Zum Inschinör wird man geboren. An der Uni lernt man blos noch die Einzelheiten.
Wenn Du Dich während Deines unbezahlten Praktikums regelmäßig gefragt hast, warum Du Dir das antust und nicht mal Knete dafür siehst, dann sieht es mehr so nach Physikus aus. Da wird sich das Praktische auf ein paar Messungen und die dazugehörige Fehlerrechnung beschränken.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Die wenigsten Inschinöre machen Karriere, und die übrigen verdienen auch keine Reichtümer, sondern bestenfalls ein höheres Tarifentgelt. (wenn sie nicht von einer Lehrerin geheiratet werden, müssen sie die Hälfte davon als Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abdrücken) Bei mir sind es nach 11,5 Jahren im Job bei 40 h/w etwa 70 k€/a = Entgeltgruppe 13 NRW + 17,5% Leistungszulage.
Als Berufseinsteiger kannst Du so ungefähr mit etwas mehr als der Hälfte davon rechnen.
Was es als Physiker zu erben gibt, kann ich Dir nicht beantworten, aber die meisten bekommen ihr Geld wohl von staatlichen oder quasi- staatlichen Arbeitgebern. Die können naturgemäß keine so hohen Gehälter bezahlen wie die Industrie.
Unter allen den Millionen von Inschinören in 'Schland arbeiten vielleicht 1000 in der Raumfahrt und von den vielleicht einigen Hunderttausend Physikern jeweils ein paar Hundert an Teilchenbeschleunigern, Kernreaktoren oder Raumfahrtprojekten.
Im Vergleich dazu sind die Zahlen der Inschinöre, die das harte Brot in der Automobil- Zulieferer- Industrie essen ebenso viel größer wie die der Physiker, die auf Lehramt studiert haben und an Problemschulen unterrichten.
Es ist also den Gesetzmäßigkeiten der Wahrscheinlichkeitsrechnung und nicht bösem Willen geschuldet, wenn ich eine spitze Nadel an die Blasen Deiner Träume heranführe.
Aber egal, was Du wirst, Physikus oder Inschinör, Du wirst den Hochhausbrand überleben; im Gegensatz zu dem Mathematiker; und auch nicht angesichts einer vollen aber verschlossenen Konservendose verhungern.
P.S. zum Thema: nicht lösbar
Inschinöre sagen immer: "Geht nich, gibt´s nich, dauernt nur länger und wird teuer."
+ Antworten
Ergebnis 1 bis 4 von 4
-
08-08-2011 13:41 #1
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 08.08.2011
- Beiträge
- 3
Studium - Maschinenbau oder Physik?
Hallo,
seit meiner LK Wahl (Mathe und Physik) vor knapp 3 Jahren habe ich mich auf die beiden Studienfächer Maschinenbau (mit Luft- und Raumfahrttechnik im Master) und Physik eingeschossen, aber ich kann mich bis heute nicht entscheiden, welches der beiden Fächer ich jetzt studieren soll.
Meine Interessen liegen vor Allem in der Grundlagenforschung. Stringtheorie, Quantenphysik, schwarze Löche, Dunkle Energie, Quasare e.t.c haben mich schon immer fasziniert. Am liebsten würde ich später in der Raumfahrt arbeiten.
Als Ingenieur wird man ja Satelliten e.t.c bauen, aber die Daten nicht auswerten. Man ist halt nicht an den Grundlagen interessiert, sondern an der Technik. Ich würde es auch interessant finden, an neuartigen Antrieben für Raketen e.t.c mitzuarbeiten. Aber interessanter finde ich im Moment eigentlich die Auswertung der Daten, welche der Satellit zur Erde funkt.
