Interessante Theorie, an der was dran sein könnte. Sie erinnert mich an jenen fiktiven Rechtsmediziner im WDR- Tatort " Professor Karl-Friedrich Boerne " der von Jan- Josef Liefers dargestellt wird. Pathologen wissen und können eben alles. Das jedoch macht sie nicht etwa zu liebenswerten Zeitgenossen, sondern läßt sie abgehoben und überheblich wirken bzw. die Beleidigte Leberwurst spielen, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen.
Obwohl ich behaupten möchte, durchaus zur Normalbevölkerung zu gehören, kann es durchaus sein, dass Du Recht hast. Zumindest, wenn Bildung mit Intelligenz einhergeht, sollte man vermuten, (und hoffen) dass Akademiker beim Nachdenken mehr als durchschnittlich oft Erfolg haben, und in der Mehrzahl der Fälle wissen, von was sie reden. Das dürfte in der Folge dazu führen, dass die Besagten überdurchschnittlich gut mit dem Leben zurecht kommen und häufiger mal Erfolgserlebnisse haben. Das ist natürlich gut für´s Selbstbewusstsein, was wiederrum dazu führen könnte, dass man an sich selbst auch jene Züge gut findet oder zumindest für entschuldbar hält, die einem bei Lichte betrachtet vielleicht nicht unbedingt zur Zierde gereichen.
Damit wären wir wieder da, wo auch Ignatio und Drexler schon waren, nämlich dass bereits vorhandene Charakterzüge prinzipiell von jeder Art Studium freigelegt oder verstärkt werden können, bestimmte Studiengänge aber eher dazu tendieren als andere.
Also, welche Studiengänge verstärken denn nun welchen Charakter und warum?
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Ergebnis 16 bis 20 von 25
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22-11-2012 16:33 #16
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Wie die meisten Vorredner glaube ich, dass das nicht vom Studienfach abhängig ist. Ich studiere das "Blümchenfach" Biologie und bin dafür extrem menschenverachtend.
Es ist vielmehr das gesamte Wissen. Oder besser ausgedrückt: Das ganzheitliche Wissen, die Zusammenhänge, das gesamte Weltbild. (Da Biologie ein sehr interdisziplinäres Fach ist und aus so ziemlich allen anderen Naturwissenschaften besteht, könnte man auch behaupten, Biologie verdirbt. Allerdings glaube ich ebenfalls, dass das eher sonnige Gemüt der werdenden Biologen dies [über]kompensiert.)
Ich maße mir mal an zu behaupten, dass ich mittlerweile ziemlich gebildet bin. Ich lese sehr viel Bücher über Philosophie, Psychoanalytik, Soziologie und die große Weltliteratur allgemein. Man wird wirklich schlauer (gut). Aber mit der Zeit auch ziemlich misanthrop (nicht gut). Irgendwann kommt man an den Punkt an dem man merkt, dass Wissen einen nicht glücklich macht. Sogar das Gegenteil ist der Fall. Je mehr man weiß, desto deprimierter wird man über das Fehlverhalten der Menschheit allgemein, da man zusieht wie sich die Dinge immer wieder wiederholen und keine Änderung in Sicht ist. Die Menschen sind einfach zu menschlich(?).
In dieser Hinsicht hat sich auch meine ursprüngliche Intention als (freier, unabhängiger) Wissenschaftler die Welt zu verbessern in Frage gestellt. Sollte man die Welt denn verbessern? (Also neben den Standardargumenten die in Richtung maximales Glück gehen. Würde das einen tieferen Zweck erfüllen?) Verdient es die Menschheit überhaupt? Es gibt kein Gut und Böse. Es gibt keinen Plan im Leben/der Evolution/etc. Der Sinn des Lebens besteht NICHT in der Arterhaltung! Es ist nur eine (durchaus bemerkenswerte) Folge des Naturprinzips, dass stabile Moleküle langlebiger sind, als instabile (was ja quasi im Namen steht).
