weißt Du aus eigener Anschauung, und dass sie während der anderen Hälfte Klassenarbeiten korrigieren bzw. den Unterricht vorbereiten, kannst Du Dir denken. Mit welchen Tätigkeiten aber Juristen ihren Arbeitstag verbringen, darüber geben Fernsehsendungen wie "Richterin Barbara Salisch" oder "J.A.G." hingegen nur ganz am Rande Auskunft.
Vor den Arbeitsalltag haben die Götter allerdings das Studium gesetzt, und das unterscheidet sich dem Wesen nach nicht nur zwischen Jura einerseits und den Lehramtsfächern andererseits, sondern eben auch von dem was Du jetzt kennst, der Schule, und dem was Du erst danach kennen lernen wirst, der Arbeit.
Ohne eigene Anschauung; der Rat Anderer hilft nicht viel; eine Entscheidung zu treffen kann bös ins Auge gehen. Es schadet daher nichts, wenn Du Entscheidungshilfen jeder Art in Anspruch nimmst.
- Schau Dir z.B. mal die Abbrecherquoten der verschiedenen Studiengänge an; dann kannst Du abschätzen, wie viele sich überschätzt haben.
- Mach doch mal ein Praktikum in einer Kanzlei oder bei Gericht.
- Gib Nachhilfe. (am besten in Latein)
- Geh mal an eine Uni und setz Dich in eine Vorlesung; am besten in eine von den Juristen.
- Mach Dir mal eine Liste Deiner Lehrer und gib ihnen Noten für ihre Arbeit. (fachlich, menschlich, pädagogisch)
Wie viele, meinst Du, sind nur aus Not Lehrer geworden?
Wenn Du um das Jahr 2015 Abi machen willst, könntest Du so um 2021- 22 ins Refrendariat gehen. Ob es dann in NRW überhaupt noch irgendeine Form der Bezahlung für staatliche Angestellte geben wird, ob Leute im Staatsdienst, besonders Lehrer überhaupt noch Beamtenstatus erlangen, mag mal dahingestellt bleiben und ebenso für Richter und Staatsanwälte gelten.
Richtig rollen wird der Rubel nur, wenn Du es in eine renomierte Anwaltsozietät schaffst, von denen sich die Wirtschaftsbosse und Bonusbänker in ihren Verfahren wegen Untreue, Betrug und Steuerhinterziehung vertreten lassen. Alle übrigen essen, wie die Lehrer auch, ein eher karges Brot und müssen mit eher wenig Sozialprestige auskommen.
Zeit für Hobbys wirst Du in kaum einem Fall haben, in dem Du für Deine Lebenshaltung arbeiten musst. Wenn Dir das wirklich wichtig ist, bleibt Dir nur eine Berufswahl die möglichst Nahe am Metier Deines Hobbys liegt. Vermutlich gibt es deswegen so viele Deutsch,- Sport- und Kunstlehrer.
Sicherheitshalber solltest Du Dich inzwischen um ein gutes Verhältnis zu den pickeligen Jungs bemühen, die eine gewisse Begabung für Mathe, Chemie und Physik haben bzw. mit Computern umgehen können. Dabei meine ich nicht einen Punkterekord bei World of Warkraft sondern richtig umgehen. Ich meine auch nicht wegen des Hausaufgaben Abschreibens. Mach die gefälligst selber.
Was ich meine ist, dass diese Jungs später zu den gutbezahlten Inschinören und Informatikern werden. Ein erstaunlich großer Teil meiner Ex- Kollegen ist mit Juristinnen bzw. (Sozial-) Pädagoginnen verheiratet. Solche Verbindungen scheinen also stabil und erfolgversprechend.![]()
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25-12-2012 21:06 #1l_enny Gast
Jurastudium oder Lehramtsstudium
Liebe Community,
oftmals habe ich schon nach diesbezüglichen Erfahrungsberichten gesucht und teilweise auch schon einige Dinge gefunden, allerdings möchte ich auch noch einmal selbst die Frage stellen, was wohl geeigneter wäre.
Insgesamt lässt sich zu mir sagen, dass ich sprachlich und künstlerisch sehr interessiert bin. Mit mittlerweile drei Fremdsprachen (Englisch, Lateinisch und Spanisch) habe ich mir einen fremdsprachlichen Schwerpunkt aufgebaut. Besonders das selbständige Arbeiten macht mir Spaß.
Wie oben bereits angedeutet, liegen meine Hobbies hauptsächlich in der Kunst, beziehungsweise in der Fotografie.
Ich lebe in NRW und habe auch nach meinem Abitur im Jahr 2015 vor hier zu leben, sodass ich mich schonmal für beide Berufsfelder umgehört habe:
Das Lehramt würde eine schöne Kombinationsmöglichkeit meiner sprachlichen und künstlerischen Interessen bieten. Ich hätte so die Möglichkeit Kunst und Deutsch (und eventuell Spanisch als Drittfach) zu studieren. Ein weiterer Anreiz wäre natürlich die Verbeamtung, die meiner Meinung nach in NRW allerdings auch nicht mehr so sicher ist.
Weiterhin wäre zu beachten, dass ich mir nicht so sicher bin, ob die Arbeit mit Kindern mit liegt.