Nur kann man ja nicht von vornherein davon ausgehen, dass man in der Raumfahrt landen wird. Ich interessiere mich auch sehr für erneuerbare Energien bzw Energien der nächsten Generation, z.B. Kernfusion. Mich würde es reizen, vollkommen von den Grundlagen an das entsprechende Kraftwerk aufzubaun, sprich "Eine Kernfusion findet genau dann statt, wenn zwei Atomkerne so eng zusammenkommen, dass es für die Atomkerne energetisch günstiger ist, sich zu fusionieren und einen Teil ihrer Energie als Strahlung abzugeben. Um das zu erreichen, brauchen wir eine kritische Masse X, bei einem Druck Y und einer Temperatur Z"
Der Ingenieur überlegt dann ja eher "Um bei einer Masse X einen Druck Y und eine Temperatur Z zu erreichen, brauchen wir diese und jene Teile um die Maschine zu baun"
Für mich geht da der Ingenieur einfach nicht genug in die Grundlagen ein, aber es ist auch sehr interessant, eine Maschine zu konstruieren, welche diese Vorrausetzungen erfüllt. Vor Allem erfüllt es einen mit Stolz, wenn man dann die Maschine laufen und funktionieren sieht.
Dafür halte ich die Arbeitsbedingungen für Physiker als sehr angenehm. Als Ingenieur in der freien Wirtschaft steht man immer unter Druck und das Arbeitsklima ist mit Sicherheit angespannter. Bei meinen Ferienjobs und Praktka habe ich gemerkt, dass viele Ingenieure ohne Auszubildung zum Industriemechaniker e.t.c von Mitarbeiten nicht richtig akzeptiert werden (Zitat als ich Praktikant war: Arbeite erstmal 3 Jahre hier unten, bevor du ins Büro gehst). Als Physiker hat man mit Sicherheit ein schöneres Arbeitsumfeld.
Mein großer Traum wäre es, wie gesagt, in der Raumfahrt zu arbeiten. Am liebsten würde ich bei einer Marsmission oder Mondmission mitarbeiten, wobei in Zukunft sicherlich Basisstationen auf dem Mond oder dem Mars gebaut werden. Für solche Sachen ist doch bestimmt der Ingenieur mit Luft- und Raumfahrtechnik gefragter als der Physiker, oder sehe ich das falsch?
Ich stelle mir das so vor, dass Physiker Daten von Satelliten oder Teilchenbeschleunigern auswerten, um zu entsprechenden Erkenntinssen zu gelangen, was Ingenieure sicherlich nicht machen.
Auf der anderen Seite arbeiten Ingenieure an Weltraummissionen, wo Physiker weniger beteiligt sind, oder sehe ich das falsch?
Mein Albtraum als Ingenieur ist es, in ein Arbeitsumfeld zu kommen, wo alle sagen "Ist doch scheiß egal warum das so ist, wir konstruieren das hier und fertig".
Mein Albtraum als Physiker wiederum ist es, dass ich nach dem Studium nicht in der Forschung oder der Raumfahrt lande und mich auf einem anderen, vielleicht uninteressanten Aufgabengebiet, einarbeiten muss.
Ich bin ein sehr wissbegieriger Mensch, der sich aber auch für technische Zusammenhänge interessiert. Am liebsten würde ich erst einen Teilchenbeschleuniger baun und dann die Daten auswerten und damit dann den Nobelpreis holen ( hehe ^^ ).
Eigentlich hätte ich mich schon lange für Physik entschieden, wenn ich eines weiß: Kann man als Physiker auch in Ingenieurwissenschaftlichen Bereichen arbeiten? Oder wird man hier eher als "Halber Ingenieur" angesehen, der den anderen nicht das Wasser reichen kann?
Als wir bei der TU Delft zum Tag der offenen Tür waren, wurde uns gezeigt, was die alles in Luft- und Raumfahrtechnik machen. Die Planen schon im Master ganze Marsmissionen (wofür bei denen die Masterarbeit wegfällt und das Projekt benotet wird). Nur interessiere ich mich weniger für Flugzeuge...
