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  1. #1
    luchti ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    Zweitstudium Medizin – ein kleine Anleitung

    Zweitstudium Medizin – ein kleine Anleitung

    Zwei Jahre ist es jetzt her, als ich im Internet auf der Suche nach Informationen war, die mir nützlich sein sollten einen Zweitstudienplatz im Fach Medizin zu ergattern.
    Wie ich jetzt erstaunt feststellen musste, gibt es immer noch keine wirklich guten Informationen und Tipps, wie ein solches Vorhaben richtig angegangen werden sollte.
    Da ich nun zu den Glücklichen gehöre die vor knapp 2 Jahren einen Studienplatz erhalten habe, möchte ich an dieser Stelle den Menschen eine kleine Hilfestellung bieten, die heute in der gleiche Situation stecken wie ich damals.

    Als erstes vergesst bitte die Möglichkeit einer Studienplatzklage, vor allem als jemand der schon ein abgeschlossenes Studium in der Tasche hat. Die Universitäten wehren sich mit Händen und Füßen gegen diese Zwangszulassungen.
    Der einzige realistische Weg zur Zulassung zum Zweitstudium der Medizin erfolgt über die ZVS. Wo wir schon beim Thema sind. Das jährlich entscheinende ZVS-Magazin, welches die Bewerbungsunterlagen beinhaltet, enthält auch für „Zweitstudiuminterressierte“ alle relevanten Informationen.

    Wer sich nun für diesen Weg entscheiden möchte(ich hab es getan und nicht einen Tag bereut) muss nun ein paar Dinge wissen und beachten:

    1. Die Bewerbung erfolgt wie gesagt bei der ZVS
    2. beworben wird sich nicht mit dem Abi-Zeugnis, sondern mit dem Diplom-Zeugnis o.ä.
    3. 3 Prozent aller Studienplätze sind für Zweitstudenten reserviert, die Chancen einen Studienplatz zu erhalten sind im Moment recht gut
    4. Nachfrage ist nun mal auch bei den Zweitstudienplätzen größer als das Angebot – man wird anhand seiner Leistungen aus dem ersten Studium und seiner Begründung für das Zweitstudium in ein Ranking eingegliedert, dazu später etwas mehr...
    5. wie alle ZVS-Bewerber kann der studierwütige Zweitstudent auch sieben Wünsche bezüglich des Ortes äußern, der Erfolg ist auch hier sehr stark von den Leistungen des ersten Studiums abhängig
    6. die Zulassungsbescheide der ZVS kommen alle gleichzeitig

    Nun zum spannensten Thema, das Ranking:

    Das Ranking erfolgt an Hand einer einfachen Zahl, die sich aus dem Zeugnis deines Erststudiums und der Begründung deines Studienplatzwunsches errechnet. Dabei spielt eigentlich nur die Abschlussnote deines Studiums eine Rolle.
    Für die Note „sehr gut“ erhält man 4 Punkte, für „gut“ 3 Punkte u.s.w. Dabei spielt es keine Rolle in welchem Fach diese Note entstanden ist oder auf welcher (Fach)Hochschule du diese erworben hast. Nur die Note zählt.
    Der zweite Teil der Rankingzahl ermittelt sich aus der Begründung die du für deinen Studienwunsch anführst. Dabei spielen sowohl wissenschaftliche, als auch berufliche Gründe eine Rolle. Man kann zwischen einem und elf Punkte erhalten. In ein paar Telefonaten mit den Mitarbeitern der ZVS(übrigens sehr nett und auskunftsbereit) wurde mir erörtert wie diese Punkteverteilung zustande kommt. Dies ist aber eigentlich unwichtig weil 99 Prozent aller Bewerber eh nur einen Punkt bekommen. Die seltene Ausnahme spielen höchstens Zahnmediziner, die in der MKG-Chirurgie Fuß fassen möchten.
    Ich persönlich habe in meiner Bewerbung auf eine Begründung verzichtet und höfflich um den einen Punkt gebeten, den sowieso jeder bekommt.

    Der nächste wichtige Punkt, welche Uni bekommt man ab:

    Alle ZVS-Bewerber haben da wenig Einfluss drauf. Noch schlechter sieht es bei den Zweitstudiumbewerbern aus. Dazu muss man wissen, dass nach dem die Entscheidung für eine Zusage getroffen worden ist, alle Bewerber in einen Topf geschmissen werden. Dabei wird die Note des Diploms genommen und gerundet. D.h., dass jemand mit der Note „gut“ wie 2,0 und jemand mit der Note „sehr gut“ wie 1,0 eingestuft wird. Ab dann weiß ich auch nicht wie die Entscheidungen weiter getroffen werden. Man hat dann aber schon mal einen Studienplatz.

