Karriere an der Hochschule

Das raten ausgezeichnete Professoren

von Ann-Christin von Kieter
Foto: Thinkstock/iStockphoto

Forschung und Lehre ist euer Ding? Die von UNICUM BERUF gekürten "Professoren des Jahres 2012" verraten, wie die Chancen auf eine wissenschaftliche Laufbahn in ihrem jeweiligen Fachbereich stehen, und geben Tipps für den Einstieg.

Prof. Dr. Cornelia Denz | Foto: Privat

NATURWISSENSCHAFTEN/ MEDIZIN

Ausgezeichnet in dieser Kategorie:
Prof. Dr. Cornelia Denz, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

  • Die Chancen: Der viel zitierte "Fachkräftemangel" zeigt sich nicht nur auf dem industriellen Arbeitsmarkt. Auch die Hochschulen entwickeln viele Maßnahmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. In dieser Umbruchsphase stehen die Chancen sehr gut, eine wissenschaftliche "Traumkarriere" einzuschlagen.
  • So läuft der Einstieg ab: Viele Universitäten bieten schon für Studierende kleine eigene Forschungsprojekte an. Auch als studentische Hilfskraft kann man den Hochschulbetrieb vorab kennenlernen. Der erste Schritt nach dem Master ist die Promotion. Diese hat sich durch strukturierte Programme und Exzellenzprojekte in Forschungsverbünden vorteilhaft verändert. Spätestens in der PostDoc-Phase sollte ein Auslandsaufenthalt erfolgen. Die nächste Stufe ist eine unabhängige wissenschaftliche Tätigkeit, z.B. als Juniorprofessor oder Leiter einer Nachwuchsgruppe. Die Habilitation ist dagegen ein alter Zopf, der kaum Vorteile bietet.

Prof. Dr. Holger Timinger | Foto: Privat

INGENIEURWESEN/INFORMATIK

Ausgezeichnet in dieser Kategorie:
Prof. Dr. Holger Timinger, Hochschule Landshut

  • Die Chancen: Im Bereich der Ingenieurwissenschaften und Informatik würde ich sie als sehr gut bezeichnen. Das hat auch mit dem sich in vielen Einrichtungen vollziehenden Generationswechsel zu tun. Trotzdem: Unbefristete Festanstellungen sind im Wissenschaftsbetrieb relativ selten und gehen häufig mit der Besetzung einer Professur einher. Deshalb bietet es sich an, parallel zur Forschung gute Kontakte zur Industrie aufzubauen.
  • Wer sich besser von der Idee verabschieden sollte: Wissenschaftler arbeiten nicht nur im stillen Kämmerlein und isoliert von der Außenwelt. Wer neben fachlichen nicht auch soziale und kommunikative Kompetenzen mitbringt, wird es im typischen Berufsalltag von Wissenschaftlern schwer haben. Dazu gehört eben auch die – häufig internationale – Zusammenarbeit in interdisziplinär besetzten Teams oder auch Präsentationen auf Kongressen. Als Wissenschaftler betritt man zudem Neuland in unerforschten Themenfeldern. Das ist nichts für jemanden, der Rückschläge nur schwer einstecken kann.

Prof. Dr. Susanne Marschall | Foto: Privat

GEISTES-, GESELLSCHAFTS- UND KULTURWISSENSCHAFTEN

Ausgezeichnet in der Kategorie: Prof. Dr. Susanne Marschall, Eberhard Karls Universität Tübingen

  • Die Chancen: Es bieten sich mehr Einstiegsmöglichkeiten als in den 1980er oder 1990er Jahren. Dies gilt allerdings nicht für alle Fächer im gleichen Maß. In den frei zugänglichen und darum überlaufenen Fächern sind sie sicher schlechter als zum Beispiel in den fast überall zugangsbeschränkten Medien- oder Kommunikationswissenschaften, die noch dazu einen extrem dynamischen gesellschaftlichen Wandel begleiten.
  • Für wen es sich eignet: Zusätzlich zur wissenschaftlichen Begabung braucht man Durchhaltevermögen, Einfallsreichtum, Selbstbewusstsein und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Arbeitsenergie und Offenheit für die Bedürfnisse von Studierenden. Zu einer wissenschaftlichen Karriere sollte man sich berufen fühlen und mit Leidenschaft agieren. Wer einen geregelten 9-to-5-Job sucht, kommt an der Uni nicht weit.

Prof. Dr. Gunther Friedl | Foto: Privat

WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN/JURA

Ausgezeichnet in der Kategorie: Prof. Dr. Gunther Friedl, Technische Universität München

  • Die Chancen: Da die Nachfrage nach wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen eher zunimmt, bieten sich hervorragende Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. An spannenden Forschungsthemen besteht kein Mangel, weil wirtschaftliche Themen in unserer Gesellschaft ebenfalls immer wichtiger werden.
  • Ein möglicher Plan B: Eine wissenschaftliche Karriere macht für jeden Sinn, der grundsätzlich neugierig ist und Antworten auf bisher ungelöste Fragen entwickeln will. Selbst wenn man bei Abschluss seines Studiums noch nicht ganz sicher ist, kann eine Promotion trotzdem empfehlenswert sein. Denn auch Arbeitgeber aus der Praxis schätzen Absolventen, die nach ihrem Studium den Biss hatten, sich im Rahmen ihres Promotionsprojekts intensiv mit einem Thema zu beschäftigen und dabei alle Herausforderungen zu meistern.

Bereits zum siebten Mal wählte UNICUM BERUF zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im November die "Professoren des Jahres" in vier Kategorien. Der Wettbewerb zeichnet Hochschullehrer aus, die sich im besonderen Maße für ihre Studierenden einsetzen und sie fit für die Arbeitswelt machen.

Euer Prof hätte den Titel auch verdient? Im Mai 2013 startet der nächste Nominierungszeitraum auf www.professordesjahres.de

Diskutiert mit im Forum

Karrieretage auf der INTERNORGA in Hamburg
Ina_E.|
Welcher Job ist der richtige für mich?
Sagitarius|
Studienabbruch Medizin - Ich hasse mein Studium nur noch
Gast|
Time's running out !
BrainS|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)