Burnout – wenn Körper und Geist ausbrennen

von Björn Schneider

Kaum eine Krankheit ist in unserer modernen Gesellschaft so auf dem Vormarsch wie der Burnout – auch unter Studenten. Bachelor und Master sei Dank.

Wie eine Kerze brennt die Kraft Stück für Stück runter. Langsam und schleichend. Bald ist sie ausgebrannt. Ein Zustand, den mittlerweile jeder dritte Erwachsene kennt. Bis zum finalen Burnout kommt es glücklicherweise nicht bei allen. Dennoch sind Krankschreibungen wegen akuter Erschöpfungszustände in den vergangenen fünf Jahren um 17 Prozent gestiegen. An den Unis sind die Beratungskontakte nach der neusten Statistik aus dem Jahr 2008 um 20 Prozent gestiegen – auf nunmehr 80 000.

Was ist Burnout eigentlich?

Unter Burnout versteht man eine Erkrankung, die einer schweren Depression nicht unähnlich ist. Betroffene sind körperlich und emotional erschöpft, förmlich saft- und kraftlos. Sie kommen in der Arbeit oder dem Studium immer schlechter zurecht und fühlen sich den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Zeit für Familie, Freunde und Freizeit wird immer seltener.

Häufig geht der Burnout auch mit anderen Symptomen einher: Kreislauf- oder Magenprobleme, Schlafstörungen oder dauerhafte Kopfschmerzen sein. Bei manchen führt die Überlastung gar zum Hörsturz oder einer vorübergehenden Erblindung.

Dank sei Bologna

Ursache ist unser beschleunigter Alltag. Wir sind immer und überall erreichbar, sollen immer früher in den Beruf und allzeit bereit sein. Die wenig geglückte Bologna-Reform ist ein Sinnbild dafür. Studenten hetzen von Prüfung zu Prüfung. Die Regelstudienzeit hängt wie ein Damoklesschwert über dem Bachelor. Der Notendruck um einen der wenigen Master-Plätze zu ergattern, tut sein Übriges.

Mit der Neuausrichtung der Studiengänge hat sich aber auch die Geisteshaltung der Studenten geändert. Smartphone und PC laufen Tag und Nacht; Semesterferien sind für Praktika da; aus dem Urlaub wird die Sprachreise; ehrenamtliche Aufgaben peppen den Lebenslauf auf.

Ausbrennen als logische Konsequenz

Es entsteht eine gefährliche Abwärtsspirale, an deren Ende die totale Erschöpfung steht. Wer immer Vollgas gibt, es allen zu jeder Zeit Recht machen will, endet unweigerlich wie die oben beschriebene Kerze.

Wenn euch diese Zeilen zum Nachdenken gebracht haben, solltet ihr euch fragen, wie oft ihr nach dem Motto „ich muss machen“ statt „ich möchte machen“ gehandelt habt. Ihr müsst nicht alles immer und sofort erledigen. Eine gewisse Entschleunigung ist im Zweifel immer besser, als alles auf Biegen und Brechen zu schaffen.

Das soll selbstverständlich nicht als Freifahrtschein zum Nichtstun verstanden werden. Das Handy ab und an einfach klingeln zu lassen oder das Buch unterm Sofa verschwinden zu lassen, können euch aber vor dem Ausbrennen bewahren.

Verwandte Themen im Forum

Karrieretage auf der INTERNORGA in Hamburg
Ina_E.|
Welcher Job ist der richtige für mich?
Sagitarius|
Studienabbruch Medizin - Ich hasse mein Studium nur noch
Gast|
Time's running out !
BrainS|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)