Bore-out: Die andere Büro-Krankheit

Aktuelle DUW-Studie weist auf Risiken von Bore-out im Büro hin

von Heike Philipp
Gelangweilte Frau im Büro
Foto: Thinkstock

Mitarbeiter leiden zunehmend an Bore-out: Sie sind gelangweilt vom Wenig-zu-tun-haben. In der neuesten Studie "Kompetenz- und Talentmanagement in deutschen Unternehmen" der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) geben 11 Prozent der Befragten an, dass sie in ihrem Job an Bore-out erkrankt sind.

Die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts hat ein Problem mehr: Neben Burn-out, Mobbing und Haltungsschäden taucht bei Arbeitnehmern immer häufiger das Krankheitsbild Bore-out auf. Die betroffenen Mitarbeiter fühlen sich zunächst gut dabei, während der Arbeit freie Zeit zu haben, heißt es im Buch "Diagnose Boreout. Warum Unterforderung im Job krank macht" von Philippe Rothlin und Peter R. Werder. Auf einmal bleibt Zeit, um sich um private Angelegenheiten zu kümmern. Andere Mitarbeiter arbeiten dafür umso mehr und haben mit der Zeit einen Burn-out. Je länger dieses Missverhältnis im Unternehmen existiert, desto eher vermeiden die unterforderten Mitarbeiter neue Aufgaben und der Moment des Bore-outs setzt ein.

Bore-out und seine Symptome

Unter Bore-out wird eine Kombination aus Unterforderung, Desinteresse und Langeweile verstanden. Laut der DUW-Studie mangelt es unterforderten Mitarbeitern an anspruchsvollen Aufgaben (53 Prozent), Verantwortung (48 Prozent) und Abwechslung (37 Prozent). Wenn dieser Zustand dauerhaft bestehen bleibt, dann entwickeln sich zahlreiche Krankheitssymptome. Wie bei einer Stressbelastung können bei Bore-out Schafstörungen, Depressionen, Müdigkeit und Gereiztheit auftreten. Mitarbeiter, die sich ständig unterfordert fühlen, fallen krankheitsbedingt öfter aus.

Ein Problem ist es zudem, dass die Mitarbeiter ihre Situation zumeist nicht kommunizieren. Stattdessen täuschen sie Geschäftigkeit vor. Deshalb sollte ein Vorgesetzter seine Mitarbeiter und ihre Auslastung genau im Blick haben, um eine solche Entwicklung rechtzeitig zu erkennen. Dann kann er wirksam gegen Bore-out vorgehen und die Gegebenheiten anpassen. Wenn Qualität und Quantität der Arbeit ungleich auf die Mitarbeiter verteilt sind, werden die Fachkräfte von den Vorgesetzten nicht effizient eingesetzt. Ein Mitarbeiter sollte das Gefühl haben, sich mit einbringen zu können und etwas zu bewirken. Denn wer seine eigenen Ideen verwirklicht sieht, identifiziert sich automatisch mit seiner Arbeit und empfindet darüber Freude. Doch als Mitarbeiter kann man auch selbst aktiv werden.

Sieben Tipps für Mitarbeiter bei krankhafter Langeweile im Büro

Kritzelei aus Langeweile
Foto: Thinkstock
  • Wenn sich die Gelegenheit ergibt, solltet ihr eigene Ideen entwickeln. Dies zeugt von Engagement und bietet die Möglichkeit, Ideen selbst umzusetzen.
  • Eine Liste zu erstellen, über Ziele, die mit eurer Stelle verbunden sind, macht klar, was ihr bisher erreicht habt und noch erreichen wollt.
  • Entspricht eine Aufgabe/ eine Abteilung im Unternehmen mehr euren eigenen Erwartungen, dann empfiehlt es sich, ein Gespräch mit den Mitarbeitern zu führen. Dadurch eröffnen sich euch neue Horizonte.
  • Den Horizont erweitern könnt ihr auch, indem ihr euch weiterbildet, Kompetenzen ausbildet und für neue Aufgaben qualifiziert.
  • Dazu kann ein "objektiver" Blick von einem Dritten helfen, die eigene Situation zu erfassen. Welche Fähigkeiten besitze ich? Welche Ziele kann ich damit erreichen?
  • Das Gespräch mit dem Vorgesetzten zu suchen, ist in jedem Fall ratsam. Dabei solltet ihr konkrete Vorschläge für Veränderungen machen. Feedback könnt ihr regelmäßig einfordern.
  •  Wenn ihr keinen Ausweg aus der Langeweile seht und keine Veränderung zu erwarten ist, dann solltet ihr darüber nachdenken, den Arbeitgeber zu wechseln. Für diese Entscheidung solltet ihr euch allerdings Zeit und Ruhe einräumen.
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