Das Mitarbeitergespräch
Nutzt eure Chance!
In vielen Unternehmen heißt es einmal im Jahr: Bitte kommen sie zum Mitarbeitergespräch! Informiere dich hier, wie du als Arbeitnehmer das Mitarbeitergespräch als Treppenstufe für deine berufliche Karriere nutzen kannst.
Ihr seid erfolgreich ins Berufsleben gestartet. Habt schon Bewerbungsgespräche mitgemacht. Habt einen Job bekommen, seid vielleicht am Ende der Probezeit. Spätestens nach einem Jahr in einem Unternehmen kommt es dann auf euch zu: das Mitarbeitergespräch.
Mitarbeitergespräch: Lästige Pflicht oder echte Chance?
Meist am Ende oder am Anfang eines Jahres werden in viele Firmen im Mitarbeitergespräch die zurückliegenden Monate bewertet und Weichen für die Zukunft gestellt. Manche Arbeitnehmer (und auch Führungskräfte) empfinden Mitarbeitergespräche als lästige Pflicht und wollen sie möglichst schnell hinter sich bringen. Doch das ist die falsche Strategie. Wer es klug anstellt, kann ein Mitarbeitergespräch als Sprosse auf seiner persönlichen Karriereleiter nutzen. Und das geht so:
Regel 1: Bereitet euch gut vor
Das Mitarbeitergespräch ist kein Smalltalk, sondern mit einem Bewerbungsgespräch oder einer Prüfungssituation vergleichbar. In der Regel informiert euch der Arbeitgeber mindestens zwei Wochen vorher über den Termin des Mitarbeitergesprächs. Meistens stehen Mitarbeitergespräche sogar schon viel länger im Kalender. Das heißt: Ihr könnt euch auf das Mitarbeitergespräch gründlich vorbereiten. Und das solltet ihr auch tun!
Regel 2: Prüft euch selbst
Versucht im ersten Schritt eure Leistung selbst möglichst objektiv zu beurteilen. Notiert euch eure größen Erfolge und habt sie als Argumente für euch im Mitarbeitergespräch parat! Sind Sachen nicht so gelaufen wie geplant oder erwünscht, legt euch auch dafür Argumente zurecht, die ihr im Mitarbeitergespräch vorbringen könnt. Versucht jedoch nicht, euch herauszureden oder über andere schlecht zu reden. Bleibt sauber!
Regel 3: Rechnet mit Kritik
Es ist ganz normal und absehbar, dass in einem Mitarbeitergespräch auch Kritik an euch geübt wird. Arbeitgeber und Vorgesetzte werden den Finger in die Wunden legen, was eure Schwachpunkte angeht. Wenn ihr das wisst, sollte es euch im Mitarbeitergespräch nicht überraschen.
Vielmehr solltet ihr souverän damit umgehen: Niemand ist perfekt! Jetzt kommt es darauf an, den Gesprächspartner im Mitarbeitergespräch zu überzeugen: Ich kenne meine Schwächen und arbeite dran! Außerdem habe ich viel mehr und viel bedeutendere Stärken, die ich für das Unternehmen einsetze!
Regel 4: Setzt euch Ziele
Ein wichtiges Element in Mitarbeitergesprächen ist standardmäßig die Zielvereinbarung. Mit eurem Arbeitgeber/Vorgesetzten zusammen legt ihr eure Ziele für das kommende Jahr fest. Die sollten übrigens schriftlich festgehalten werden - und realistisch sein.
Um hier eine zufriedenstellende Vereinbarung machen zu können, müsst ihr schon vor dem Mitarbeitergespräch wissen, was ihr wollt. Was sollen die nächsten Schritte in meiner beruflichen Karriere sein? Möchte ich Weiterbildungen machen? Möchte ich mehr Verantwortung übernehmen? Möchte ich mich noch meine bisherigen Aufgaben erstmal noch besser bewältigen? Sehe ich in einer anderen Abteilung oder an einem anderen Posten mich in der Firma besser aufgehoben?
Diese und ähnliche Fragen solltet ihr euch vor dem Mitarbeitergespräch stellen und beantworten. Dann könnt ihr ganz konkret im Mitarbeitergespräch eure Entwicklungsmöglichkeiten mit eurem Arbeitgeber/Vorgesetzten abklopfen.
Regel 5: Bleibt sachlich
Damit ein Mitarbeitergespräch nicht nach hinten losgeht, ist neben der inhaltlichen Vorbereitung mit am Wichtigsten, cool zu bleiben. Der größte Fehler, den man im Mitarbeitergespräch machen kann, ist, seinen Emotionen ungezügelt freien Lauf zu lassen.
Wie in einem Bewerbungsgespräch kann es vorkommen, dass ein Arbeitgeber/Vorgesetzter in einem Mitarbeitergespräch auch mal härter ran geht und man sich provoziert fühlt. Da heißt es ohen wenn und aber: sachlich und freundlich bleiben!
Auch, wenn die nächsten möglichen Schritte der Karriere im Mitarbeitergespräch kleiner aussehen als vorher erhofft: Wer hier nicht kompromissfähig und besonnen ist, der verschlechtert damit zusätzlich seine Chancen.
Regel 6: Keine Skandale
Das Mitarbeitergespräch sollte von beiden Seiten als das geführt werden, was es ist: ein Gespräch zur Leistungsbeurteilung und Zukunftsplanung. Keinesfalls sollten in einem Mitarbeitergepräch spektakuläre Neuigkeiten ans Licht gebracht werden.
Beschwerden z.B. gehören nicht erst ins Mitarbeitergespräch, sondern sollten immer sofort kommuniziert werden. Im Bewerbungsgespräch kann das höchstens nochmal in einer Rückschau thematisiert werden. Das Konfliktgespräch ist eine andere Form des Gesprächs zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzem und ist nicht mit dem Mitarbeitergespräch zu verwechseln!
Regel 7: Seid flexibel
Bei allem, was grundsätzlich und allgemein über das Mitarbeitergespräch gesagt werden kann, müsst ihr beachten: Je nach Firma/Unternehmen kann das Mitarbeitergespräch eine unterschiedliche Ausprägung haben. Manche Arbeitgeber wollen mehr, manche weniger Feedback von euch.
Seid also sensibel dafür, wieviel ihr eurem Vorgesetzten/Arbeitgeber an Kritik und Verbesserungsvorschlägen zuspielt. Die Qualität des Arbeitsumfelds gehört auch zu einem Mitarbeitergespräch, jedoch ist es nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist immer der Mitarbeiter, also ihr!
Unterschiedlich behandeln Unternehmen auch das Thema Gehalt: bei manchen gehört es nur ins Mitarbeitergespräch, bei manchen ist es dort gerade tabu. Macht euch doch - nicht nur deswegen - vorher bei Kollegen schlau, wie die Mitarbeitergespräche in eurer Firma gehandhabt werden!
Fazit
Mitarbeitergespräche sind Chancen für eure berufliche Entwicklung! Wenn ihr die genannten Grundregeln für Mitarbeitergespräche kennt, solltet ihr sie in eurem Sinne nutzen können!










