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  1. #1
    coolcat_dd ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
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    ZVS-Bewerbung Hilfe zum Ortsantrag!

    Hallo an alle, die sich durch den ZVS-Bewerbungsjungel erfolgreich durchgekämpft haben.

    Bräuchte mal eure Hilfe bzw. Erfahrungen zu den s.g. Ortsanträgen.
    Ich bin 25 und möchte im WS 09/10 Pharmazie in Leipzig studieren. Habe seit meinem Abitur dann 13 Wartesemester, dürfte also keine Probleme haben einen Platz über die Wartezeitquote zu bekommen. Da ich in Dresden wohne, wäre es für mich sehr günstig in Leipzig studieren zu können.
    Leider fall ich in den Sozialkriterien in die Gruppe 5.
    Bloß ob mir ein Sozialkriterium 5 reicht, ist ja so eine Sache. Aber was nun? Es gibt ja noch dieses relativ schwammig definierte Sozialkriterium 3, diesen Ortsantrag. Gibt es hier im Forum jemanden, der tatsächlich damit erfolgreich war, und wenn ja, wie habt ihrs gemacht?

    Noch kurz ein paar Infos zu mir. Ich wohne mit meinem Freund in einer gemeinsamen Wohnung, Hochzeit für nächstes Jahr Sommer geplant, keine Kinder im Haushalt. Könnt ich in Leipzig studieren, würd ich jeden Tag mit dem Zug pendeln, was zeitlich und finanziel vertretbar wäre. Müsst ich an einen anderen Ort, hätt ich da zusätzlich Wohnkosten und auch Kosten für die Heimfahrten jedes Wochenende. Davon abgesehen will ich das aufgrund meiner Beziehung gar nicht.

    Meint ihr ich hab irgendwelche Chance doch nach Leipzig zu kommen?
    Vielen lieben Dank schonmal für eure Antworten.

  2. #2
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Sag ich doch, meine Erinnerung trügt mich nicht: Bei einfachen Bahnfahrzeiten von 1:30 h bis 1:50 h zwischen den Hauptbahnhöfen von Dresden und Leipzig würde ich die Idee mit dem Pendeln mal ganz schnell wieder fallen lassen.

    Wenn Du von der Wohnung noch zum Bahnhof und vom Bahnhof noch zur Uni musst, kommen da für den einfachen Weg gut und gerne mehr als 2 Stunden heraus.

    Was der Berufspendler, der nach dem 8-Stunden-Tag alles fallen lässt und nach Hause geht, vielleicht verkraften kann, dürfte mit dem studentischen Lernalltag nicht kompatibel sein.

    Zu Vorlesungen in den Morgenstunden zu erscheinen, dürfte damit eine reichliche Herausforderung sein. Und wenn dann am Spätnachmittag Praktika anstehen, dürfte auch der Zug in die Heimat etwas später fahren, so dass ganz schnell wenig Zeit für die Aufarbeitung des Stoffes und für den Schlaf bleibt.

    Du tust Dir und Deinem Schatz vermutlich einen größeren Gefallen, wenn ihr Eure Zweisamkeit tatsächlich auf Wochenende und Semesterferien konzentriert und Du Dir eine Studentenbude in Uninähe suchst.

    Da es keinen sachsenweiten Verbundtarif und auch kein Semesterticket mit dieser Reichweite gibt, kommt als Fahrausweis wohl nur eine DB-Monatskarte mit IC/ICE-Nutzung in Frage, deren Kosten möglicherweise nicht weit entfernt sind von denen einer studentengeeigneten Unterkunft vor Ort (wo weitere Fahrtkosten durch das lokal gültige Leipziger Semesterticket abgegolten sind).

    Und je nach Bedürftigkeit und BaföG-Anspruch solltest Du Dir auch die Sache mit der Heirat nochmal überlegen. Möglicherweise ist es sinnvoll die zu verschieben, wenn Du BaföG-Förderung in Anspruch nehmen willst, da ansonsten ggf. eine Unterhaltspflicht Deines dann Ehemannes gegengerechnet wird.

