Wiwi-Fächer im Karrierecheck

- Foto: Lorna Egan
Die Wirtschafts-Fachrichtungen boomen. Doch was bringen diese Wiwi-plus-X-Fächer karrieretechnisch? UNICUM hat vier Beispiele untersucht.
1. WIRTSCHAFTSINFORMATIK

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Im Herbst 2012 gab es laut Branchenverband BITKOM bundesweit 43.000 offene Stellen für Informationstechnologie-Fachkräfte. Dabei steht die Wirtschaftsinformatik überdurchschnittlich gut da, weil viele IT-Projekte stark beratungsorientiert sind und Prozess-Know-how sowie BWL-Kenntnisse erfordern.
Wirtschaftsinformatiker verbinden technologische Kompetenz mit betriebswirtschaftlichen Spezialkenntnissen. Sie sind besonders qualifiziert, um die Unterstützung betrieblicher Leistungsprozesse durch IT-Technologien gezielt zu unterstützen und zu optimieren. Reinen BWLern fehlen oft die IT-Kenntnisse, um die Prozesse, Kosten und Fristen ausreichend überblicken zu können, auch wenn in vielen BWL-Fachrichtungen schon bereits IT-Anwendungen gelehrt werden. Daher ist es bei entsprechender Kurswahl manchmal möglich, nach einem reinen BWL-Bachelor einen IT-Master zu machen.
Die Einstiegs-Jahresgehälter für den Bachelor liegen bei 35.000 bis 38.000 Euro, für den Master bei 40.000 bis 45.000 Euro.
2. WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK

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Wirtschaftspädagogen werden oft an Berufsschulen, Fachoberschulen, in der Erwachsenenbildung und in Personalabteilungen eingesetzt. An den Schulen und im Bereich Personal ist die Nachfrage nach Wirtschaftspädagogen stabil.
Die Einstiegsgehälter für Junglehrer liegen bei 2.500 Euro im Monat, in Personalabteilungen zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Um Wirtschaftspädagoge zu werden, sollte man eine Affinität zu Personalthemen und Pädagogik haben, für den Schuldienst wäre ein zweites Fach gut - hier sind natürlich auch ein Referendariat und ein Staatsexamen erforderlich.
Bei Umsattlern werden viele BWL-Scheine anerkannt, Fächer im Bereich Pädagogik und Berufsbildungssystem müssen noch zusätzlich erworben werden. Eine Kombination von Pädagogik und BWL mit dem Schwerpunkt Organisation und Personal ist hilfreich für eine spätere Karriere, auch Praktika in der Personalentwicklung, an Berufsschulen oder Fachoberschulen sind von Vorteil, wenn man sich auf dem Arbeitsmarkt profilieren will.
3. WIRTSCHAFTSMATHEMATIK

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Wirtschaftsmathematiker findet man vor allem in Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen. Die Arbeitslosenquote unter frischen Hochschulabsolventen mit einem Diplom oder Master in Wirtschaftsmathematik ist laut der Deutschen Mathematikervereinigung verschwindend gering.
Die Einstiegsgehälter liegen mit rund 40.000 Euro im Jahr ungefähr im Bereich von klassischen BWLern. Ein Wirtschaftsmathematikstudium vermittelt neben mathematischen Grundlagen auch vertiefte BWL- und Informatikkenntnisse.
Statt nach einem BWL-Bachelor einfach einen Wirtschaftsmathematikmaster draufzusatteln, sollte man jedoch eher noch einmal einen Bachelor in einer mathematischen Fachrichtung machen, denn die in einem herkömmlichen BWL-Studium eingepaukten Mathekenntnisse reichen in der Regel nicht für einen Mathemaster aus, warnt die Mathematikervereinigung.
4. WIRTSCHAFTSINGENIEURWESEN

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"Von allen Hochschulabsolventen sind Wirtschaftsingenieure am meisten gefragt", sagt Kolja Briedis vom Hochschul-Informations-System (HIS). "Wirtschaftsingenieure werden gefragt bleiben, weil sie vielseitig qualifiziert sind." Der Verband der Wirtschaftsingenieure VWI sieht die Nachfrage weiter steigen. Typische Beschäftigungsbereiche sind Schnittstellenpositionen wie im technischen Ein- oder Verkauf, im Projektmanagement und Controlling. In den Führungspositionen deutscher Industrieunternehmen findet man laut VWI überdurchschnittlich viele Wirtschaftsingenieure.
Die Einstiegsgehälter liegen bei 3.700 bis 4.500 Euro im Monat. Laut VWI sind die beliebtesten Studien-Schwerpunkte aktuell Maschinenbau, Logistik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Elektrotechnik.