Mit anderen Worten: Wenn ich mir den Traumberuf aussuchen könnte, wäre es egal was ich studiert habe, denn bei der ESA hat man immer einen spannenden und interessanten Beruf wenn man in der Raumfahrt arbeitet.
Meine spätere Tätigkeit sollte aufjedenfall die Grundlagen nicht ausser acht lassen und ein schönes Arbeitsumfeld haben, was es in der freien Wirtschaft meiner Meinung nach nicht gibt. Unter Effizienzdruck ist das Arbeitsklima wahrscheinlich wesentlich unangenehmer als bei Physikern im Labor.
Nur wird dann der Ingenieur, mit ein paar Mitarbeitern unter sich, das doppelte verdienen, was der Physiker im Labor verdient.
Außerdem habe ich jetzt 8 Wochen unbezahlte Arbeit hinter mir (Vorpraktikum fürs Maschinenbaustudium) und könnte diese für Physik nicht anrechnen lassen.
Für beide Fächer habe ich den Zulassungsbescheid bei der RWTH Aachen und muss mich nun bis mitte August für eines der beiden Fächer entscheiden
Sorry, wenn ich mich wiederhole, aber ich habe den ganzen Text vor 30 min schon einmal geschrieben und es kam dann beim absenden nen Fehler, sodass ich alles nochmal neu schreibe und dabei nichtmehr weiß, welche Sachen ich wieder reingeschrieben habe und welche nicht ^^
Hoffentlich versteht ihr mich einiger Maßen. Mein erster Text war besser und an dem saß ich ne Stunde, mit einem Klick war der weg und ich habs hier nochmal "schnell" neu hingeschrieben.
Vielleicht hattet ihr selber solch eine Entscheidungssituation oder kennt Leute, die sich so wie ich entscheiden mussten. Self Assesment Tests hab ich auch gemacht, wobei ich bei Physik ebsser abgeschnitten hab als bei Maschinenbau (wobei beim Maschinenbautest einige Fragen meiner Meinung nach nicht eindeutig lösbar waren
)
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian
-
09-08-2011 07:16 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
- Registriert seit
- 25.07.2003
- Beiträge
- 5.278
Du kannst Dich nicht entscheiden?
Geändert von Astir01 (09-08-2011 um 14:01 Uhr) Grund: P.S hinzugefügt
Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
-
09-08-2011 12:24 #3
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 08.08.2011
- Beiträge
- 3
Ich poste mal meine Antwort zu den Antworten meiner Frage auf uni-protokolle:
Wer die Seite kennt weiß, von welchen technischen Problemen ich spreche
Tjo, ich hatte gerade wieder 30 Minuten an einer Antwort geschrieben, warum ich mich jetzt für das Maschinenbaustudium entschieden hab und beim abschicken war wieder alles weg! Die Seite hier ist ja wirklich extrem verbuggt. Ich werde den 2000 Zeichen Text einfach in Stichpunkten zusammenfassen:
- Schreibe das für Leute, welche auch das Dilemma wie ich haben
- Beste Arbeit: Ingenieur bei der ESA oder am CERN e.t.c
--> Man arbeitet nah an den Grundlagen, erfährt alle interessanten Dinge und hat nebenbei eine spannende Arbeit.
- Physiker arbeitsbedingungen nicht so rosig wie ich vermutet habe, erkundigt euch bei unabhänigen Quellen, die DPG schönt die Daten ziemlich (Viele Physiker arbeiten Vollzeit bei Halbzeit bezahlung)
- Interessant: Satelliten bauen, welche Quasare untersuchen
Uninteressant: 10 Gigabyte dieser Daten des Satelliten wochenlang zu filtern und dann damit die Masse, Entfernung e.t.c zu berechnen
Ich hatte einen riesen Text geschrieben, wo genau deutlich war, warum ich mich jetzt für das Maschinenbau studium entschieden habe, aber die Seite ist einfach eine Katasthrophe. Jeder der den Text gelesen hätte, und vor der gleichen Entscheidung wie ich gestanden hätte, wäre jetzt Maschinenbaustudent mit anschließendem Master in Energietechnik oder Luft- und Raumfahrttechnik geworden. Die Stichpunkte oben klingen plump, ich weiß, der Text war besser, argumentativ besser aufgebaut und alles. Ist mir jetzt aber auch egal, keine Lust wieder so lange rumzuschreiben und mit einem Klick ist alles weg.