Und wenn ich im Internet auf Verschwörungstheoretiker, Impfkritiker, AIDS-Leugner, Esoteriker, Homöopathen, religiöse Freaks und Leuten mit ausgeprägtem Bambi-Syndrom (alles Natürliche ist gut, alles Menschliche ist schlecht) treffe, dann würde ich mich am liebsten wirklich einer nicht-existenten "bösartigen" Organisation anschließen, die die Welt-Bevölkerung dezimieren will...
Diese Menschen können einem derart entgegenwirken und so verzerren, dass man meint "warum tue ich mir das eigentlich an?"
Aber zurück zum Thema - bzw. meiner Interpretation, dass Wissen an sich den Charakter verdirbt.
Denn eigentlich glaube ich auch nicht, dass Wissen "verderben" kann. Vielmehr offenbart Wissen den wahren Charakter - oder entfesselt vielmehr die Hemmungen. (Ich habe es wirklich satt tolerant gegenüber diesen Deppen, politisch korrekt oder "moralisch" zu sein. Denn es wird ohnehin nicht erwidert.)
Wissen ist ja keine Ideologie, die einen verblendet, gewisse Handlungen von einem erwartet oder irgendeine Intention suggeriert. "Verderben" vermögen somit nur politische/religiöse Ideologien.
Also komme ich zu dem Schluss, dass (zuviel?; allgemeines) Wissen den menschlichen Charakter negativ beeinflusst.
Schließlich trägt Bildung stark zur Charakterentwicklung bei und dass Akademiker nunmal gebildet sind lässt sich wohl kaum bestreiten. Wenn wir also andere (bzw. weitere) Wege der Charakterentwicklung gehen, ist es unwahrscheinlich anzunehmen, dass unser Charakter die gleiche Normalverteilung der Chraktereigenschaften von der Gesamtbevölkerung widerspiegelt.
Sry, ist ein bisschen viel geworden aber ich musste das mal loswerden.
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22-11-2012 20:29 #17
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Ja, welches denn nun?
Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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27-11-2012 14:08 #18
"Abiturient" (0-19 Beiträge)
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Ich denke auch dass das Wort "verderben" ein wenig überzogen ist, doch denke ich auch dass manche Studienfächer die studierende Person in irgendeiner Art beeinflussen. Das soll natürlich so sein. Ein Bwler soll lernen effizient zu denken und ein Künstler kreativ. Verderben tut kein Studienfach, höchstens verändern und verbessern.
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03-12-2012 16:27 #19
"Student" (20-79 Beiträge)
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Ich glaube schon, dass ein Studium Einfluss auf Charakter-Entwicklung haben kann, da es immerhin einen großen Lebensabschnitt darstellt. Ich bin der Meinung dass jeder von uns die Summer seine Erfahrungen ist ( und ein bisschen Genetik). Das allerdings an einem Studienfach fest zu machen würde ich nicht. Dafür gibt es viel zu viele Einflussfaktoren. Ich habe in meinem Studienfach die unterschiedlichsten Menschen kennen gelernt. Vom Workaholic, über stressempfindliche oder auch Arrogante bis hin zum Chilligen...Deswegen bin ich davon überzeugt, dass zwar die Menschen, mit denen wir uns umgeben einen großen Einfluss auf uns haben können, das Studienfach damit aber nix zu tun hat...
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11-01-2013 01:19 #20
Man hat immer die Wahl
Stimme Ericsoft da zu. Es ist leicht zu sagen:"Ich bin so weil die eine Sache oder die eine Person in meinem Leben mich dazu gemacht hat." Damit weist man ja sozusagen jede Verantwortung von sich. Es stimmt zwar, dass viele Menschen einen Einfluss auf einen haben. Insbesondere dann, wenn es sich um eine große Gruppe bzw. Gemeinschaft handelt, wie z.B. die Kommilitonen in einem Studiengang. Vielleicht schwimmen manche einfach mit der Masse, weil es leichter ist. Vielleicht fängt man auch an zu rauchen, weil es die Pausengruppe so macht.Aber man hat immer die Wahl und ist für sein Handeln selbst verantwortlich...
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