  3. #3
    coolcat_dd ist offline "Abiturient" (0-19 Beiträge)
    Registriert seit
    25.03.2009
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    2
    Vielen Dank für deinen Beitrag, leider hast du mir nicht weiterhelfen können, da du mir meine Fragen nicht beantworten konntest.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Sag ich doch, meine Erinnerung trügt mich nicht: Bei einfachen Bahnfahrzeiten von 1:30 h bis 1:50 h zwischen den Hauptbahnhöfen von Dresden und Leipzig würde ich die Idee mit dem Pendeln mal ganz schnell wieder fallen lassen.
    Da trügt dich deine Erinnerung, Fahrzeit nur 1h mit dem IC, ausserdem wohn ich gleich am Bahnhof.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Da es keinen sachsenweiten Verbundtarif und auch kein Semesterticket mit dieser Reichweite gibt, kommt als Fahrausweis wohl nur eine DB-Monatskarte mit IC/ICE-Nutzung in Frage, deren Kosten möglicherweise nicht weit entfernt sind von denen einer studentengeeigneten Unterkunft vor Ort (wo weitere Fahrtkosten durch das lokal gültige Leipziger Semesterticket abgegolten sind).
    Auch hier habe ich mich genauestens informiert: Da ich während der Semesterferien keine Monats- bzw. Wochenkarte benötige, komme ich auf 160 EUR monatlich. Weit unter dem, was mich Unterkunft + Heimfahrten jedes WE kosten würden. Ausserdem kann man die Fahrzeit gut nutzen um nochmal die Nase in die Bücher zu stecken. Und glaub mir, ich weiss, was Stress ist.

    Zitat Zitat von lausitzer Beitrag anzeigen
    Und je nach Bedürftigkeit und BaföG-Anspruch solltest Du Dir auch die Sache mit der Heirat nochmal überlegen. Möglicherweise ist es sinnvoll die zu verschieben, wenn Du BaföG-Förderung in Anspruch nehmen willst, da ansonsten ggf. eine Unterhaltspflicht Deines dann Ehemannes gegengerechnet wird.
    Thema Hochzeit, ja da hast du Recht, mein Bafög würde gekürzt werden. Aber das würde sich durch Steuerklasse III bei meinem Mann positiv zu Buche schlagen. Ausserdem würde sich der zurückzuzahlende Bafög-Betrag drastisch reduzieren. Warum also das Heiraten 4 Jahre nach hinten verschieben?

  4. #4
    lausitzer ist offline "Rektor" (3000 - 5999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von coolcat_dd Beitrag anzeigen
    Da trügt dich deine Erinnerung, Fahrzeit nur 1h mit dem IC, ausserdem wohn ich gleich am Bahnhof.
    Der IC fährt nur alle zwei Stunden. Die Frühverbindung zur ersten Vorlesung startet dann um 5:54 Uhr und ist reservierungspflichtig, also vermutlich überfüllt und nur noch mit Stehplätzen. Sag mir nicht, dass man sich da ordentlich vorbereiten und lernen kann. Ich bin selbst jahrelang täglich mit der Regionalbahn zu meinem Studienort gependelt und war froh als das in der Diplomarbeitsphase dann ein Ende hatte, weil ich die an einem anderen Ort schrieb und da nur eine knappe halbe Stunde radeln musste.

    Neben Abstrichen bei Früh- und Abendveranstaltungen an der Hochschule fehlt auch der Kontakt zu den Kommilitonen. Sich in Lerngruppen zu organisieren und gemeinsam den Stoff nachzuarbeiten, ist deutlich erschwert. Vom "Studentenleben" rede ich gar nicht erst. Gut, das könntest Du auch in Dresden haben, aber dann berichtest Du Deinen Kommilitonen immer aus einer "Parallelwelt" und stehst wieder daneben. Einziger Vorteil: So die SLUB in Dresden auch über die notwendige pharmazeutische Fachliteratur verfügt, müsstest Du Dich mit Deinen Kommilitonen nicht drum prügeln.



