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  1. #46
    saus ist offline "Doktor" (300-499 Beiträge)
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    365
    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Gut, die realen Kosten mögen in einigen Bereichen tatsächlich sehr hoch liegen, ich hatte gedacht, du meinst damit die Studiengebühren die Studierende zu zahlen haben;
    ob die so hoch sein sollen, um in einigen Fachrichtungen die realen Kosten zu decken, finde ich ungerecht; warum soll ein Mediziner mehr bezahlen als ein Geisteswissenschaftler?
    Studium ist immer noch Studium.
    5kg Äpfel kosten doch auch mehr als drei, obwohl Äpfel immernoch Äpfel sind. Du machst mir den Eindruck, dass du so viel wie möglich mitnehmen und so wenig wie möglich dafür geben möchtest. Ich glaube du befürwortest höhere Einkommen für Ärzte, möchtest aber für einen höheren Ausbildungsaufwand nicht mehr zahlen. Das halte ich nicht für legitim. (Ich könnte jetzt glatt mit dem Spruch "Arbeit ist Arbeit" um die Ecke kommen) Ich sehe keinen Grund, warum bei den Studiengebühren keine Verhältnismäßigkeit gegeben sein sollte, so wie z.B. beim Bafög oder auch beim Einkommen, was mit höherer Qualifikation und Verantwortung vielleicht höher liegt. Ich male mir gerade aus, was los wäre, wenn wir für das Bafög eine Einkommensgrenze und einen festen Betrag setzen. Ab einem Einkommen weniger X bekommt jeder den Betrag Y, unabhängig davon, wie weit das Einkommen unter X liegt.

    Ich halte die Gebühren- und Förderungssysteme in anderen Ländern auch besser als derzeit in Deutschland. Aber das ist ein ganz normaler Prozess, das Gebührenmodell befindet sich so zu sagen in der Testphase. Im Nachhinein gibt es immer Angleichungen und Verbesserungen, das ist immer so. Das ist bei Autos so oder bei HartzIV oder der Umstellung auf Bachelor und Master und so wird es auch mit dem Gebührenmodell sein.
    Dass keine bzw. wenig Förderung seitens der Unternehmen statt findet, liegt einfach daran, dass es keinen Anreiz gibt, was sich auch ändern wird.
    Better never to have met you in my dream than to wake and reach for hands that are not there.

  2. #47
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von saus
    Dass keine bzw. wenig Förderung seitens der Unternehmen statt findet, liegt einfach daran, dass es keinen Anreiz gibt, was sich auch ändern wird.
    Es gibt durchaus Ausbildungen, an denen sich Unternehmen mit Geld oder Infrastruktur beteiligen. Hier ist zuerst das duale Ausbildungssystem zu nennen, ferner die Berufsakademien, dann die Hochschulen des Bundes, die Verwaltungsakademien, die Branchen-Bildungseinrichtungen, die Journalistenschulen der Verlage, die Universitätskliniken, etc.

    Gruß,
    Karendric

  3. #48
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von saus
    Du machst mir den Eindruck, dass du so viel wie möglich mitnehmen und so wenig wie möglich dafür geben möchtest. Ich glaube du befürwortest höhere Einkommen für Ärzte, möchtest aber für einen höheren Ausbildungsaufwand nicht mehr zahlen. Das halte ich nicht für legitim.
    Ich gehe mal davon aus, dass Gänseblümle Solidarität nicht als Einbahnstraße versteht. Wenn Kunsthistoriker und Sinologen das Studium von Medizinern durch ihre Gebühren mitfinanzieren, werden ja sicher bei Gänseblümles Modell später die Ärzte von ihrem Gehalt umgekehrt etwas an die Sinologen und Kunsthistoriker zurückzahlen, damit am Ende alle auf das gleiche Nettogehalt kommen.

