Thema: Ipswich
Ergebnis 1 bis 2 von 2
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02-09-2004 17:05 #1
Ipswich
Folgender Text ist einem anderen Forum
entnommen. Die Ur-Quelle konnte ich
nicht finden.
"Es war ein Spiel der Hinrunde, es war
ein (wie so häufig) verregneter
September-Nachmittag und
einegrottenschlechte erste
Halbzeit beider Teams. Demnach stand es
zur Pause auch 0:0 und eigentlich war
auch keine wesentliche Besserung in
Sicht. Die Stimmung war indifferent
trübe, weder in die eine noch die andere
Richtung. Beide Teams hatten
Aufstiegshoffnungen, spielten aber einen
fürchterlichen Kick and Rush. Torchancen
gab es so gut wie keine und wenn, dann
waren es Zufallsprodukte.
Und dann kam, was kommen musste.
Charlton ging nach der Pause wie aus dem
nichts mit 3:0 in Führung. Alle
Hoffnungen waren am Boden. Dauerregen
setzte ein. Es war kalt. Ein gellendes Pfeifkonzert von
der Haupttribüne setzte ein. Es war der
Moment, in dem man eigentlich nur das
Stadion verlassen möchte um in der
nächstliegenden Kneipe in kurzer Abfolge
soviel geistige Getränke wie nur irgend
möglich in sich hineinzuschütten.
Eine Weile passierte gar nichts mehr.
Dann schoss Charlton das vierte Tor. Und
dann setzte etwas ein, was Paul beim
Erzählen die Tränen in die Augen trieb.
Reihe um Reihe, Block um Block erhoben
sich die Zuschauer und fingen an zu
singen.
„And all of a sudden, just out of
nowhere, we sang. Everyone, on every
seat, there was just no exception. It
was incredible,
totally unexplainable and overwhelmingly
loud…”.
Von der 60. Minute an bis zum Ende des
Spiels sangen die Zuschauer in einer
todesverachtenden Endlosschleife immer
wieder abwechselnd “The Pride of Anglia”
und “Ipswich Till I Die”. Ohne jede
Ausnahme und unter Missachtung des
Spielverlaufs und der erbärmlichen
Leistung der eigenen Mannschaft. Das
führte soweit, dass der Spielführer von
Charlton (die nicht unbedingt eine
innige Beziehung zu Ipswich Town pflegen) sich
bei einem Eckball zu den Ipswich-Fans
umdrehte, einmal kurz salutierte und
dann applaudierte. Worauf die Gesänge noch
lauter wurden und bis zum Schlusspfiff
nicht nachließen. Das Spiel ging 1:5 verloren,
was aber niemanden mehr interessierte.
„Ich glaube, was uns allen in diesem
Moment klar wurde, war, dass es hier
nicht mehr um die Unterstützung der Mannschaft
ging. Es ging um uns und unseren
Verein. Wir hatten schon zu Beginn der
Saison wenig Vertrauen in das, was da
nach dem Abstieg übrig geblieben war.
Außerdem ging uns das Management mit
seiner Schönrederei selbst der
beschissensten Spiele auf den Geist.
Klar – wir hatten die Hoffnung wieder
aufzusteigen, wir wollten das alle, aber
wir sahen auch die Realität. Da stand
ein Haufen zusammengewürfelter Söldner
auf dem Platz, die unsere Trikots
spazieren trugen und dabei waren, unsere
Ehre zu stehlen. In dem Moment wollten wir allen
nur noch zeigen, wer wir sind: das Blut
in den Adern des Vereins, den wir
lieben. Wir wollten klar machen: WIR
sind Ipswich Town und ihr Würstchen könnt uns
mit eurer Leistungsverweigerung nicht
demütigen. Wir werden noch hier sein und
unseren Mann stehen, wenn ihr längst in
irgend einer Kneipe eurer verpassten
Karriere hinterher weint. Deshalb stand
vermutlich auch das ganze Stadion auf
und machte mit, nicht nur die
Hartgesottenen hinter dem Tor. Das war
der totale
Zusammenhalt, die vollständige
Identifikation und Hingabe. WIR wussten:
das ist es wert, deshalb machen wir das
und Ipswich Town wird niemals sterben,
selbst wenn diese kleinen Arschlöcher da
unten so tun, als wären sie schon tot.“
Einfach nur genial, genau deshalb geht man ins Stadion um sowas zu erleben. Wenn einmal eine solche Atmosphäre da ist, vergisst man das sein Leben lang nicht.BVB & DEG
Solange die Erde sich dreht,
solange der Traum nie vergeht,
solang´das Feuer in uns brennt,
und schwarz-gelb ein jeder kennt,
ja solange und für immer BVB!