    Ich persönlich hatte in meinem Diplom das Prädikat „gut“ und wurde mit 4 Punkten ins Rennen geschickt. Mein erster Versuch war aber erfolgreich.

    Ein Info noch zum Schluss. Für ein Medizinstudium ist man nie zu alt. Mit mir zusammen studieren viele, die die 30 kratzen oder noch älter sind.. Es sind nicht immer Zweitstudenten, sondern auch oft Sanitäter, Schwestern oder MTAs die sich einfach weiterentwickeln möchten.

    Wer noch Fragen hat, soll mir einfach schreiben. Ich wäre vor zwei Jahren froh gewesen, wenn ich Infos aus erster Hand hätte bekommen können.

  2. #2
    spiritj@gmx.de Gast

    Super Gute Allroundanleitung!

    Hallo,

    schade, dass ich Deine Info nicht vor einem Jahr gehabt habe Möchte noch ergänzen, dass das Verfahren auch für andere Studeinfächer (Biologie, Psychologie..) analog gilt. Am Besten vorher schaeuen wie hoch die benötigte Messzahl ist, denn bei einigen Fächern ist eine Begründung zwingend erforderlich, um z.B. auf 10 oder 11 Punkte zu kommen...

  3. #3
    unregistriert Gast
    Hi,
    ich bin gerade am Überlegen, ob ich mich zum Wintersemester 2005 für Medizin bewerbe. Hab bis dahin mein Erststudium der Biologie hoffentlich mit der Note "sehr gut" (wenn nicht alles schief geht) abgeschlossen. Nun würde mich natürlich interessieren, ob man nicht doch ein paar Punkte für dei Bewerbung durch wissenschaftliche oder berufliche Begründung extra einsammeln kann.
    Momentan schreibe ich meine Diplomarbeit bereits in einem Biochemischen Institut, welches sich mit der medizinischen Grundlagenforschung beschäftigt. Das Thema ist modern (von Alzheimer bis Herzinfarkt oder Krebs, wir sind auf allen Gebieten zuhause) und mein Betreuer würde wahrscheinlich auch ein Gutachten schreiben, nur leider ist er auch Naturwissenschaftler (wie alle im Institut) und er würde sich wahrscheinlich schwer tun, zu erklären, warum ich Medizin studieren muss, wenn doch alle anderen ohne auch (oder besser, weil schneller) klar kommen. Hat jemand Erfahrungen, was man tun muss, um wissenschaftliches Interesse geltend zu machen?
    Die andere Möglichkeit wäre ja, besondere berufliche Gründe geltend zu machen. Hat da jemand Erfahrungen. Ich finde es eigentlich logisch, dass z.B. für die medizinische Forschung ein Doppelstudium Biologie/Medizin sinnvoll ist. Ich verstehe eh nicht, warum die ZVS alle Bewerber in die Fallgruppe 5 steckt. Hat jemand einen Tip, wie man das anstellt, dass besondere berufliche Gründe anerkannt werden?
    Würde mich über jede Antwort freuen, schon mal Danke im Voraus.

  4. #4
    luchti ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    09.03.2005
    Beiträge
    4
    Auf die Begründung aus beruflichen Gründen würde ich verzichten. Ich geh mal davon aus, dass du im Moment keinen Beruf ausübst. Bei der beruflichen Begründung handelt es sich eher um einen Härtefallantrag im Sinne: "Wenn ich diesen Studienplatz nicht bekomme, werde ich höchst wahrscheinlich meinen Job verlieren". Ich denke dass dies in deinem Fall wahrscheinlich nicht zutreffend ist.
    Bei den wissenschaftlichen Gründen könntest du eine Chance auf ein paar zusätzliche Punkte haben. Probieren geht über studieren. Ich würde es über die klinische Seite versuchen. Irgendwelche Gutachten von Professoren und Dozenten sind sicherlich nie verkehrt. Ich selber habe allerdings keine Erfahrung damit. Ruf einfach mal bei der ZVS an.
    Schau auch mal auf die Messzahlen der letzten Semester:

    http://193.159.218.53/Service/Download/Downl_Merk.htm#M

    Die Chance auf einen Studienplatz mit der Note "sehr gut" sind sehr hoch. Ich persönlich denke, dass du auf jedenfall einen Platz bekommen würdest, wenn du dich bewirbst.

  5. #5
    Unregistriert Gast
    Danke für die Antwort, so was macht Mut!

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