    Gruß,
    Karendric
    Geändert von Karendric (21-07-2006 um 18:34 Uhr)

  4. #49
    Gänseblümle ist offline "Habilitand" (500-749 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Karendric
    Ich gehe mal davon aus, dass Gänseblümle Solidarität nicht als Einbahnstraße versteht. Wenn Kunsthistoriker und Sinologen das Studium von Medizinern durch ihre Gebühren mitfinanzieren, werden ja sicher bei Gänseblümles Modell später die Ärzte von ihrem Gehalt umgekehrt etwas an die Sinologen und Kunsthistoriker zurückzahlen, damit am Ende alle auf das gleiche Nettogehalt kommen.

    Gruß,
    Karendric
    War das nun ironisch gemeint oder nicht?
    So ganz hab ich nicht verstanden was du meinst.

    Mein Solidaritätsverständnis sollte allerdings wirklich keine Einbahnstraße darstellen;
    die Ärzte finanzieren aufgrund der hohen Steuergaben die sie während ihrer Berufstätigkeit leisten allerdings so manches mit; dass am Ende das gleiche Nettoeinkommen für alle rauskommen soll ist aber nicht richtig und das hab ich so auch nicht gesagt.

    Übrigens ist das *ach so hohe Einkommen der Ärzte* in den ersten Jahren als Assistenzarzt wohl nicht so hoch, als das man deshalb Purzelbäume schlagen könnte...
    aber das ist ja bekannt und auch deshalb gabs, gibts die Ärzteproteste.

    @saus: ein Studium sind aber keine Äpfel!
    Bei deiner Rechnung geht es um reine Quantität, Bildung hat aber vor allem einen qualitativen Wert und der sollte für alle Fachrichtungen mit gleichen Gebühren verrechnet werden - auch wenn ich die Mitberücksichtigung des elterlichen Einkommens sinnvoll finde, aber nicht eine unterschiedliche Studiengebühr bezogen auf die verschiedenen Fachrichtungen - oder ist dann ein Medizinstudium oder Ingenieursstudium mehr wert weil man mehr für blechen muß??!
    Da würde sich der Kunsthistoriker aber mächtig beschweren...

    Das Einkommen, das nach dem abgeschlossenen Studium verdient wird mag sehr unterschiedlich ausfallen, doch sollte das nicht mit einer höheren Studiengebühr berechnet werden, was kann ein angehender Ingenieur z. B. dafür dass er nunmal mit teureren Materialien im Studium praktizieren muß als z. B. ein Geisteswissenschaflter?!

    Derjenige, der mehr verdient, zahlt am Ende auch höhere Abgaben und das in Deutschland nicht gering, dass sein Studium dann auch mehr kosten darf finde ich nur gerecht und ist in einigen Bereichen nunmal unumgänglich.
    Geändert von Gänseblümle (21-07-2006 um 21:48 Uhr)

  5. #50
    Avatar von Karendric
    Karendric ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Gänseblümle
    War das nun ironisch gemeint oder nicht?
    So ganz hab ich nicht verstanden was du meinst.
    Nein, wenn du verlangst, dass der Kunsthistoriker für sein Studium so viel zahlt, wie der Mediziner (obwohl er das ja eigentlich gar nicht müsste), dann ist es auch nur recht und billig, wenn der Mediziner das im Berufsleben später ausgleicht.

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Mein Solidaritätsverständnis sollte allerdings wirklich keine Einbahnstraße darstellen;
    die Ärzte finanzieren aufgrund der hohen Steuergaben die sie während ihrer Berufstätigkeit leisten allerdings so manches mit; dass am Ende das gleiche Nettoeinkommen für alle rauskommen soll ist aber nicht richtig und das hab ich so auch nicht gesagt.
    Hehe, ganz schön clever. Erst fordert ihr als arme Medizinstudenten einen Solidarbeitrag von allen anderen Studenten ein. Und wenn ihr dann später gut verdient, lasst ihr euch von eurem Steuerberater Tricks zum Arm-Rechnen geben und dreht der Solidargemeinschaft eine lange Nase. Oder wieviele gut verdienende Ärzte (was ja nicht alle Ärzte sind) kennst du, die nicht mit Immobilien oder Ehefrauen-Firmen ihre Steuerlast drücken? Den Beweis, dass Ärzte im Durchschnitt auch wirklich dreimal mehr Steuern zahlen, als andere Akademiker - den musst du bitte erst einmal führen.

