Deutsche Forschungsinstitute: Die Zukunft der Erde erforschen

Karrierechancen in der Wissenschaft

von Denise Haberger
Foto: Thinkstock

Die nachhaltige Entwicklung unseres Planeten rückt im Wissenschaftsjahr 2012 in den Fokus. Am "Zukunftsprojekt Erde" beteiligen sich mehr als 300 Partner. UNICUM stellt einige der Forschungsinstitute vor und zeigt, welche Karrierechancen ihr dort habt.

DIE FRAUNHOFERGESELLSCHAFT

  • Was machen die? Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt auf anwendungsorientierte Forschung. Die Arbeitsgebiete der hierzulande über 80 Einrichtungen (davon 60 Fraunhofer-Institute) sind Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt. Auftraggeber sind neben der öffentlichen Hand auch Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.
  • Budget 1,8 Milliarden Euro stehen der Fraunhofer-Gesellschaft jährlich zur Verfügung. 70 Prozent erwirtschaftet sie mit Forschungsaufträgen, ein knappes Drittel kommt von Bund und Ländern.
  • Projekte im Wissenschaftsjahr Auf der diesjährigen Hannover Messe hat die Fraunhofer-Gesellschaft das "Haus der Nachhaltigkeit" ausgestellt. Darin präsentierten verschiedene Fraunhofer-Einrichtungen ihre Forschungsergebnisse, etwa zu nachwachsenden Rohstoffen oder zu Einsparpotenzialen zuhause.
  • Karrierechancen Die über 20 000 Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft kommen größtenteils aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Praktika, Stellen als Hilfskräfte, Abschlussarbeiten – Studenten haben in den Instituten viele Möglichkeiten. Die Gesellschaft will dem Nachwuchs dabei schon während des Studiums erste praktische Erfahrungen vermitteln. Doktoranden und Post-Doktoranden-Stellen gibt es natürlich auch.
  • www.fraunhofer.de/jobs-karriere

DIE MAX-PLANCKGESELLSCHAFT

  • Was machen die? 80 Institute und Forschungseinrichtungen mit fast 22.000 Mitarbeitern gehören zur Max-Planck-Gesellschaft. Seit mehr als 60 Jahren betreiben sie Grundlagenforschung auf den Gebieten Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften. Und das recht erfolgreich: Bisher brachte die Max-Planck-Gesellschaft bereits 17 Nobelpreisträger hervor.
  • Budget Fast 1,5 Milliarden Euro kann die Forschungsorganisation in diesem Jahr in ihre Arbeit investieren, das Geld kommt überwiegend aus öffentlichen Töpfen.
  • Projekte im Wissenschaftsjahr "LebensWandel – Ideen für die Welt von morgen" – diese Gesprächsreihe stellt die Forschungsarbeit der einzelnen Institute zum Thema Nachhaltigkeit vor. Aspekte sind dabei zum Beispiel Geo-Engineering und der Artenschutz.
  • Karrierechancen Nach der Promotion besteht teilweise die Möglichkeit, Forschungsgruppen aufzubauen und zu leiten. Die Max-Planck Gesellschaft beschäftigt rund 1.500 studentische Hilfskräfte, die oft für Abschlussarbeiten forschen.
  • www.mpg.de/karriere

DIE HELMHOLTZ-GEMEINSCHAFT DEUTSCHER FORSCHUNGSZENTREN

  • Was machen die? Die Helmholtz-Gemeinschaft ist ein Verbund aus 18 Forschungszentren. Mit ihrer Forschung tragen sie dazu bei, die Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten und zu verbessern. Dazu forschen die Mitglieder in sechs Bereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr.
  • Budget Die Helmholtz-Gemeinschaft verfügt 2012 über 3,4 Milliarden Euro. Der Großteil kommt aus der Staatskasse, ein Drittel werben die Forscher als Drittmittel ein.
  • Projekte im Wissenschaftsjahr Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung etwa lässt Naturfreunde unter dem Motto "Citizen Science" nach dem Rosengewächs "Großer Wiesenknopf" suchen und hofft darauf, dass sie ihre Beobachtungen der Forschung online zur Verfügung stellen.
  • Karrierechancen Knapp 34 000 Mitarbeiter beschäftigt die Helmholtz-Gemeinschaft. Tendenz steigend. Besonders gefragt sind Ingenieure und Naturwissenschaftler. Studenten können dort ihre Abschlussarbeit schreiben, ein Praktikum absolvieren oder als Hilfskraft erste wissenschaftliche Erfahrungen sammeln. Später winken unter anderem Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter und eine Förderung bei der Promotion.
  • www.helmholtz.de/karriere

DAS WUPPERTAL INSTITUT FÜR KLIMA, UMWELT, ENERGIE

  • Was machen die? Nachhaltige Entwicklung ist das übergeifende Forschungsfeld des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie. Seit 1991 setzt sich das Institut mit diesem Thema auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene auseinander. Die großen Umweltherausforderungen Ressourcenknappheit und Kimawandel und ihre Wechselwirkung mit Wirtschaft und Gesellschaft stehen dabei im Mittelpunkt.
  • Budget Den Großteil seines Budgets erwirbt das Institut durch Auftragsforschung, die Grundfinanzierung kommt vom Land Nordrhein-Westfalen.
  • Projekte im Wissenschaftsjahr Das Wuppertal Institut zeigt Schülern mit der "Rohstoff-Expedition", was alles in ihrem Handy steckt. Sie sollen so für den Umgang mit Rohstoffen sensibilisiert werden. Dazu entwickelte das Institut zusammen mit der Leuphana Uni Lüneburg Lern- und Arbeitsmaterial und organisierte eine Sammelaktion für ausrangierte Handys.
  • Karrierechancen Mit 200 Mitarbeitern ist das Wuppertal Institut vergleichsweise klein, gesucht werden daher auch nicht ganz so viele neue Mitarbeiter. Studenten haben dennoch eine Chance, dort zu arbeiten. Möglichkeiten gibt es als Hilfskräfte oder als Praktikanten. In Zusammenarbeit mit Universitäten können dort Studienabschlussarbeiten und Dissertationen betreut und verfasst werden.
  • www.wupperinst.org

DIE LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT

  • Was machen die? 86 Leibniz-Institute aus nahezu allen Fachbereichen haben sich in der Leibniz-Gemeinschaft zusammengeschlossen, um gemeinsame Interessen zu vertreten. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung und arbeiten dabei interdisziplinär. Ihr Augenmerk liegt auf dem Wissenstransfer, deshalb arbeitet die Gemeinschaft eng mit Hochschulen zusammen, kooperiert aber auch mit Partnern aus der Industrie.
  • Budget Der Gesamtetat liegt bei 1,4 Milliarden Euro.
  • Projekte im Wissenschaftsjahr Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung zum Beispiel unterstützt im Rahmen ihres Projektes "Urban Gardening 2.0" Hobbygärtner, die ungenützte Flächen auf Dächern, Parkdecks oder in Innenhöfen in Nachbarschaftsgärten umwandeln wollen.
  • Karrierechancen Mehr als 17.000 Mitarbeiter stehen in den Diensten der Leibniz-Institute, 3.600 davon sind Doktoranden. Kernstück der Nachwuchsförderung sind die 22 Promotionsprogramme, die Leibniz Graduate Schools. Die Doktoranden werden intensiv betreut und in weniger als drei Jahren durch das Programm gebracht. Neben der Forschung gibt es aber auch andere Einstiegsmöglichkeiten, etwa im IT-Service oder der Administration.
  • www.leibniz-gemeinschaft.de/karriere

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