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Thema: Ipswich

Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    Avatar von Sportfreak
    Sportfreak ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    04.10.2003
    Beiträge
    555

    Ipswich

    Folgender Text ist einem anderen Forum
    entnommen. Die Ur-Quelle konnte ich
    nicht finden.

    "Es war ein Spiel der Hinrunde, es war
    ein (wie so häufig) verregneter
    September-Nachmittag und
    einegrottenschlechte erste
    Halbzeit beider Teams. Demnach stand es
    zur Pause auch 0:0 und eigentlich war
    auch keine wesentliche Besserung in
    Sicht. Die Stimmung war indifferent
    trübe, weder in die eine noch die andere
    Richtung. Beide Teams hatten
    Aufstiegshoffnungen, spielten aber einen
    fürchterlichen Kick and Rush. Torchancen
    gab es so gut wie keine und wenn, dann
    waren es Zufallsprodukte.
    Und dann kam, was kommen musste.
    Charlton ging nach der Pause wie aus dem
    nichts mit 3:0 in Führung. Alle
    Hoffnungen waren am Boden. Dauerregen
    setzte ein. Es war kalt. Ein gellendes Pfeifkonzert von
    der Haupttribüne setzte ein. Es war der
    Moment, in dem man eigentlich nur das
    Stadion verlassen möchte um in der
    nächstliegenden Kneipe in kurzer Abfolge
    soviel geistige Getränke wie nur irgend
    möglich in sich hineinzuschütten.
    Eine Weile passierte gar nichts mehr.
    Dann schoss Charlton das vierte Tor. Und
    dann setzte etwas ein, was Paul beim
    Erzählen die Tränen in die Augen trieb.
    Reihe um Reihe, Block um Block erhoben
    sich die Zuschauer und fingen an zu
    singen.
    „And all of a sudden, just out of
    nowhere, we sang. Everyone, on every
    seat, there was just no exception. It
    was incredible,
    totally unexplainable and overwhelmingly
    loud…”.
    Von der 60. Minute an bis zum Ende des
    Spiels sangen die Zuschauer in einer
    todesverachtenden Endlosschleife immer
    wieder abwechselnd “The Pride of Anglia”
    und “Ipswich Till I Die”. Ohne jede
    Ausnahme und unter Missachtung des
    Spielverlaufs und der erbärmlichen
    Leistung der eigenen Mannschaft. Das
    führte soweit, dass der Spielführer von
    Charlton (die nicht unbedingt eine
    innige Beziehung zu Ipswich Town pflegen) sich
    bei einem Eckball zu den Ipswich-Fans
    umdrehte, einmal kurz salutierte und
    dann applaudierte. Worauf die Gesänge noch
    lauter wurden und bis zum Schlusspfiff
    nicht nachließen. Das Spiel ging 1:5 verloren,
    was aber niemanden mehr interessierte.
    „Ich glaube, was uns allen in diesem
    Moment klar wurde, war, dass es hier
    nicht mehr um die Unterstützung der Mannschaft
    ging. Es ging um uns und unseren
    Verein. Wir hatten schon zu Beginn der
    Saison wenig Vertrauen in das, was da
    nach dem Abstieg übrig geblieben war.
    Außerdem ging uns das Management mit
    seiner Schönrederei selbst der
    beschissensten Spiele auf den Geist.
    Klar – wir hatten die Hoffnung wieder
    aufzusteigen, wir wollten das alle, aber
    wir sahen auch die Realität. Da stand
    ein Haufen zusammengewürfelter Söldner
    auf dem Platz, die unsere Trikots
    spazieren trugen und dabei waren, unsere
    Ehre zu stehlen. In dem Moment wollten wir allen
    nur noch zeigen, wer wir sind: das Blut
    in den Adern des Vereins, den wir
    lieben. Wir wollten klar machen: WIR
    sind Ipswich Town und ihr Würstchen könnt uns
    mit eurer Leistungsverweigerung nicht
    demütigen. Wir werden noch hier sein und
    unseren Mann stehen, wenn ihr längst in
    irgend einer Kneipe eurer verpassten
    Karriere hinterher weint. Deshalb stand
    vermutlich auch das ganze Stadion auf
    und machte mit, nicht nur die
    Hartgesottenen hinter dem Tor. Das war
    der totale
    Zusammenhalt, die vollständige
    Identifikation und Hingabe. WIR wussten:
    das ist es wert, deshalb machen wir das
    und Ipswich Town wird niemals sterben,
    selbst wenn diese kleinen Arschlöcher da
    unten so tun, als wären sie schon tot.“

    Einfach nur genial, genau deshalb geht man ins Stadion um sowas zu erleben. Wenn einmal eine solche Atmosphäre da ist, vergisst man das sein Leben lang nicht.
    BVB & DEG

    Solange die Erde sich dreht,
    solange der Traum nie vergeht,
    solang´das Feuer in uns brennt,
    und schwarz-gelb ein jeder kennt,
    ja solange und für immer BVB!

