Absolventenmatrix 2011: Die Situation der Berufseinsteiger

von Heike Philipp
Absolventenmatrix 2011
Foto: Thinkstock

Zu engagiertem Arbeiten sind Berufseinsteiger bereit, aber nicht ohne den entsprechenden Freizeitausgleich. Dies geht aus der aktuellen Absolventenmatrix 2011 hervor. Verstärkt legen Absolventen und Young Professionals Wert auf eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit. In der Realität ist das nicht immer der Fall, wie 22% der Studienteilnehmer angeben.

Die Studie „Absolventenmatrix 2011“ beleuchtet das Leben von Absolventen und Young Professionals zu ihren Einstellungen, Werten, Plänen und ihrer Situation im Berufsleben. Unter den Befragten sind jeweils die Hälfte Absolventen (Durchschnittsalter: 26 Jahre) und Young Professionals (Durchschnittsalter: 29 Jahre). Dies ist die dritte Durchführung der Studie. 2005 und 2008 wurden ebenfalls Matrizen erstellt, um die befragte Zielgruppe besser einschätzen und unterstützen zu können.

Karriereplanung & Bewerbungssituation

Situation der Berufseinsteiger
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Dabei kristallisiert sich heraus, dass sowohl Absolventen als auch Young Professionals ihr Studium primär mit Unterstützungszahlungen der Eltern (43,7%) und durch Nebenjobs (30,7%) finanzieren. BAföG taucht mit 12,8% an dritter Stelle auf. Nach dem Studium eine Karriere zu starten ist ohne das Internet kaum mehr möglich. Da verwundert es nicht, dass das Internet das meist genutzte Medium für die Karriereplanung ist (89% Internetrecherche, 81% Jobbörsen im Internet). Monster ist die bekannteste und am häufigsten genutzte Online-Jobbörse, jedoch nicht mehr so eindeutig wie 2008 (57%). Das Karrierezentrum von UNICUM kennen 48% der Befragten und wird von Absolventen stärker als von Berufstätigen frequentiert. Zur Informationsbeschaffung ziehen die Akademiker auch Printmedien heran. Die Zeitschrift UNICUM ist seit 2005 die bekannteste und beliebteste Lektüre innerhalb der Hochschulen.

Bis zur ersten Anstellung werden im Durchschnitt allerdings mehr Bewerbungen (17,4) verschickt. 2008 waren es nur 12,3 Bewerbungen. Wenn es um die Art der Bewerbung geht, verwenden 87% die schriftlich-postalische Form. Gleichzeitig hat die Online-Bewerbung an Akzeptanz gewonnen. 55% der Befragten bevorzugen diese Art (2008: 49%), wahrscheinlich deshalb, weil sie diese als unproblematisch empfinden. Wohingegen das beinahe genauso beliebte Online-Bewerbungsformular (72%) als kompliziert und aufwendig betrachtet wird. Meist sind die Menüs unübersichtlich aufgebaut und als Bewerber ist man nicht unbedingt auf alle gewünschten Angaben vorbereitet. Dies erschwert den Bewerbungsablauf unnötig.

Viele der Absolventen fühlen sich außerdem durch die Hochschule nicht ausreichend unterstützt. Alle Studienteilnehmer bewerten auf einer Skala von 1=“sehr gut“ bis 5=“überhaupt nicht gut“ die Hochschulen durchschnittlich mit 3,1 bzw. 3,2. Drei Jahre zuvor war das Bild nicht anders. Vor allem in den Studienbereichen Geisteswissenschaften/ Kunst sowie Sozial- und Kulturwissenschaften sind sowohl Absolventen als auch Young Professionals unzufrieden. Kaum eine Hochschule bildet ihre Studenten beispielsweise darin aus, sich selbstständig zu machen. Dieser Eindruck ist ebenso in der Studentenbefragung „unicensus 2011“ festgestellt worden.

Auslandserfahrung & Flexibilität

Absolventenmatrix 2011 - Auslandserfahrung
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Die Mehrheit der Befragten hat bislang nicht im Ausland gelebt oder studiert. Doch 85% kann sich vorstellen, dies später aus beruflichen Gründen zu tun und mit einem deutschen Vertrag im Ausland zu arbeiten. Von diesen Akademikern würden 68% dauerhaft ins Ausland gehen. In den vorherigen Jahren zeigte sich außerdem, dass Absolventen flexibel, zuversichtlich und leistungsbereit im Berufsleben stehen. 2011 sind Absolventen jedoch etwas weniger flexibel und wären nicht bereit, für ihren ersten Job überall hinzuziehen (2011: 55%, 2008: 61%).

Berufseinstieg & Arbeitssituation

Trotz der schlechten Arbeitsmarktsituation blicken Absolventen und Young Professionals positiv in die Zukunft. Das Studium wird immer noch als Garant für einen Arbeitsplatz (79%) und ein höheres Gehalt (76%) angesehen. Bei letzterem schneiden jedoch Frauen, wie bereits vor drei Jahren, schlechter als Männer ab. In der Berufswelt erhalten Absolventen mehrheitlich bis zu 1000 Euro als monatliches Nettoeinkommen. Dagegen beziehen Young Professionals ein Nettoeinkommen von 1000 bis unter 2000 Euro (40%) und 2000 bis unter 3000 Euro (38%). Die Gehaltsvorstellungen der Absolventen werden zum Berufsstart nicht gleich erfüllt.

Das Arbeitsumfeld (97%) und die inhaltlichen Aufgaben (91%) sind die entscheidenden Kriterien bei der Stellenwahl, wobei das Image des Unternehmens und die Gehaltsaussichten nicht außer Acht gelassen werden. Doch stehen die Absolventen erstmal im Berufsleben verlagert sich der Fokus auf anspruchsvolle Aufgaben und flexible Arbeitszeiten. Bei der Familienplanung würden 56% der männlichen Absolventen und Young Professionals einen Teil der Elternzeit, jeder Zehnte die volle Elternzeit nehmen. Frauen wollen nach einem Teil der Elternzeit gerne entweder in Voll- oder Teilzeit ihren Beruf wieder aufnehmen. Eine ausschließliche Ausrichtung auf die Familie wünscht sich lediglich 1% der Befragten.

MINT-Bereich

Absolventenmatrix 2011 - MINT-Bereich
Foto: Thinkstock

Als spezielle Beilage zur „Absolventenmatrix 2011“ sind Akademiker aus dem MINT-Bereich befragt worden. MINT-Berufseinsteiger erachten fachliche Schwerpunkte, die sie innerhalb des Studiums setzen, als besonders relevant für ihre späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Im Ingenieurwesen/ Technik-Bereich sind es vorrangig Praktika (68%), bei den Mathematikern und Naturwissenschaftlern die fachlichen Schwerpunkte (59%) sowie eine Promotion (43%). In der Informatik/ IT sind ebenfalls erste Erfahrungen durch Praktika (51%) und studentische Jobs (45%) aus Sicht der Akademiker für die Berufsaussichten entscheidend. Also: Zusatzqualifikationen solltet ihr als MINT-Studierende in eure Studiumsplanung stets mit einbeziehen.

FAZIT

Akademiker schätzen ihre berufliche Situation generell positiv ein. In manchen Lebensbereichen haben sich die Trends der letzten Jahre bestätigt, wie zum Beispiel bei dem Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen. Alles in allem zeigt die „Absolventenmatrix 2011“, dass die Vorstellungen der Absolventen nicht unbedingt mit der Berufsrealität der Young Professionals übereinstimmen.

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