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  1. #1
    Kalle ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
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    27.12.2005
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    32

    Finanzkrise und Privatvermögen

    Angesichts der Finanzkrise fragt man sich, wie sicher ist unser Vermögen aufgehoben, folgende Fragen?

    - wie ist euer Kenntnisstand, wie sicher ist nun das Geld bei den Sparkassen?
    - wie sicher ist es bei Direktbanken?
    - welche Papiere sind denn am sichersten, wie z.B. Bundesschatzbriefe etc

  2. #2
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von Kalle Beitrag anzeigen
    Angesichts der Finanzkrise fragt man sich, wie sicher ist unser Vermögen aufgehoben, folgende Fragen?
    Ich antworte mir in diesen Fällen immer folgende Antworten:

    - wie ist euer Kenntnisstand, wie sicher ist nun das Geld bei den Sparkassen?
    Die erste Bankenpleite, von der ich je erfuhr, war die der Stadtsparkasse Schwetzingen. Das war 1998 und die zahlreichen, faulen Kredite in der Bilanz kamen im Rahmen ihrer Übernahme durch die Sparkasse Heidelberg ans Licht. Oberster Aufsichtsratsoberboss in der Zeit davor war der damalige Bürgermeister von Schwetzingen, Gerhard Stratthaus, der kurz zuvor zum Finanzminister von Baden- Württemberg geworden war. (Bock-> Gärtner)
    Auf den Lasten bleiben letztendlich die Gewährsträgergemeinden und damit die Steuerzahler sitzen.
    Bis dahin glaubte ich, die Banken lebten von der Differenz zwischen Soll- und Habenzinsen, und könnten überhaupt nicht pleite gehen.
    - wie sicher ist es bei Direktbanken?
    Bei Direktbanken, die keine Kredite vergeben, ist es sicherer als bei Stadtsparkassen und Raiffeisenbanken, wo die Bürgermeister und deren Söhne die Aufsicht führen und auf kommunaler Ebene gemauschelt wird auf Teufel komm raus.
    - welche Papiere sind denn am sichersten, wie z.B. Bundesschatzbriefe etc
    Wenn Deutschland zahlungsunfähig wird, sind die Schuldverscheibungen des Bundes genauso viel wert wie einseitig bedrucktes Klopapier; nur härter.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  3. #3
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    18.06.2006
    Beiträge
    3.634
    Tatsache bei dieser Krise ist aber auch, dass man im Prinzip das Bundesamt für Finanzdienstleistungen Bafin und manche andere Kontrollbehörde, die Landes- und Bundesfinanzministerien untersteht auflösen kann.

    Diese haben entweder in ihrer Aufgabenerfüllung kläglich versagt oder aber konnten nichts dagegen tun. In beiden Fällen sind sie überflüssig.

    Nach dem Insolvenzgesetz kann ein Bundesland bzw. die Bundesrepublik selbst nicht pleite gehen. Was anderes ist natürlich der Faktor Inflation, der weiteres Geld vernichtet und erheblich in das Leben von Otto Normalverbraucher eingreifen wird. Und die IG Metall hat ja schon wieder Zurückhaltung in der künftigen Lohnrunde angekündigt bzw. will einen geringen Aufschlag über eine lange Laufzeit fordern.

  4. #4
    mindmapp88 ist offline "Student" (20-79 Beiträge)
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    20
    Zitat Zitat von Kalle Beitrag anzeigen
    Angesichts der Finanzkrise fragt man sich, wie sicher ist unser Vermögen aufgehoben, folgende Fragen?

    - wie ist euer Kenntnisstand, wie sicher ist nun das Geld bei den Sparkassen?
    - wie sicher ist es bei Direktbanken?
    - welche Papiere sind denn am sichersten, wie z.B. Bundesschatzbriefe etc
    Warum denkt man immer nur in Richtung Sicherheit wenn es um sein Vermögen geht!?

    Vielmehr muss doch die Frage gestellt werden, was genau macht die Bank eigentlich mit unserem Geld? Wo wird dieses Geld investiert und v.a. zu welchem Zwecke? Darüber finde ich muss es mehr Aufklärung, mehr Transparenz geben.

    Im zweiten Schritt kann ich mir dann Gedanken darüber machen, inwiefern mein Geld dort sicher angelegt ist.

  5. #5
    SummaCumLaude ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    01.03.2006
    Beiträge
    1.039
    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Tatsache bei dieser Krise ist aber auch, dass man im Prinzip das Bundesamt für Finanzdienstleistungen Bafin und manche andere Kontrollbehörde, die Landes- und Bundesfinanzministerien untersteht auflösen kann.