    Thema Hochzeit, ja da hast du Recht, mein Bafög würde gekürzt werden. Aber das würde sich durch Steuerklasse III bei meinem Mann positiv zu Buche schlagen. Ausserdem würde sich der zurückzuzahlende Bafög-Betrag drastisch reduzieren. Warum also das Heiraten 4 Jahre nach hinten verschieben?

    Na, wenn es für ewig halten soll, dann machen die vier Jahre auch keinen Unterschied, sondern sind vielmehr noch mal eine schöne Prüfungsphase Ich habe ja nicht vollkommen davon abgeraten, nur angemahnt mal rational nachzurechnen, bevor man emotionale Entscheidungen trifft, die sich dann als Fehler erweisen. Klar steht das Ergebnis der Rechnung noch nicht vorher fest.

  5. #5
    Paracelsus ist offline "Dekan" (1500-2999 Beiträge)
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    Zitat Zitat von coolcat_dd Beitrag anzeigen
    Ich bin 25 und möchte im WS 09/10 Pharmazie in Leipzig studieren.
    Schlechte Idee, Leipzig ist zwar eine tolle Stadt, aber kein allzu guter Ort für das Pharmaziestudium: eher klein, mäßige Ausstattung, Professoren, die wegen Wissenschaftsbetrugs aus der Lehre entfernt wurden (Süß/Nieber). Halle ist die Nachbarstadt mit dem weniger attraktiven Image (zu Unrecht, wie ich finde, da es ein schöner Ort zum Studieren ist) und mit der weitaus besseren Pharmazie-Fakultät!

    Zitat Zitat von coolcat_dd Beitrag anzeigen
    Könnt ich in Leipzig studieren, würd ich jeden Tag mit dem Zug pendeln, was zeitlich und finanziel vertretbar wäre.
    Lausitzer kann ich nur beipflichten, aufgrund meiner näheren Kenntnis der Gegend und der Gegebenheiten:
    Vergiss es einfach, das kannst Du mit dem Studium nicht dauerhaft in Einklang bringen! Wenn Du, wie es ganz normal ist, um 8 Uhr zu Vorlesung, Seminar oder Praktikum (Anwesenheitspflicht!) da sein willst, musst Du in Dresden um 5:54 Uhr den IC nehmen, bist um 07:05 in Leipzig und musst dann vom Hauptbahnhof 14(!) Stationen mit der Straßenbahn bis zur Schönauer Straße (südlich von Grünau) fahren, um dann ca. eine halbe Stunde am Institut mehr oder weniger vertrödeln zu müssen (Bibliotheken sind um die Zeit eher noch nicht geöffnet). Die Zeit hast Du gar nicht, jeden Tag effektiv 3-4 Stunden fürs Pendeln zu verschwenden - es sei denn, Du schläfst dauerhaft nur 4 Stunden pro Nacht. Ich glaube, Du unterschätzt den Präsenz- und Heimlernaufwand des Studiums ein wenig. Außerdem sind die Kosten für diese Pendelei nicht zu unterschätzen, ein WG-Zimmer in einem schönen, sanierten Leipziger Altbau ist hingegen ziemlich günstig zu bekommen. Da es eine für Dich pendeltaugliche Entfernung ist, ist die Wochenendheimfahrt auch nicht so ein Drama. Du bist ja freitags quasi zum Abendessen zuhause.

    Zitat Zitat von coolcat_dd Beitrag anzeigen
    Meint ihr ich hab irgendwelche Chance doch nach Leipzig zu kommen?
    Ohne Kinder oder pflegebedürftige Angehörige oder ein unabkömmliches soziales Engagement hat ein Ortsantrag wenig Chancen. Allerdings liegen die Chancen nicht schlecht, nach 13 Wartesemestern einfach so dort hinzukommen - ggf. auch nach Halle, auch wenn die Fahrzeit durchs Umsteigen länger ist.

    P.
    Geändert von Paracelsus (25-03-2009 um 22:25 Uhr)

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