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  1. #1
    pesquisador Gast

    Postdoc in Brasilien

    Hallo,

    ich bin mir nicht sicher, ob das hier der richtige Ort ist, aber vielleicht kann mir ja jemand vom DAAD einen guten Tip geben?!

    Ich fertige gerade meine Dissertation in Physik an und hoffe in etwa einem Jahr fertig zu werden. Ich war bisher noch nie für eine längere Zeit im Ausland und würde daher gerne eine Zeit lang im Ausland als Postdoc arbeiten. Da ich nicht so gerne in die USA möchte aber halbwegs Portugiesisch spreche, habe ich an Brasilien gedacht. Es wäre sicherlich nicht so schwer, eine geeignete Stelle zu finden, wenn ich in Deutschland ein Stipendium dafür bekommen könnte. Daher meine Fragen:

    - Gibt es eine Chance ein Stipendium für eine Postdoc-Stelle in Brasilien zu bekommen?

    -Wann müßte ich mich dafür bewerben?

    -Gibt es etwas, das ich beachten muß, um möglichst gute Chancen auf eine Förderung zu haben?

    -Ich hoffe zwar, in einem Jahr fertig zu werden, aber Unwägbarkeiten gibt es immer. Wäre es ein Problem, wenn sich dann alles doch noch um einige Monate verzögern würde?

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier einige nützlich Tips bekommen könnte. Wenn nicht, würde es mich auch interessieren, wo ich sonst mal fragen könnte...
    Mit freundliche Grüßen

    Mark

  2. #2
    Avatar von Irmgard Kasperek
    Irmgard Kasperek ist offline Expertin Auslandsstudium
    (Leiterin des Info-Center des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD))
    Registriert seit
    29.01.2003
    Beiträge
    48

    Re: Postdoc in Brasilien

    Hallo Mark,

    der Einfachkeit halber sende ich Ihnen hier die komplette Ausschreibung des DAAD-Post doc-Programmes aus unserer Stipendiendatenbank (www.daad.de/ausland/de/3.4.1.html):

    Forschungsstipendien für promovierte Nachwuchswissenschaftler (Postdoc-Programm)

    Programmbeschreibung
    Der DAAD bietet für besonders qualifizierte promovierte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler Stipendien für weiterqualifizierende Forschungsaufenthalte im Ausland an. Die Stipendien richten sich insbesondere an Kandidatinnen und Kandidaten, für die ein Auslandsaufenthalt im Anschluss an die Promotion ein wichtiger Qualifizierungsschritt für die spätere Berufslaufbahn in der Wissenschaft, der Wirtschaft oder im Kulturbereich darstellt. Die Stipendien werden für alle wissenschaftlichen Fachrichtungen weltweit angeboten.

    Strukturierte Vorhaben zum Erwerb eines weiteren akademischen Grades an einer ausländischen Hochschule können in diesem Programm nicht gefördert werden; hierfür kommen in Abhängigkeit vom angestrebten Abschluss die regulären Jahresstipendien bzw. die Doktorandenstipendien des DAAD in Frage.
    Stipendienleistungen
    Stipendienhöhe


    Für Unterkunft, Verpflegung und Nebenausgaben steht ein dem Lebensalter des Stipendiaten und den Lebenshaltungskosten des Gastlandes angepasster Betrag zur Verfügung. Der monatliche Grundbetrag beläuft sich auf:
    € 1.365,– für Stipendiaten bis 30 Jahre
    € 1.416,– für Stipendiaten bis 34 Jahre

    Verheiratete erhalten als Zulage für Ehepartner monatlich € 205,–, wenn diese weniger als € 410,– monatlich eigenes Einkommen aus Berufstätigkeit haben.

    Zusätzlich werden ein Auslandszuschlag sowie ein Kaufkraftausgleich (nach Gastland und -ort unterschiedlich) gezahlt, die sich bei Begleitung durch die Familie erhöhen; Für jedes Kind erhöht sich der Auslandszuschlag, zum Beispiel für USA, Boston, um € 117,–.

    Für den Kauf von Fachbüchern, den Besuch von Fachkongressen etc. wird eine Sachkostenbeihilfe in Höhe von € 102,– pro Stipendienmonat gewährt.