    Diese haben entweder in ihrer Aufgabenerfüllung kläglich versagt oder aber konnten nichts dagegen tun. In beiden Fällen sind sie überflüssig.

    Nach dem Insolvenzgesetz kann ein Bundesland bzw. die Bundesrepublik selbst nicht pleite gehen. Was anderes ist natürlich der Faktor Inflation, der weiteres Geld vernichtet und erheblich in das Leben von Otto Normalverbraucher eingreifen wird. Und die IG Metall hat ja schon wieder Zurückhaltung in der künftigen Lohnrunde angekündigt bzw. will einen geringen Aufschlag über eine lange Laufzeit fordern.
    Die IGM hat Zurückhaltung singnalisiert. Das ist richtig und angebracht, allein mir fehlt der Glaube.

    Aber um zur Rolle der Bafin und deren Versagen zu kommen. Mag sein, dass ich hier nicht alles mitbekomme, was in Deutschland passiert und berichtet wird - aber was ist denn der Bafin konkret genau vorzuwerfen? Natürlich wäre es schöner, wenn es die momentanen Probleme im Kreditwesen und damit einhergehend in der Erwartungshaltung, was den Wertpapierhandel anbelangt, gibt. Aber eigentlich sind all die Probleme nicht wirklich aus illegalen Aktivitäten entstanden, sondern sind historisch begründet in legaler Gestzgebeung (sic!) und daraus rsultierenden Kreditgeschäften. Imho geht das überwiegend auf die Ära Clinton zurück, die massiven Druck auf Fannie Mae und Freddie Mac ausgeübt hat, um die sogenannten "low prime mortageges" ohne grossen Hintergrund-Check an kleine Leute zu vergeben. Weil den Banken bewusst war, dass diese Kredite ein grosses Risiko in sich bergen, wurden Ausfallsicherungen staatlicher Seite gewährt (oder zumindest damals versprochen). Die Idee war in erster Linie die sozalistische Idee vom Wohneigentum für Alle, und dass "Hausbesitzer keine Revolution beginnen". Ein schönes Konzept an sich, allein es besteht das Problem es zu finanzieren. Mag aber auch sein, dass im Wissen um einen bevorstehenden Regierungswechsel und eine nachfolgende republikanische Regierung (und auch dem zeitgleichen Zeitdruck noch Signale zu setzen) die Folgen unerschätzt wurden. Wie die Geschichte weiterging ist dann ja hinlänglich bekannt.

    Was nun die Folgen - insbesondere auch für "kleine" deutsche Sparer anbelangt: es war nicht allein die Gier der Banken, die zu diesem Szenario geführt hat. Mindestens genauso auch die Gier eben jener Sparer. Welcher Kunde hat denn am Bankschalter dankend abgelehnt, als ihm/ihr hohe Renditen in Aussicht gestellt wurden? Wer hat sich für die konservativen aber weniger ertragreichen Anlageformen entschieden? Niemand! Und möge jetzt niemand kommen und sagen, den Leuten war das Risiko nicht bewusst. Es wurde einfach aus der Hoffnung heraus, dass alles gut geht entschieden. Wenn die Menschen immer so rational (und eben nicht Gier getrieben) entscheiden würden, gäbe es schon lange keine Casinos und Lotterien mehr!

    Mein persönliches Fazit: der grösste Fehler war, dass sich Landesbanken an hochriskanten Geschäften beteiligt haben. Das ist imho nicht ihr Aufgabengebiet, sondern eine solide Absicherung von Staatsfinanzen. Aber man wird ihnen das Zocken in Zukunft ohnehin nicht mehr gross verbieten müssen, ich denke ein Umdenken hat ohnehin eingesetzt. Für die Steuerzahler ergibt sich allerdings aus der ganzen Situation vermutlich ein riesen Gewinn. Jetzt in einer Phase der Depression an den Finanzmärkten erlauben sich die Regierungen (unter grosszügiger Schuldenaufnahme, wie sie sich sonst niemand leisten kann), sich immens im (privaten) Finanzsektor einzukaufen. Es ist nicht wirklich abzusehen, dass der gesamte Markt zusammenbricht (und wenn ist sowieso alles zu spät). Aber vermutlich werden bereits in einigen Jahren die westlichen Banken wieder genauso blühen, wie das produzierende Gewerbe es bis vor einem halben Jahr noch gemacht hat. Vielleicht ist der Verkauf von staatlichen Bankanteilen dann die letzte Möglichkeit, den Zusammenbruch des Rentenwesens in Deutschland noch einmal um Jahre oder Jahrzehnte heraus zu zögern.

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