5 Tipps für mehr Selbstbewußtsein im Job

Es gilt: Wer fragt, gewinnt

von Sabine Olschner
Foto: Digital Vision.

Frisch von der Hochschule fehlt Absolventen häufig der Mut, ihrem (potenziellen) Arbeitgeber gegenüber selbstbewusst aufzutreten. Aus Angst vor Fehlern vergessen viele, dass sie dem Unternehmen eine ganze Menge zu bieten haben. Fünf Jobsituationen, in denen ein starkes Ego gefragt ist.

1.) VorStellungSgeSpräch: "oh Mann, bin ich nerVöS!"

"Nervosität zuzugeben, macht einen Bewerber sympathisch", ist Bettina Stackelberg, Selbstbewusstseins-Coach für Hochschulabsolventen, überzeugt. "Doch machen Sie sich auch klar, dass Sie mit dem Personaler auf Augenhöhe sprechen. Sie sind kein Bittsteller, sondern jemand, der das Unternehmen mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten unterstützen kann."

Selbstbewusstsein zeigt sich auch darin, im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen zu stellen: "Erkundigen Sie sich nicht nur nach Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sondern fragen Sie den Personaler doch einfach mal, warum er selber gern im Unternehmen arbeitet oder wie sich das Leitbild des Unternehmens im Arbeitsalltag zeigt", so Stackelberg.

2.) ErstEr ArbEitstAg: "ich kEnnE doch niEmAndEn!"

Fragen, fragen, fragen ist der beste Tipp für Berufseinsteiger. Auf diese Weise lernt man automatisch viele Leute kennen. "Außerdem finde ich es gut, sich bei allen Kollegen vorzustellen", meint die Expertin. Auch einen Einstand mit Umtrunk zu geben, kommt meist gut an. Allerdings muss man dafür den richtigen Zeitpunkt finden: Wenn die Abteilung gerade in Arbeit versinkt, sollte man als Neuling lieber erst einmal mit anpacken.

3.) mEEtings: "dArf ich Auch mAl wAs sAgEn?"

Der beste Rat, um in Abteilungs- oder Projektmeetings positiv aufzufallen: "Beteiligen Sie sich an der Diskussion", so Bettina Stackelberg. "Kollegen und Vorgesetzte sollten sehen, dass Sie eine eigene Meinung haben." Sinnvoll ist es, vor dem Meeting zum Thema passende Studien oder Fachartikel herauszusuchen und sie ins Gespräch zu bringen. "Finden Sie auf jeden Fall heraus, wer 'der Rudelführer' in dem Meeting ist, und schauen Sie ihn bei Ihren Ausführungen an.“

4.) PräsEntiErEn: „hilfE, vor so viElEn lEutEn soll ich rEdEn?“

Eine gute Präsentation abzuliefern, kann man lernen. Je öfter man sich vor eine Gruppe stellt und redet, umso sicherer wird man. "Bereiten Sie sich gut vor, üben Sie die Präsentation und nehmen Sie sich vorher ein paar Minuten der Stille", rät Stackelberg.

Ihr Tipp: In der Präsentation nicht nur auf die Leistungen des Teams hinweisen, sondern auf jeden Fall seine eigenen Anteile am Ergebnis herausstellen. Und ganz wichtig: Feedback einholen. "Suchen Sie sich einen netten Kollegen, der Ihnen nach der Präsentation eine Rückmeldung gibt, was gut war und was Sie besser machen können."

5.) nAch dEr ProbEzEit: "wiE wAr ich und wiE gEht Es wEitEr?"

Wenn die Probezeit vorbei ist, sollte man auf jeden Fall um ein Gespräch mit dem Vorgesetzten bitten. "Holen Sie sich ein Feedback ein – und schildern Sie auch selber, wie Ihnen die erste Zeit im Unternehmen gefallen hat", so Bettina Stackelberg. Wer mehr oder andere Aufgaben als bisher übernehmen will, sollte herausstellen, welche Vorteile seine Mitarbeit dem Unternehmen bringen kann.


Sehnaz Özden | Foto: Continental

Fünf typische Anfängerfehler

Zusammengestellt von Sehnaz Özden, Leiterin Personalmarketing und Rekrutierung bei der Continental AG:

  • Keine Fragen im Vorstellungsgespräch stellen.
    Nutzen Sie stattdessen die Chance, aus erster Hand Informationen über das Unternehmen zu bekommen.
  • Falsch gekleidet sein am ersten Arbeitstag.
    Achten Sie bereits beim Vorstellungsgespräch darauf, wie die Kollegen gekleidet sind. Wer sich dem Dresscode des Unternehmens anpasst und damit nicht unangenehm auffällt, wird direkt selbstsicherer.
  • Glauben, dass sich ein Netzwerk schon selber ergeben wird.
    Sie müssen schon selbst aktiv werden, um Kontakte zu knüpfen. Folgen Sie den Einladungen Ihrer Abteilung zum Feierabendbier und zeigen Sie so Ihre Wertschätzung gegenüber Kollegen.
  • Angst davor haben, bei Fragen als inkompetent zu erscheinen.
    Die erste Zeit im Unternehmen ist dazu da, dass Sie sich einarbeiten. Sie können schließlich nicht wissen, wie bestimmte Prozesse funktionieren. Fragen nimmt Ihnen also keiner übel.
  • Zu viel Respekt vor "hohen Tieren" zeigen.
    Auch Führungskräfte sind nur Menschen. Sie helfen bei Fragen gerne weiter und schätzen Mitarbeiter, die ihre Meinung kundtun.

Diskutiert mit im Forum

Karrieretage auf der INTERNORGA in Hamburg
Ina_E.|
Welcher Job ist der richtige für mich?
Sagitarius|
Studienabbruch Medizin - Ich hasse mein Studium nur noch
Gast|
Time's running out !
BrainS|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)