    Die Reisekosten vom Heimatort an das Gastinstitut und zurück werden übernommen, für mitreisende Angehörige nur dann, wenn sie den Stipendiaten für mindestens 6 Monate ins Ausland begleiten und das Stipendium für mindestens 8 Monate verliehen wird.

    Nach den bisherigen Erfahrungen des DAAD ist das Stipendium gemäß § 3 Nr. 44, Buchstabe a-c EStG regelmäßig steuerfrei; die Entscheidung darüber trifft das zuständige Finanzamt.
    Laufzeit
    Die Stipendien werden für die Dauer von 3 bis 12 Monaten vergeben. Eine Verlängerung bis zur Höchstdauer von 24 Monaten ist möglich. Eine Verlängerung der Förderung ist in der Regel nur bei substanzieller Beteiligung des Gastinstituts an den Kosten für das zweite Jahr möglich. Kurzstipendien bis zu 6 Monaten können nicht verlängert werden.

    Bewerbungsvoraussetzungen
    Nur wissenschaftlich überdurchschnittlich geeignete Kandidatinnen und Kandidaten können berücksichtigt werden. Sie müssen ihre Promotion vor Stipendienantritt mit sehr gutem Ergebnis (mindestens magna cum laude bzw. sehr gut) abgeschlossen haben. Die Promotion darf zu diesem Zeitpunkt nicht länger als zwei Jahre zurückliegen; bei Medizinern zählt die Zeit seit der Erlangung der Approbation. Eine Bewerbung in der Endphase der Promotion ist möglich.

    Die Promotion soll in der Regel vor Vollendung des 30. Lebensjahres abgeschlossen worden sein. Nachgewiesene Zeiten für die Wehrpflicht oder den Zivildienst und für Kindererziehung (2 Jahre pro Kind, maximal 5 Jahre) werden angerechnet.

    Eine Bewerbung ist nicht möglich, wenn der Kandidat bzw. die Kandidatin zum Zeitpunkt des geplanten Stipendienantritts bereits mehr als ein Jahr als Postdoktorand im Ausland tätig war oder von anderer Seite als Postdoktorand im Ausland gefördert worden ist. Bewerbungen aus dem Ausland werden in aller Regel nur für einen Forschungsaufenthalt in einem Drittland berücksichtigt. Für eine Weiterförderung im derzeitigen Gastland bedarf es besonderer Gründe. Ein Postdoc-Aufenthalt an derselben ausländischen Institution, an der zuvor die Promotion durchgeführt wurde, wird nicht gefördert.

    Für ein und dasselbe Vorhaben kann in der Regel nur ein Stipendium vergeben werden; sind zum Beispiel für die Durchführung eines Forschungsvorhabens Aufenthalte in verschiedenen Ländern notwendig, so ist dies im Antrag anzugeben.

    Das geplante Forschungsprojekt sollte von den Bewerbern in einem selbstständig erarbeiteten und mit dem Gastgeber abgestimmten Forschungsplan dargelegt werden.

    Bei der Beurteilung der Bewerbung wird entscheidendes Gewicht auf eine klare und ausführliche Begründung des Forschungsvorhabens gelegt. Diese Begründung sollte neben dem Hinweis auf die eigenen Vorarbeiten auch auf die Bedeutung des Fachgebiets für die deutsche Forschung und auf die Frage eingehen, warum es wichtig ist, dieses Vorhaben im Ausland und an dem vorgesehenen Institut zu erarbeiten. Außerdem sollten erste wissenschaftliche Veröffentlichungen in einschlägigen Fachzeitschriften vorgelegt werden.

    Die der Bewerbung beizufügenden Gutachten von zwei Hochschullehrern einer deutschen (im Ausnahmefall auch ausländischen) Hochschule sollten insbesondere auf die persönliche und wissenschaftliche Eignung des Bewerbers bzw. der Bewerberin für das geplante Vorhaben eingehen. Eines der Gutachten muss vom Betreuer bzw. der Betreuerin der Doktorarbeit erstellt werden.

    Bitte beachten Sie auch die Hinweise für Graduierte und Promovierte. Dort finden Sie weitere Informationen zu den Stipendien, zu den allgemeinen Bewerbungsvoraussetzungen und zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren.

