10 Tipps gegen Burnout für Berufseinsteiger
Brandschutzmaßnahmen für den Job

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Ist der Erschöpfungszustand erst einmal erreicht, braucht der Organismus ziemlich lange, um sich wieder auszubalancieren, weiß Burnout-Experte Matthias Burisch. Hier seine zehn wichtigsten Burnout-Vermeidungsstrategien für Berufseinsteiger.
1. Freizeitstress vermeiden
Dem fordernden Beruf von Anfang an eine erfüllende Freizeitbeschäftigung entgegenzustellen, ist wichtig. Wer allerdings bereits überlastet ist, muss darin vor allem Entlastung finden: Nach einem anstrengenden Arbeitstag vom Sprachkurs zum Gitarrenunterricht und danach noch zum Sport zu hetzen, verschärft die Sache nur.
2. Sich selbst reflektieren
Gelegentlich über sich selbst nachzudenken, tut Not. Wie geht es mir, wie fühle ich mich in meinem Leben und meinem Beruf? Was ist mir wichtig, und wie kann ich das beruflich und privat umsetzen?
3. Änderungspotenzial prüfen
Berufliche Unzufriedenheit auf keinen Fall zum Dauerzustand werden lassen. Rechtzeitig prüfen, was sich an der Situation ändern lässt und ob die Änderung in überschaubarer Zeit herbeizuführen ist. Wenn nicht, muss über einen Jobwechsel nachgedacht werden.
4. Gelassenheit üben
Zu stressigen Situationen erst einmal Abstand gewinnen, inne halten und dreimal tief durchatmen. Versuchen, die Situation aus einer Beobachterperspektive zu reflektieren und analysieren, wie wichtig das Ganze nüchterner betrachtet ist. Nach einer adäquaten Um- oder Neubewertung der Situation, lässt sich meistens ruhiger und gelassener darauf reagieren.
5. Anerkennung einfordern
Lob lässt sich nicht immer einfordern, Feedback im Sinne einer Rückmeldung schon. Von Zeit zu Zeit um einen Termin für ein Beurteilungsgespräch bitten. Mit Fragen wie „Wie fanden Sie mein Konzept?“ oder „Wie hat Ihnen meine Lösung gefallen?“ lassen sich auch zwischendurch viele kleine Feedbacks einholen. Lässt der Vorgesetzte es chronisch an positiver Rückmeldung mangeln, sich ersatzweise an die Kollegen wenden. Am besten wäre sowieso, sich selber Anerkennung zu geben – allerdings fällt genau das vielen sehr schwer.
6. Abgrenzung lernen
Wer schlecht nein sagen kann, hat den Schreibtisch schnell übervoll. Gerade in großen Unternehmen haben die meisten Personalverantwortlichen weder Zeit noch Lust, vorbeugend Schonung walten zu lassen. Das Stoppsignal muss man also selber setzen. Am besten direkt auf den vollen Terminkalender hinweisen, hilfreich sind auch Floskeln wie „Ich muss erst mal sehen, ob das geht; ich sage morgen Bescheid.“
7. Wählerisch sein
Auch wenn die Jobsuche schon etwas andauert, nicht das erstbeste Angebot annehmen. Unzufriedenheit im Job ist vorprogrammiert, wenn man fünf Tage in der Woche von morgens bis abends Dinge tut, die man eigentlich nie tun wollte. Das schützt: Sich gar nicht erst da bewerben, wo man nicht wirklich arbeiten will.
8. Richtig entspannen
Gezieltes Entspannen trägt zu seelischer und körperlicher Gesundheit bei. Während der Arbeitszeit helfen kleine Übungen: Verspannte Muskelpartien kurz noch stärker anspannen und plötzlich loslassen. Tiefes Ein- und Ausatmen hilft ebenso wie Kritzeln und Malen auf Notizzetteln. Ob einem nach der Arbeit eher Sport oder auf dem Sofa liegen hilft, ist individuell verschieden.
9. Soziale Unterstützung sichern
Ein stabiles soziales Netzwerk beugt Negativauswirkungen von beruflichem Stress vor. Seinen Freundeskreis sollte man trotz Stress keinesfalls austrocknen lassen. Wer neu in einer Stadt ist, sollte schauen, dass er möglichst schnell Anschluss findet. Auf der Arbeit eine Aufforderung zum gemeinsamen Essen im Zweifelsfall lieber annehmen, kollegiale Hilfsbereitschaft fördert soziale Bindungen.
10. Sich selbst kennenlernen – am besten schon im Studium
Die beste Strategie gegen einen Burnout ist eine stabil abgegrenzte Identität. Und daran kann man schon im Studium arbeiten. Je klarer man folgende Fragen für sich beantworten kann, desto besser: „Was möchte ich erreichen im Leben? Will ich das wirklich selbst, oder möchte ich nur jemandem zeigen, dass ich es kann? Welche Stärken möchte ich entwickeln und mit welchen Schwächen muss ich mich arrangieren? Und: Wie wichtig ist mir Karriere überhaupt?“









