Öfter mal offline: Moderne Mediennutzung in Job und Alltag

Vier Berufseinsteiger über Smartphones, Facebook und Co.

von Martina Fromme
Foto: Stockbyte

Soziale Medien machen die Welt transparenter und Infos allzeit verfügbar. Sie helfen uns bei der Jobsuche und erleichtern die Kontaktaufnahme. Sagen die einen. Sie erzeugen unnötig Stress, machen abhängig, oberflächlich und krank. Sagen die anderen. Im Berliner careerloft haben wir mit Berufseinsteigern über die Risiken und Nebenwirkungen moderner Mediennutzung in Job und Alltag diskutiert.

1. "Ich will mir nichts verbauen!"

"Ich habe sehr viele Freunde, die weit weg wohnen. Mit Facebook, Skype und Co. fällt es mir leicht, den Kontakt zu halten. Das gefällt mir. Leider merke ich manchmal jedoch auch, dass ich zu viele Dinge gleichzeitig mache und es mir schwerfällt, Smartphone oder Laptop einfach mal wegzulegen. Auch berufliche Kontaktanfragen lehne ich auf Facebook nicht konsequent ab, weil ich mir nichts verbauen will. Wie gut es tut, einmal nicht erreichbar und offline zu sein, merke ich immer, wenn ich zuhause bei meinen Eltern bin und aus Höflichkeit ihnen gegenüber auf Telefonieren, Chatten und Co. verzichte. Und es fällt mir dann plötzlich auch gar nicht schwer."

Tonia Schneider, 22, studierte Betriebswirtschaftslehre an der WHU in Vallendar, sie lebt und arbeitet seit Mitte Mai im Berliner Loft.

2. "Erst denken, dann posten!"

"Für mich gehören Facebook und Co. heutzutage einfach dazu. Vergesst den gläsernen Menschen! Wer online unterwegs ist, wird nicht vermeiden können, dass ein Abbild von ihm im Netz entsteht. Mir ist daher wichtig, dass ich stets gut informiert bin, und weiß, wie ich mit den richtigen Häkchen meine Privatsphäre schützen kann. Und was geheim bleiben soll, wird natürlich nicht gepostet. Ansonsten nehme ich auch weiterhin alle Facebook-Anfragen an – ich kann sie ja dann wieder über Listen auskoppeln oder für bestimmte Infos blocken. Da vertraue ich schon der Technik."

Lucas Thiem, 20, studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin.

Tonia Schneider (li.), Lucas Thiem (mi. oben), Tim Fahrendorff und Karla Schönicke | Foto: Ingolf Hatz

3. "Wenn es dringend ist, bitte anrufen!"

"Seit ich vor einigen Jahren meine Uhr verloren habe, trage ich mein Handy eigentlich immer bei mir, quasi als Uhrenersatz. Manchmal merke ich schon, dass mich die ständige Erreichbarkeit stresst – insbesondere die Messenger Services, die ich nutze. Deshalb versuche ich das Handy bei der Arbeit wegzulegen und aufpoppende Nachrichten zu ignorieren oder zumindest nicht zu beantworten. Bei mir gilt: Wenn es dringend ist, bitte anrufen! Ich möchte die neuen Medien aber auch auf keinen Fall missen. Es gibt nichts besseres, um Kontakte zu knüpfen und Bekanntschaften zu pflegen. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man ein digitales Ich von sich im Netz kreiert und anderen zur Verfügung stellt. Um sich gerade im Hinblick auf den Berufseinstieg ins rechte Licht zu rücken, sollte man stets sorgfälig abwägen, was man öffentlich macht und was nicht."

Tim Fahrendorff, 23, studierte Kulturmanagement an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, er lebt und arbeitet zurzeit als Praktikant im Berliner Loft

4. "Ein Smartphone? Nein, danke!"

"Ich weiß die Vorzüge des Internets sehr zu schätzen: Alles ist transparenter, die Infos fließen, man kann mit wenig Aufwand selbst viel auf die Beine stellen oder andere mobilisieren. Trotzdem: Ich weigere mich, mir ein internetfähiges Handy zu kaufen. Es gruselt mich einfach, zu sehen, wie alle permanent auf den unterschiedlichsten Kanälen aneinander vorbeikommunizieren. Natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen auch ich mir ein Smartphone wünsche. Aber es geht auch ohne und ich glaube, man muss Disziplin lernen, sich selbst einschränken, um nicht in den Fluten des mobilen und sozialen Internets zu versinken. Ich versuche daher auch, meine Kontakte regelmäßig auszumisten – und Privates strikt von Beruflichem zu trennen. Für mich heißt das: Kein Facebook auf der Arbeit und berufliche Kontakte nur über XING oder LinkedIn."

Karla Schönicke, 24, studierte International Business Administration an der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und arbeitet zurzeit als Praktikantin bei einem Start-up in Berlin.


Careerloft

careerloft ist ein im März 2012 gestartetes Karrierenetzwerk und Förderprogramm, das Studenten und Absolventen ermöglicht, mit Top-Unternehmen auf Augenhöhe über ihre berufliche Zukunft zu diskutieren. Das Angebot ist für alle Studienrichtungen offen. Besonders gefragt sind derzeit Informatiker, Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen und Naturwissenschaftler.

Die Gründungspartner sind Audi, Bertelsmann, The Boston Consulting Group, Commerzbank, die Deutsche Telekom, Ernst & Young, Hogan Lovells, Merck, die Metro Group und SAP. Neues Partnerunternehmen ist BASF. Ein halbes Jahr nach dem Start verzeichnet das Online-Karrierenetzwerk, das seinen Hauptsitz in einem Loft in Berlin hat, bereits 4.800 Mitglieder, 1.000 davon im Förderprogramm.

Zu den Förderleistungen zählen ein Coaching- und Mentorenprogramm, ein Literaturzuschuss, Abos von Business Punk, FTD, c’t, iX oder Technology Review, die Skoobe-Mitgliedschaft, Zugang zu SpringerLink sowie die Premium-Mitgliedschaft bei XING. Infos und Anmeldung komplett kostenfrei unter www.careerloft.de

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