plagiaten gesucht zu werden, was ja ansich begrüßenswert ist. Was aber, wenn ein Plagiatsvorwurf ungerechtfertigt ist? Was ist die beste Strategie, sich dagegen zur Whr zu setzen?
Der aktuelle Fall sieht so aus: ein guter Freund von mir hat eine Seminararbeit eingereicht, für die er lange gearbeitet hat, und nun von der Dozentin per Mail die Nachricht erhalten, es handelee sich um ein Plagiat. Belege wurden keine genannt. Die Dozentin wolle aber nochmal Gnade vor Recht ergehen lassen, und eine neue Aufgabe zuweisen.
Mein Freund meint nun, er wolle das Angebot annehmen, um den Stress nicht zu haben, sich mit unbestimmtem Ausgang gegen die vorwüfe zu verteiigen. Er schwört aber Stein und Bein, dass er nichts, wirklich gar nichts abgeschrieben oder übernommen hat, auch nicht in veränderter Form. Im Gegensatz zu unserem Ex-Verteidigungsminister unterstelle ich ihm einfach mal, dass er das auch tatsächlich nicht getan hat.
Ich bin beinahe auf 180, denn ich finde, er soll sich auf jeden Fall dagegen erwehren. Erstmal das Gespräch führen, und sich die angeblichen Plagiatsstellen zeigen lassen.
Die Frage ist nun: was würdet ihr tun? Was, wenn hier wirklich ein oder zwei Halbsätze mit irgendeiner Quelle übereinstimmen? Wenn man nur wenig genug Worte sucht, findet man ja sicher für jeden Text irgendeine Stelle.
Bin für Tipps dankbar.
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08-03-2011 21:05 #2"Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, aber du, Gott, hast uns herausgeführt ins Weite." (Psalm 66,12)
Copyright
Hier provisorisch die Quellenangabe: alles, was einen Bezug zu Otfried Preußlers kleinem Gespenst hat, ist aus: Preußler, Otfried: "Das kleine Gespenst", Thienemann-Verlag, 1984. Ab sofort distanziere ich mich jedenfalls vollständig von Otfried Preußlers kleinem Gespenst und bin ein beliebiges kleines Gespenst.
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08-03-2011 21:35 #3
"Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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- 2.726
Dann ist es aber noch kein Plagiat. Um diesem Vorwurf gerecht zu werden müssen schon wesentliche Gedanken bzw. Abschnitte der Arbeit von irgendwoher übernommen und nicht kenntlich gemacht worden sein. Bei einer 30-Seiten-Arbeit machen 2 Sätze noch kein Plagiat, denn die könnten in der Tat zufällig genauso formuliert worden sein, wie bei jemand anderes.
Ich kann mich nur anschließen: er sollte hier den förmlichen Beschwerdeweg beschreiten und die Arbeit prüfen lassen. Wenn er ein reines Gewissen hat, steht am Ende die Betreuerin begossen da und er wird rehabilitiert und wenn er abgekupfert hat, bekommt er zu Recht seine Klatsche.
P.
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09-03-2011 13:07 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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- 07.03.2011
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- 11
mh...die tipps hätte ich damals auch gerne gehabt.
ich hatte die selben probleme bei meiner magisterarbeit.
ich hatte fast ein halbes jahr damit verbracht die arbeit fertig zu stellen und dann kam 4 monate nach abgabe der plagiatsvorwurf. auch bei mir wurden keine anhaltspunkte gegeben, wo denn nun der vorwurf draus entstanden war. letztlich ging es um einen satz, der so in einer anderen hausarbeit vom sinn her auchvorgekommen war. mir hat man damals mit exmatrikulation gedroht. ich habe schriftlich stellung genommen und versucht klar zustellen, dass ich nicht kopiert habe. 2 monate später bekam ich dann die antwort, dass ich wiederholen kann. die professorin hat mich allerdings in der fakultät richtig schlecht gemacht, weshalb alles noch schwieriger wurde und ich nur noch mit eingezogenen kopf durch die uni gelaufen bin. schlussendlich habe ich eine prof gefunden, die mir sehr wohlgesonnen war und mich nochmal geprüft hat. ich musste eine ganz neue arbeit schreiben. das ganze hat mir ein jahr zeit geklaut.
letztendlich habe ich meinen abschluss geschafft.
heute würde ich es ein wenig anders machen und stärker dagegen vor gehen. wahrscheinlich würde ich mir einen anwalt nehmen, weil man mir im nachhinein gesagt hat, dass ich damit wahrscheinlich durchgekommen wäre....
heute bin ich stolz, dass ich nicht gegangen bin und den abschluss hab sausen lassen.
halt uns mal bitte auf dem laufenden, wie es bei deinem freund weiter geht
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10-03-2011 20:05 #5
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 16.04.2009
- Beiträge
- 2
Hi,
danke für die Tipps, ihr habt mir schonmal sehr geholfen.
Mein Freund hat sich jetzt für nächste Woche einen persönlichen Termin geben lassen, ich halte euch auf dem laufenden. Per Mail wollte sich die Dozentin nicht äußern.
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