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  1. #1
    zweggy ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    05.05.2010
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    4

    Dienstunfähigkeitsversicherung

    Seit rund fünf Jahren bin ich Beamter und bin auch gesetzlich versichert. Nun möchte ich mich aber auch im Falle einer Berufsunfähigkeit absichern. Nun weiß ich allerdings nicht, ob ich das bereits bin, da ich als Beamter tätig bin oder ob ich mich selbst versichern muss. Lohnt es sich dann eine private Dienstunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

  2. #2
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    25.07.2003
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    5.278

    Versicherungen leben von der Furcht der Menschen

    Zitat Zitat von zweggy Beitrag anzeigen
    Seit rund fünf Jahren bin ich Beamter und bin auch gesetzlich versichert.
    Entsetzlich versichert??? =O Ich dachte bisher, alle Beamten seien privat krankenversichert.
    Zitat Zitat von zweggy Beitrag anzeigen
    Nun weiß ich allerdings nicht, ob ich das bereits bin, da ich als Beamter tätig bin oder ob ich mich selbst versichern muss. Lohnt es sich dann eine private Dienstunfähigkeitsversicherung abzuschließen?
    Frag doch mal Deinen Dienstherrn. Der müsste das eigentlich besser wissen als jeder von uns hier.

    Ob es sich lohnt, läuft auf die Frage hinaus, worin genau Deine Aufgaben bestehen und wodurch sich eine Dienstunfähigkeit ergibt. Lohnen tut es sich immer dann, wenn die Versicherung zahlen muss. Ob und wann sie das tut, steht im Kleingedruckten. Durchlesen!

    Wie wahrscheinlich der Leisteungsfall ist, bzw. für wie wahrscheinlich Du ihn hältst, kann Dir jedoch niemand beantworten.

    Ganz allgemein gilt: eine Berufsunfähigkeit zahlt nur, wenn keine andere Versicherung zahlt. (also z.B. auch nicht die Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers, Arbeitgebers, ... )
    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist deswegen so "günstig" (und bei Versicherungsvertretern so beliebt) weil sie so selten zahlen muss

    Beispiel für eine Überlegung: Ich bin Inschinör. Ich werde für´s Denken bezahlt. Das könnte ich auch, wenn ich ein Krüppel wäre oder von irgendwelchen Krankheiten gezeichnet. (man denke an Stephen Hawking) Eine Krankheit oder ein Unfall, der mich berufsunfähig macht, macht mich gleichzeitig erwerbsunfähig. Dann aber zahlt die gesetzliche Rentenversicherung.

    So oder so ähnlch wird es auch bei der Dienstunfähigkeitsversicherung sein.

    Ein Lehrer, der mit den Nerven fertig ist, ist berufsunfähig; er kann keiner anderen, gleichwertigen Tätigkeit nachgehen. Ein Briefträger, der nicht mehr laufen kann, vermag immer noch Briefe zu sortieren, Briefmarken abzulecken bzw. abzustempeln, wird also weitermalochen müssen.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  3. #3
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    18.06.2006
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    3.691
    Ja, für den Ingenieur oder Naturwissenschaftler ist Stephen Hawking in der Tat das lebende Beispiel für die Unsinnigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung. Egal, was dir passiert, immer könnte die Versicherung mit dem Finger auf ihn zeigen und sagen: Guck mal, der kann es doch auch noch. Also stell Dich nicht so an. Der Eintritt des Leistungsfalls ist also seeeeeeeeeeeeeeeeehr unwahrscheinlich, zumal den o.g. Berufsgruppen ja kein festes klassisches Berufsbild gegenübersteht, sondern sie sehr vielseitig eingesetzt werden können.

    Durch eine sogenannte Verweisungsklausel behalten sich die Versicherungen vor, mit genau dieser Methode abstrakt auf andere Beschäftigungsmöglichkeiten hinzuweisen. Dabei ist auch völlig egal, ob der Betroffene unter den heutigen Bedingungen des Arbeitsmarktes tatsächlich eine Chance hätte.

    Nebenbei, so günstig sind die Beiträge zu so einer Versicherung auch nicht. Jedenfalls gibts für jeden, der sich nich nur im Büro der Gefahr hingibt, mit dem Kopf auf die PC-Tastatur zu knallen, sondern gleichzeitig auch irgendwie einer Tätigkeit im Forschungslabor nachgeht einen kräftigen Beitragsaufschlag.
    Geändert von lausitzer (24-06-2010 um 07:22 Uhr)

  4. #4
    Astir01 ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
    Registriert seit
    25.07.2003
    Beiträge
    5.278
    Eine BU- Versicherung sollte man immer im Zusammenhang mit einem berufsspeziefischen Gesundheitsrisiko sehen. Sollte ein Bäcker eine Mehlstauballergie entwickeln, ein Dachdecker plötzlich unter Höhenangst leiden, ein Zahnarzt Mitgefühl entwickeln oder der Teufel Besitz von einem Pfarrer ergreifen, dann wird sich eine BU- Vers. nicht um ihre Leistungspflicht herumdrücken können.

    Ich halte sie daher nur bei selbständigen Handwerkern u.dgl. für sinnvoll, die die Prämien u.U. sogar von der Steuer absetzen können.

    Einem Beamten würde ich es als allerletztem Raten, solch eine Versicherung abzuschließen, es sei denn, man ist Gerichtsvollzieher, beim Kampfmittelräumdienst oder beim Veterinäramt, und hat über dies noch umfassende finanzielle Verpfichtungen z.B. durch einen Hausbau, oder Unterhalt für 3 Ex- Ehefrauen mit zusammen 5 unehelichen Kindern.
    Tja, Proton müsste man sein; man würde die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf, und hätte eine nahezu unbegrenzte Lebenszeit.
    (Silvia Arroyo Camejo)

  5. #5
    miss smilla ist offline "Professor" (750-1499 Beiträge)
    Registriert seit
    30.10.2003
    Beiträge
    1.316
    Zitat Zitat von Astir01 Beitrag anzeigen
    ... oder der Teufel Besitz von einem Pfarrer ergreifen, dann wird sich eine BU- Vers. nicht um ihre Leistungspflicht herumdrücken können.

    Danke, was zum Lachen hab ich gerade gebraucht!

    (Ich stell mir gerade das entsprechende Formular vor, das die Versicherung im Falle des Schadenseintritts zuschickt:

    Zeitpunkt des Beginns der Bessessenheit:________________

    Erfolgte Versuche eines Exorzismus

    1. Versuch
    Datum:
    Methode:
    War der Exorzismus erfolgreich?
    _ Ja
    _ Nein
    _ Ungeklärt, der Betreffende liegt noch im Koma
    _ Ja, aber nicht auf Dauer.)
    Don't cry - work.
    Rainald Goetz


    Gedanken sind frei. Worte nicht ganz so.

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