SonneMondSterne 2011 - Und plötzlich war es hell
Die Beats wummern in den Ohren. Und das, obwohl wir das Gelände noch nicht betreten haben. Schon von weitem waren die riesigen Scheinwerfer, die ihre Lichter in alle Himmelsrichtungen werfen, zu erkennen. Es ist 23.30 Uhr.
Das Zelt steht. Deichkind spielen quer durch ihre Alben auf der Hauptbühne, hinter der wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben.
Die ersten Schritte zum Festival führen uns durchs Dunkle über stillgelegte Bahnschienen, vorbei an roten und blauen Flutlichtern, die uns das letzte Stück des Weges weisen.
Hinter einer kleinen Brücke eröffnet sich dann für die beiden Festivalreporter ein glänzender Anblick: Ein sehr liebevoll gestaltetes Gelände, dessen Detailreichtum man auf den ersten Blick sehen kann. Hier ein Lichtspiel, da eine riesige Discokugel, auf den Zelten wieder eine Lichtprojektion. In den Zelten hängen Kronleuchter, Blättergebilde und Lichtvorhänge. Und der Beat wummert.
10.000 Besucher geben sich hin
The Bloody Beetroots lassen im Hauptzelt die Plattenteller kreisen, während Moby auf der großen Bühne wie auch schon beim Sea of Love mit einer großen Band und Sängerin auftritt.
Im großen Zelt werden an diesem Wochenende u.a. Erol Alkan, DJ Rush, Carl Cox, Miss Kittin und Fritz Kalkbrenner Tanzbares aus den Boxen bringen. Zu den Headlinern des 15. Geburtstags des kleinen Festivals in Thüringen gehören The Chemical Brothers, Mr Oizo, Swedish House Mafia und Markus Meinhardt.
Die etwa 10.000 Besucher des 15. SonneMondSterne Festivals konnten auf 2 Bühnen, in 5 Zelten, an der Strandbar und auf dem eigenen Partyboot aus ca. 150 Acts, die im Elektro, Techno, House oder Drum ´n Bass Zuhause sind, wählen. Wir wandern von der Bühne in das Drum ´n Bass Zelt, vorbei an tanzenden Menschen, die es verstehen, sich ganz der Musik hinzugeben. Das ist eigentlich auch nicht schwer, da es an jeder Ecke etwas auf Ohren und Augen gibt. Der Brite DJ Fresh findet mit Drum ´n Bass seinen Weg von den Turntables bis in die Gehörgänge der Feierwütigen und macht sie für kurze Zeit taub. 48 Stunden wird das ganze Spektakel dauern. Man verliert jegliches Zeitgefühl. Noch im Dunkeln wechseln wir zwischen Elektro- und Drum ´n Bass-Zelt. Beim nächsten Hinaustreten ist es plötzlich hell. Aber Zeit spielt hier keine Rolle. Wenn wir könnten, gibt uns das SMS auf der BRB Allstars-Bühne die Möglichkeit, zwei Tage durchzutanzen.
DJs lassen kreisen
Die DJs lassen ihre Plattenteller kreisen, sampeln bekannte und unbekannte Songs, aber für die meisten Besucher ist dies irrelevant, es geht ihnen ums Tanzen.
Anders als auf vielen Festivals in Deutschland verstehen die Macher des SMS die Wünsche und Vorstellungen ihrer Besucher sehr gut und gehen mit viel Liebe an die Dinge heran, sowohl bei der Auswahl der Künstler als auch bei der Gestaltung des Geländes, der Bühnen und Zelte.
Das Schöne beim SonneMondSterne ist, dass man sich einfach treiben lassen kann und keinen Druck haben muss, irgendwo nach vorne zu kommen oder pünktlich irgendwo zu einem 30-minütigen Auftritt sein zu müssen, da die Acts zum Teil über zwei Stunden ihre Beats raushauen.
Sonntagvormittag zieht es uns zu einem abschließenden Eindruck ein letztes Mal auf das Gelände. Es ist hell, die Sonne scheint und nur wenige haben schon ihren Heimweg angetreten. Und wenn die Übrigen diesen noch immer nicht gefunden haben, tanzen sie bestimmt im nächsten Jahr noch immer.