    Bewerbungsunterlagen
    Bewerbungsunterlagen sollten angefordert werden beim DAAD, Referat 311,
    E-Mail: postdoc@daad.de

    Bitte beachten Sie die Hinweise für Postdoc-Stipendien, bevor Sie Ihren Stipendienantrag ausfüllen.
    Bewerbungsunterlagen


    Bewerbungstermin und -ort
    Bewerbungen werden direkt beim DAAD eingereicht. Bewerbungen für Kurzstipendien (3 bis 6 Monate) sind jederzeit möglich, müssen jedoch mindestens drei Monate vor Antritt des Auslandsaufenthalts vollständig beim DAAD vorliegen.

    Für Stipendien mit einer Laufzeit von mehr als 6 Monaten werden über das Jahr drei Bewerbungs- und Auswahltermine angeboten:

    Bewerbungsschluss: 15. November
    Auswahltermin: im Februar
    Stipendienantritt frühestens: 1. April

    Bewerbungsschluss: 15. März
    Auswahltermin: im Juni
    Stipendienantritt frühestens: 1. August

    Bewerbungsschluss: 15. Juni
    Auswahltermin: im Oktober
    Stipendienantritt frühestens: 1. Dezember

    Die Auswahl erfolgt durch eine Hochschullehrer-Kommission des DAAD, die sich aus Vertretern der verschiedenen Fachdisziplinen zusammensetzt. Bei der Beurteilung eines Antrags stehen die Qualifikation des Bewerbers und die wissenschaftliche Qualität und Durchführbarkeit des Vorhabens im Mittelpunkt.

    Sonstiges
    Kontakte zum vorgesehenen ausländischen Gastgeber werden vom Bewerber bzw. der Bewerberin selbst hergestellt. Bewerbungen für einen Forschungsaufenthalt bei ausländischen Wissenschaftlern, die von der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefördert worden sind, sind zunächst bei dieser Stiftung (Jean-Paul-Straße 12, 53173 Bonn) einzureichen.

    Zur Erleichterung der beruflichen (Wieder-)Eingliederung und zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Auslandsaufenthalts kann Stipendiaten und Stipendiatinnen, die ohne Beschäftigungsverhältnis oder anderweitige Förderung sind, nach Rückkehr von einem mindestens einjährigen Stipendium eine maximal sechsmonatige Überbrückungsbeihilfe gewährt werden. Einzelheiten werden auf Anfrage mitgeteilt.


    Länderbezogene Informationen

    Weitere Förderprogramme anderer Stellen
    Die brasilianische Koordinierungsstelle für die Förderung des Hochschullehrernachwuchses CAPES bietet jährlich bis zu 10 Stipendien für deutsche Graduierte an. Sie sind bestimmt für Forschungsarbeiten an einer brasilianischen Hochschule im Zusammenhang mit einer Promotion an einer Hochschule in Deutschland. Die Stipendiendauer beträgt in der Regel 1 Jahr, maximal 2 Jahre. Die Laufzeit richtet sich nach dem brasilianischen Hochschuljahr, das heißt von März bis Februar. Voraussetzung für eine Bewerbung sind neben dem Studienabschluss an einer deutschen Hochschule der schriftliche Nachweis der Betreuung durch einen brasilianischen Hochschullehrer sowie gute Grundkenntnisse der portugiesischen Sprache.

    Informationen zu DAAD-Programmen

    Die Stipendien beginnen im Frühjahr 2003 oder Sommer/Herbst 2003.

    Neben der Förderung des Studiums an lateinamerikanischen Hochschulen und von Ergänzungs- und Aufbaustudien für Graduierte in allen Ländern Lateinamerikas bestehen Förderungsmöglichkeiten für Feld- und Archivarbeiten von Doktoranden und jüngeren promovierten Wissenschaftlern.

    Für Mediziner mit Approbation wird ein Studienaufenthalt in Lateinamerika besonders interessant sein, falls sie sich tropenmedizinischen Studien widmen möchten.

    Für Bewerberinnen und Bewerber, die lediglich ihre Kenntnisse in der Sprache des Gastlandes vervollständigen oder allgemein landeskundliche Studien treiben möchten, stehen keine Stipendien zur Verfügung.


    Informationen zum Hochschul- und Studiensystem

    Studienjahr: In den meisten Ländern März bis Dezember; Mexiko August/September bis Juni

    Sprachkenntnisse: Erforderlich sind gute spanische bzw. portugiesische, für einige Länder im karibischen Raum entsprechend gute englische bzw. französische Sprachkenntnisse.

    Hoffentlich helfen diese zahlreichen Infos weiter!

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