Groundhopper Neuss on tour!
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04-09-2004 03:03 #2Schmitti Gast
Da habe ich ja beim lesen schon Gänsehaut bekommen.
Genau solche Situationen sind es die den Sport zu etwas ganz großem machen. Es gibt nicht viele Situationen, die Menschen dazu bringt zusammenzurücken und friedlich miteinander für etwas einzustehn. Sowas kann eigentlich nur im Sport passieren, Sport verbindet und Sport ist heutzutage im Grunde der einzige Weg um Ehre zu erfahren um zu verstehen was Ehre ist. Seine Vereinsfarben zu tragen, für seine Mannschaft zu kämpfen, sich für seine Mitspieler verausgaben, einmal den Meisterwimpel in den Händen halten, stolz zu sein in der Mannschaft zu spielen, aber auch mit erhobenem Haupt verlieren zu können wenn der Gegner besser war. Ich habe selbst schonmal so was ähnliches erlebt, also daß die Fans trotz Niederlage dem Verein treu geblieben sind. 3 Jahre hintereinander scheiterten wir knapp am Aufstieg, und jedesmal war eine dumme Niederlage in einem der letzten Spiele schuld. Hinzu kam, daß es immer die Gleiche Mannschaft war, gegen die wir verloren. Das schlimme daran war, das unser Gegner spielerisch viel schlechter war, wir aber jedesmal einen absoluten Mist zusammenspielten und so das wichtige Spiel jedesmal verloren und somit den Aufstieg abhaken konnten. Irgendwann fingen die Fans an zu unken und glaubten nicht mehr daran, daß wir es jemals schaffen würden . Doch ein zwei treue Fans mobilisierten im dritten Jahr die anderen Fans und die Halle wurde von Spiel zu Spiel immer voller bis sie Ausverkauft war. Und wieder waren wir einen Sieg vom Aufstieg entfernt und spielten gegen die oben beschriebene Mannschaft. Natürlich spielten wir als hätten wir die Hosen gestrichen voll und verloren. Man konnte meinen eine ganz andere Manschaft wie in den Spielen davor stand auf dem Platz, um 100 mal schlechter, als hätten wir das Handball spielen verlernt. Die letzten zehn Minuten standen dann die Fans alle auf und feuerten uns obwohl wir schon viel zu weit zurück lagen und keine Siegchance mehr hatten. Doch die Fans gröhlten und sangen weiter und feuerten uns immer wieder an bis zum Abpfiff. Danach gingen wir uns Sportheim und siehe da, das ganze Sportheim war voll mit Fans die uns auf die Schulter klopften und uns Mut machten. Alle meinten "Wir sind ein Verein und egal ob ihr jetzt zum dritten mal den Aufstieg nicht geschafft habt, wir halten dennoch zu euch, Wir stehn zusammen!" Im Sportheim gab es eine riesen Party trotz der Niederlage und alle Fans feierten mit. In der darauffolgenden Saison kamen dann von Spiel zu Spiel noch mehr Fans, so daß wir dann sogar in eine Größere Halle in den Nachbarort umziehen mussten um Platz für unsere Zuschauer zu haben. Es kam wie es kommen musste, das letzte Spiel war wieder gegen diese Mannschaft und wieder ging es um denn Aufstieg. Diesmal standen unsere Fans aber von der ersten Minute und peitschten uns nach vorne, die Halle war das reinste Tollhaus. Eine unglaubliche Atmosphäre. Und als abgepfiffen wurde kochte der Hexenkessel über, wir hatten in einem knappen Spiel mit 2 Toren gewonnen!! Danach feierten wir natürlich wieder mit den Fans.
Wenn ich daran zurückdenke bekomme ich wieder so ein geiles Gefühl. Trotz Niederlage im dritten Jahr kamen immer mehr Fans und hielten immer mehr zusammen und peitschten uns nur noch mehr an. Im vierten Jahr klappte es dann dank der vielen Fans die uns anfeuerten. So einen Zusammenhalt habe ich noch niergendwo anders erlebt, sowas gibt es nur im Sport.


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