    Groundhopper Neuss on tour!

  2. #2
    Schmitti Gast
    Da habe ich ja beim lesen schon Gänsehaut bekommen.
    Genau solche Situationen sind es die den Sport zu etwas ganz großem machen. Es gibt nicht viele Situationen, die Menschen dazu bringt zusammenzurücken und friedlich miteinander für etwas einzustehn. Sowas kann eigentlich nur im Sport passieren, Sport verbindet und Sport ist heutzutage im Grunde der einzige Weg um Ehre zu erfahren um zu verstehen was Ehre ist. Seine Vereinsfarben zu tragen, für seine Mannschaft zu kämpfen, sich für seine Mitspieler verausgaben, einmal den Meisterwimpel in den Händen halten, stolz zu sein in der Mannschaft zu spielen, aber auch mit erhobenem Haupt verlieren zu können wenn der Gegner besser war. Ich habe selbst schonmal so was ähnliches erlebt, also daß die Fans trotz Niederlage dem Verein treu geblieben sind. 3 Jahre hintereinander scheiterten wir knapp am Aufstieg, und jedesmal war eine dumme Niederlage in einem der letzten Spiele schuld. Hinzu kam, daß es immer die Gleiche Mannschaft war, gegen die wir verloren. Das schlimme daran war, das unser Gegner spielerisch viel schlechter war, wir aber jedesmal einen absoluten Mist zusammenspielten und so das wichtige Spiel jedesmal verloren und somit den Aufstieg abhaken konnten. Irgendwann fingen die Fans an zu unken und glaubten nicht mehr daran, daß wir es jemals schaffen würden . Doch ein zwei treue Fans mobilisierten im dritten Jahr die anderen Fans und die Halle wurde von Spiel zu Spiel immer voller bis sie Ausverkauft war. Und wieder waren wir einen Sieg vom Aufstieg entfernt und spielten gegen die oben beschriebene Mannschaft. Natürlich spielten wir als hätten wir die Hosen gestrichen voll und verloren. Man konnte meinen eine ganz andere Manschaft wie in den Spielen davor stand auf dem Platz, um 100 mal schlechter, als hätten wir das Handball spielen verlernt. Die letzten zehn Minuten standen dann die Fans alle auf und feuerten uns obwohl wir schon viel zu weit zurück lagen und keine Siegchance mehr hatten. Doch die Fans gröhlten und sangen weiter und feuerten uns immer wieder an bis zum Abpfiff. Danach gingen wir uns Sportheim und siehe da, das ganze Sportheim war voll mit Fans die uns auf die Schulter klopften und uns Mut machten. Alle meinten "Wir sind ein Verein und egal ob ihr jetzt zum dritten mal den Aufstieg nicht geschafft habt, wir halten dennoch zu euch, Wir stehn zusammen!" Im Sportheim gab es eine riesen Party trotz der Niederlage und alle Fans feierten mit. In der darauffolgenden Saison kamen dann von Spiel zu Spiel noch mehr Fans, so daß wir dann sogar in eine Größere Halle in den Nachbarort umziehen mussten um Platz für unsere Zuschauer zu haben. Es kam wie es kommen musste, das letzte Spiel war wieder gegen diese Mannschaft und wieder ging es um denn Aufstieg. Diesmal standen unsere Fans aber von der ersten Minute und peitschten uns nach vorne, die Halle war das reinste Tollhaus. Eine unglaubliche Atmosphäre. Und als abgepfiffen wurde kochte der Hexenkessel über, wir hatten in einem knappen Spiel mit 2 Toren gewonnen!! Danach feierten wir natürlich wieder mit den Fans.
    Wenn ich daran zurückdenke bekomme ich wieder so ein geiles Gefühl. Trotz Niederlage im dritten Jahr kamen immer mehr Fans und hielten immer mehr zusammen und peitschten uns nur noch mehr an. Im vierten Jahr klappte es dann dank der vielen Fans die uns anfeuerten. So einen Zusammenhalt habe ich noch niergendwo anders erlebt, sowas gibt es nur im Sport.

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