Die zweite von mir bedachte Karriereoption wäre das Rechtswissenschaftsstudium. Allerdings stelle ich mir in dem Zusammenhang die Frage, ob es mir Spaß bringen würde, da ich schließlich meine künstlerischen Interessen nur noch als Hobby betreiben könnte. Des Weiteren muss man leider ja auch beachten, dass es bereits eine hohe Anzahl an Rechtsanwälten gibt und viele somit in einer kleinen Kanzlei enden. Das wäre nicht mein "Traum"..
Zwischen diesen beiden Optionen pendle ich daher in meinen Gedanken immer wieder hin und her, sodass ich mir von euch einen kleinen Rat erhoffen würde.
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26-12-2012 20:20 #2
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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- 5.335
Was Lehrer den halben Tag machen,
Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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26-12-2012 22:27 #3l_enny Gast
"Sicherheit ist wichtig!"
Vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich versuche dir mal etappenweise zu antworten:
Es ist ja nicht so, als wäre ich jemand von der faulen Sorte und hätte meine ,,Hausaufgaben" in dem Zusammenhang nicht gemacht. Neben der klassischen Recherche habe ich mir natürlich schon andere Lehrer angeschaut, mit den Kunstlehrern gesprochen und nach Hilfe gesucht. Wie du mir ebenfalls empfohlen hast, gebe ich bereits Nachhilfe (u.a. in Latein). Ich muss sagen, dass es mir temporärbedingt Spaß macht. Ich habe leider nur einen Nachhilfeschüler, der allerdings ziemlich anstrengend ist, sodass ich an der Stelle auch schonmal Einblicke in die harten Seiten eines Lehrerberufs erhalten konnte.
Auf der ,,Jura-Seite" ist das Ganze natürlich etwas schwieriger. Natürlich kann ich ein Praktikum in einer Kanzlei oder in einem Gericht machen, allerdings muss ich das Praktikum natürlich aber auch erst irgendwo zeitlich unterbringen. Ich müsste es in der Form eines freiwilligen Praktikums in den Ferien absolvieren und da ich eine 40 Stunden (Nachhilfe, Lernzeit, Hausaufgaben exkl.) Woche habe, muss ich gestehen, dass mir dafür etwas die Motivation fehlte. Du hast allerdings recht, dass ich die Möglichkeit auf jeden Fall nutzen sollte.
Ich tendiere aber wirklich eher zum Lehrerberuf. Mir macht es Spaß mich in die Bewertungssysteme hineinzudenken und auch die Korrekturvorstellung finde ich garnicht schlimm. Ich hänge sowieso etwas an der Schule und bin ich zwei Jahren sicherlich sehr traurig, wenn ich sie verlassen muss. Darüber hinaus würde ich so natürlich sehr nahe an meinen Interessen bleiben und dadurch Hobby und Beruf miteinander kombinieren. Ich muss allerdings sagen, dass mir eine ,,sichere" Zukunft sehr wichtig ist. In dem Zusammenhang wäre mir eine Verbeamtung also schon relativ wichtig. Im Moment merke ich es an unserer Schule nämlich, dass Lehrer es zum Teil sehr schwer haben müssen, eine geeignete Stelle zu finden. Keiner der diesjährigen Referendare wurde nämlich übernommen.
Zu deiner Bemerkung zu den Naturwissenschaftlern:
Du hast schon Recht, die Naturwissenschaften sind die zukunftstragenden, neuen Fachbereiche, die dringend gesucht werden. Mit guten Leistungen in Mathe und Physik bin ich im Moment zwar auch sehr zufrieden, allerdings habe ich schon lange festgestellt, dass mir diese Dinge keine Freude bereiten. Alle, die daran allerdings Spaß haben, sollten die Chance nutzen.
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27-12-2012 16:33 #4
"Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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Dafür gibt´s den "zitieren"- Knopf und die Möglichkeit mit Hilfe der Menueleiste, das Zitat zu unterteilen.
Das ist ja sehr lobenswert. So manch einer, der sich hier erkundigt, hat bereits das Abi in der Tasche und ist mit seinen Überlegungen noch nicht weiter gekommen als bis "was mit Medien".Es ist ja nicht so, als wäre ich jemand von der faulen Sorte und hätte meine ,,Hausaufgaben" in dem Zusammenhang nicht gemacht.
Das Gute an der Nachhilfe ist m.E. dass man selbst merkt, ob man´s verstanden hat und erklären kann. Wenn nicht, kann man es auch nicht erfolgreich weitergeben.Wie du mir ebenfalls empfohlen hast, gebe ich bereits Nachhilfe (u.a. in Latein). Ich muss sagen, dass es mir temporärbedingt Spaß macht. Ich habe leider nur einen Nachhilfeschüler, der allerdings ziemlich anstrengend ist, sodass ich an der Stelle auch schonmal Einblicke in die harten Seiten eines Lehrerberufs erhalten konnte.
Große Ferien?Auf der ,,Jura-Seite" ist das Ganze natürlich etwas schwieriger. Natürlich kann ich ein Praktikum in einer Kanzlei oder in einem Gericht machen, allerdings muss ich das Praktikum natürlich aber auch erst irgendwo zeitlich unterbringen.
Siehste!Im Moment merke ich es an unserer Schule nämlich, dass Lehrer es zum Teil sehr schwer haben müssen, eine geeignete Stelle zu finden. Keiner der diesjährigen Referendare wurde nämlich übernommen.Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
(Silvia Arroyo Camejo)
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