Hab den Test auf was-studiere-ich.de auch gemacht, es kam raus "Maschinenbau, Physik oder Chemie" ---> Gleiche Problem wie vorher
Ingenieure haben besseres Gehalt für gleiche Arbeitsbedingungen, sind als Dr. die Kings aufm Arbeitsmarkt (Als Dr. in der Physik hebt man sich nicht hervor), arbeiten an spannenden Projekten mit und erfahren gleichzeitig viel aus dem Bereich der Grundlagenforschung (Passiert zwangsweise wenn man ein entsprechendes Thema in der Promotion wählt oder an Teilchenbeschleunigern baut oder Satelliten zur Untersuchung von schwarzen Löchern konstruiert) u.s.w.
Am CERN werden Petabyte weise Daten erstellt, welche die Physiker mühsam und monoton filtern müssen. Natürlich isses der Hammer, wenn du das Higgs-Teilchen findest, aber wenn du nicht derjenige bist, dann war die Arbeit als Physiker weniger lohnend als der Ingenieur, welcher den Beschleuniger gebaut hat und am Ende sagen kann, dass durch seine Maschine die Welt erklärt werden kann.
Ach, jetzt hab ich schon 10% des Textes wieder hingeschrieben, hoffentlich kann ich den jetzt abschicken.
Mit freundlichen Grüßen
Angehender Maschinenbaustudent
P.S. Diesmal ist der Text in der Zwischenablage gespeichert. Auch wenn sich jetzt Informatiker aufregen, dass man wichtige Texte nicht ausschließlich in der Zwischenablage speichern kann, so mache ich dies trotzdem, ätsch!
-
09-08-2011 12:27 #4
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
- Registriert seit
- 08.08.2011
- Beiträge
- 3
Das habe ich vergessen zu schreiben, genau das war auch ein Grund, warum ich mich fürs Maschinenbaustudium entschieden habe. Auch wenn ihr von Anfang an versuchen werde in die Raumfahrt zu kommen (Durch Praktika, Bachelor Arbeit e.t.c) kann man sich ja trotzdem nicht darauf verlassen, was dann heißt, dass ich mich in der großen Industrie umgucken muss.
Und da hatte die große Masse der Ingenieure eine schönere und abwechslungsreichere Arbeit als die Masse der Physiker!
Ähnliche Themen
-
Studium Maschinenbau/Verfahrenstechnik oder Physik
Von Nelson_little im Forum Rund ums StudiumAntworten: 1Letzter Beitrag: 14-12-2010, 07:14 -
Physik-Studium in Dresden, Göttingen, Hamburg oder Rostock
Von alberto im Forum Naturwissenschaften und MatheAntworten: 0Letzter Beitrag: 25-10-2010, 19:52 -
Wechsel Physik zu Maschinenbau
Von roybaer im Forum Rund ums StudiumAntworten: 3Letzter Beitrag: 12-01-2010, 01:18 -
Duales Stud. Maschinenbau. Schwierigkeitsgrad PHYSIK MATHE, usw.
Von globe0 im Forum Rund ums StudiumAntworten: 1Letzter Beitrag: 17-01-2006, 10:25 -
Physik oder Maschinenbau
Von im Forum Naturwissenschaften und MatheAntworten: 7Letzter Beitrag: 23-09-2004, 12:50


LinkBack URL
About LinkBacks



Zitieren


Lesezeichen