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Übrigens ist das *ach so hohe Einkommen der Ärzte* in den ersten Jahren als Assistenzarzt wohl nicht so hoch, als das man deshalb Purzelbäume schlagen könnte...
    aber das ist ja bekannt und auch deshalb gabs, gibts die Ärzteproteste.
    Der Durchschnittsassistenzarzt verdient immer noch deutlich mehr als der Durchschnittskunsthistoriker - eine gute Gelegenheit also, sich finanziell für die Solidarität des Kunsthistorikers zu bedanken.

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Bei deiner Rechnung geht es um reine Quantität, Bildung hat aber vor allem einen qualitativen Wert und der sollte für alle Fachrichtungen mit gleichen Gebühren verrechnet werden - auch wenn ich die Mitberücksichtigung des elterlichen Einkommens sinnvoll finde, aber nicht eine unterschiedliche Studiengebühr bezogen auf die verschiedenen Fachrichtungen - oder ist dann ein Medizinstudium oder Ingenieursstudium mehr wert weil man mehr für blechen muß??!
    Ja, weil es erstens mehr kostet und zweitens mit einem höheren Einkommen belohnt wird. Und mir scheint gerade, du willst die Kosten, die der Mediziner durch sein superteures Studium hat, auf die Solidargemeinschaft umlegen und später den Benefit, den dir das Studium einbringt, allein genießen.

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Da würde sich der Kunsthistoriker aber mächtig beschweren...
    Ja, das tut er hoffentlich.

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Das Einkommen, das nach dem abgeschlossenen Studium verdient wird mag sehr unterschiedlich ausfallen, doch sollte das nicht mit einer höheren Studiengebühr berechnet werden, was kann ein angehender Ingenieur z. B. dafür dass er nunmal mit teureren Materialien im Studium praktizieren muß als z. B. ein Geisteswissenschaflter?!
    Er muss zusehen, dass er die damit verbundenen höheren Studiengebühren später durch ein höheres Einkommen auch wieder erlöst.

    Nach deinem Modell hingegen muss der Kunsthistoriker oder Jurist für den Ingenieur das Studium mitbezahlen und später über sein Einkommen dieses Geld wieder reinholen. Das bedeutet konkret, dass ich etwa als Mandant in einem Rechtsstreit höhere Honorare zahle, weil der Rechtsanwalt Siemens oder Daimler-Benz die Ingenieure mitfinanzieren musste. Wie unsinnig ist das denn?

    Zitat Zitat von Gänseblümle
    Derjenige, der mehr verdient, zahlt am Ende auch höhere Abgaben und das in Deutschland nicht gering, dass sein Studium dann auch mehr kosten darf finde ich nur gerecht und ist in einigen Bereichen nunmal unumgänglich.
    Nein, wer mehr verdient, leistet sich einen guten Steuerberater. Steuerprogression gibt's in Deutschland nur für den Mittelstand und die Armen.

    Überspitzt ausgedrückt: Solange in Deutschland noch Laborärzte mit dem Hubschrauber zur Arbeit fliegen und Sportwagen sammeln, muss ihnen das akademische Proletariat nicht das Studium bezahlen.

    Gruß,
    Karendric

    PS: Was Ärzte wirklich von Solidarität halten, haben wir gerade bei den Streiks an den Unikliniken gesehen. Die Ärzte sind dort die einzige Wissenschaftler-Gruppe, die zahlreich und mächtig genug ist, höhere Gehälter durchzudrücken. Aber haben Sie sich deswegen mit den Biologen, Pharmazeuten und Physikern in ihren Abteilungen solidarisch erklärt und einen gemeinsamen höheren Wissenschaftlertarif gefordert? Natürlich nicht! Sie haben schön nur für sich höhere Gehälter ausgehandelt - obwohl sie genau wissen, dass die anderen nicht streiken können, weil sie zu wenige sind.
    Geändert von Karendric (21-07-2006 um 23:45 Uhr)

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