Kommunikationsbranche: Jobwechsel ab zehn Prozent mehr Gehalt

Jobwechsel in der Kommunikationsbranche
Foto: Thinkstock

Winken woanders zehn Prozent mehr Gehalt, dann ist in der Kommunikationsbranche ein Jobwechsel sehr wahrscheinlich.

Was den Berufseinstieg angeht, wird durch die Umfrage im September 2012 des PR Career Center von gut 300 Young Professionals in der Kommunikationsbranche ein Klischee bestätigt: Unternehmen bezahlen besser als Agenturen. Im Durchschnitt stehen bei einem Unternehmenskommunikator mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung rund 550 Euro mehr auf dem monatlichen Lohnzettel als bei einem Agenturmitarbeiter (2.507 vs. 1.959 Euro Bruttogehalt). Diese Diskrepanz verringert sich aber im Lauf der Zeit – nach drei bis fünf Jahren ist sie nur noch etwa halb so groß (Unternehmen: 3.064 Euro, Agenturen: 2.759 Euro – alles Durchschnittswerte).

Überstunden machen sich finanziell kaum bemerkbar

Das gängige Vorurteil unzähliger Überstunden wird durch die Umfrage nicht gestützt: Fast zwei Drittel der Befragten leisten maximal fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche; nur jeder Zwanzigste kommt auf elf bis 15 Überstunden. Die werden so gut wie nie finanziell vergütet. Jeder Dritte erhält dafür immerhin einen Freizeitausgleich, zwei Drittel müssen auch darauf verzichten. Was das Fixgehalt angeht, macht sich die Mehrarbeit kaum bemerkbar: Jeweils fünf Überstunden pro Woche bedeuten am Ende des Monats rund 100 Euro mehr auf dem Konto. 

Für zehn bis 20 Prozent mehr Gehalt würden die meisten wechseln

Vor allem in Agenturen herrscht unter den Einsteigern monetäre Unzufriedenheit: Dort sagen fast zwei Drittel (65,1 Prozent) der Mitarbeiter mit bis zu zwei Jahren Erfahrung „Ich verdiene zu wenig.“ Jeder Fünfte (19,8 Prozent) gibt an, er „werde regelrecht ausgebeutet“. Jeder Sechste (16,3 Prozent) fühlt sich angemessen bezahlt. Das sieht in den Unternehmen etwas anders aus. Hier ist der Anteil derjenigen, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind, mit 38 Prozent über doppelt so hoch. Aber auch hier gibt mehr als jeder Zweite (52,9 Prozent) an, dass er zu wenig verdient; neun Prozent fühlen sich ausgebeutet. Fast 90 Prozent der Young Professionals würden für mehr Gehalt den Arbeitgeber wechseln. Die kritische Schwelle liegt hier für die meisten Befragten bei zehn bis 20 Prozent.

Frauen und Männer verdienen fast gleich – am Anfang

Auf den ersten Blick scheint in der Kommunikationsbranche fast finanzielle Gleichberechtigung zu herrschen: Männer verdienen in den ersten zwei Berufsjahren etwa vier Prozent mehr als ihre weiblichen Kollegen (2.228 vs. 2.198 Euro; Unternehmen und Agenturen gemittelt). Diese Differenz vergrößert sich aber mit zunehmender Berufserfahrung – nach fünf Jahren und mehr beträgt sie durchschnittlich 44 Prozent. Dazu passt, dass auf den Chefsesseln in der Kommunikationsbranche immer noch merklich mehr Männer als Frauen sitzen.

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