Vom Businessplan zum eigenen Geschäft - Teil 1
Interview mit Jan Olszewski, dem Mitbegründer von Youghurt in Berlin

- Foto: Privat
Wer ein eigenes Geschäft gründen möchte, kommt um einen Businessplan nicht Drumherum. Dieser Plan soll mögliche Investoren und Banken von eurer Geschäftsidee überzeugen. Im Laufe der Zeit ist der Businessplan aber auch ein Kontrollinstrument für euch: Habe ich meine Ziele erreicht? Stimmen meine Zielvorgaben?

- Foto: Youghurt
Der BWL-Absolvent Jan Olszewski hat den Sprung in die Selbstständigkeit zusammen mit seiner Frau Magi gewagt. Im Januar 2011 sah er einen Selbstbedienungsladen mit Frozen Yoghurt in Dubai. Dieses Konzept wollten sie allerdings nicht haargenau für den hiesigen Markt übernehmen. Jan und Magi erweiterten ihre Produktlinie um Müsli, Waffeln und Mini-Brote (Haps) mit der Überzeugung, dass „gerade im Müsliland Deutschland es doch genug Menschen geben müsste, die sich über eine Alternative zu Bäckereien freuen würden.“ UNICUM sprach mit Jan über seinen Weg zum Existenzgründer.
"Bei jeder Gründung gibt es gute und schlechte Tage"
UNICUM: Wann kamst du das erste Mal auf den Gedanken, ein eigenes Geschäft zu eröffnen?
Jan: Ich studierte 2006 Wirtschaft in Mailand und schrieb dort im Rahmen meines Studiums einen Businessplan für ein Frozen Yoghurt Konzept. Dabei kam mir das erste Mal die Idee zur Gründung eines eigenen Geschäfts. Schon damals überzeugten mich die positiven Eigenschaften von Frozen Yoghurt, doch es fehlte noch etwas Besonderes bei dieser Idee.
Stand es schon damals fest, dass deine Frau Mitgründerin sein würde?
Ja, von Anfang an wollten wir zusammen gründen, da sich unsere Fähigkeiten gut ergänzen. Zudem ist es bei jeder Gründung hilfreich einen Partner zu haben, um immer eine zweite Meinung zu haben.
Würdest du während deines BWL-Studiums ausreichend auf das Geschäftsleben vorbereitet?
Das BWL Studium bildete eine gute Grundlage für eine Gründung, das Meiste habe ich jedoch in der Praxis gelernt, d.h. während des Studiums im Rahmen von Praktika.
Warum hast du in Mailand Wirtschaft studiert?
Ich habe in Mailand studiert, da die SDA Bocconi einen sehr guten Ruf hat und Italien immer mein Traumland war.
Hast du bereits als Student daran geglaubt, dass du einmal Betreiber eines eigenen Geschäftes sein würdest?
Geglaubt nicht, geträumt schon.
Als Selbstständiger hat man oft keine geregelten Arbeitszeiten. Teilst du also zwangsläufig die Einstellung, Arbeit ist das halbe Leben?
Als Selbstständiger ist Arbeit sicherlich das halbe Leben, das Gute ist jedoch das einem die Arbeit als Selbstständiger meistens so viel Spaß macht, dass man sie gar nicht als Arbeit ansieht.
Die Gründung von Youghurt ist sicherlich mit vielen Hindernissen verbunden gewesen. Magst du erzählen, wie es bei euch verlaufen ist …
Die schlimmste Zeit war der Bau des Ladens. Wir wussten dass bei einem Bau vieles schief gehen kann, dies kennen ja viele vom Hausbau. Bei uns wurde aber so viel falsch gemacht, dass sich die Eröffnung um fast einen Monat verzögerte.
Hattet ihr einen Plan B, falls es nicht geklappt hätte?
Ein Plan B wäre eine weitere Gründung oder eine Rückkehr in die Festanstellung gewesen.
Legt ihr bei Youghurt bewusst so viel Wert auf Nachhaltigkeit, um euch von anderen Angeboten abzusetzen?
Wir wollen sicherlich wie bei jeder Geschäftsgründung auch mit unserem Geschäft Geld verdienen, uns ist es aber wichtig dabei auch ein gutes Gewissen zu haben, deshalb legen wir so viel Wert auf Nachhaltigkeit. Zudem wollen wir uns damit natürlich auch von anderen Angeboten absetzen.
In einem Businessplan wird ja auch ein Fahrplan für die nächsten Jahre festgelegt. Wie sieht eure Zukunft aus?
Wir wollen deutschlandweit bekannt sein und in allen großen deutschen Städten vertreten sein. Wenn dies geklappt hat, wollen wir natürlich auch im Rest von Europa Geschäfte haben.
Was würdest du Studenten empfehlen, die sich selbstständig machen wollen?
Man sollte sehr hartnäckig und ausdauernd sein. Bei jeder Gründung wird es immer so sein, dass es gute und schlechte Tage gibt. Man darf sich jedoch von den schlechten Tagen nicht beirren lassen und muss weiter an seine Idee glauben, dann wird sich der Erfolg auch einstellen.
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