Tipps fürs Assessment Center

von Melanie Gralke

Assessment Center werden heute zur Auswahl von Bewerbern in beinahe allen Branchen eingesetzt. Dabei müssen sich die Kandidaten Tests und Übungen unterziehen.

Immer mehr Firmen suchen ihre Mitarbeiter durch Assessment Center (AC) aus. Das Ergebnis der letzten großen Studie des „Arbeitskreis AC“ ist eindeutig: 2007 setzten bereits 70,7 Prozent der DAX 100 Unternehmen Assessment Center zur Personalauswahl ein. „Ziel eines AC ist nicht nur, dass das jeweilige Unternehmen einen Eindruck vom Kandidaten bekommt“, meint Rüdiger Hossiep, Wirtschaftspsychologe an der Ruhr-Universität Bochum. „Vielmehr soll im Gegenzug auch der Kandidat eine Vorstellung vom Unternehmen erhalten.“

Assessment Center (von engl. to assess – beurteilen) sind ein- oder meist mehrtägige Veranstaltungen, in denen sich die Kandidaten für den Job, allein oder in Gruppen, verschiedenen Prüfungen unterziehen. Dabei werden die Bewerber von Personalern und Psychologen beobachtet und beurteilt. Es geht vor allem darum, die Soft Skills der Bewerber zu beurteilen.

Vorher Kompetenzen klarmachen

"Meist beginnt ein Assessment Center mit einer Vorstellungsrunde", erklärt Albrecht Hadding, Diplom-Psychologe aus Köln. „In diesem Zusammenhang werden auch der Zweck des ACs und der einzelnen Übungen erläutert.“ Dann geht es an die Durchführung der Übungen. „Am Ende eines Assessment Centers werden alle Ergebnisse der Teilnehmer in der so genannten Beobachterkonferenz zusammengefasst“, weiß Hadding. In einem abschließenden Feedbackgespräch wird nicht nur die Entscheidung mitgeteilt. „Die Bewerber sollten auch einen Überblick über ihre Stärken und Schwächen erhalten“, meint der Psychologe.
Zur Vorbereitung auf ein Assessment Center ist es wichtig, sich im Vorfeld die eigenen Kompetenzen klar zu machen. „Außerdem sollte man ausgeschlafen erscheinen und seinen Lebenslauf im Kopf haben“, sagt Hadding. Wichtig ist auch ein gutes Zeitmanagement. Meist bleibt eine Vorbereitungszeit für die Übungen. „Diese sollte man unbedingt gut nutzen, um so organisiert in die Übungen hineinzugehen“, empfiehlt Hadding.

Ob ein Assessment Center fair durchgeführt wird, merkt man meist schon zu Beginn. „Es kommt immer darauf an, wie transparent ein Unternehmen seine Anforderungen macht“, weiß Hossiep. Letztlich braucht niemand Angst vor einem Assessment Center zu haben, wenn er weiß was auf ihn zukommt. Und es gilt: Im Laufe des AC kann der Bewerber sich selbst einen Eindruck vom Unternehmen verschaffen. So merkt er schnell, ob er bei diesem Unternehmen gut aufgehoben ist.


Tipps vom Experten Rüdiger Hossiep:

  • Authentisch sein: Es macht keinen Sinn, eine Rolle zu spielen.
  • AC üben: Ruhig an mehreren AC teilnehmen. Am besten dort anfangen, wo man am Ende nicht hin will.
  • Aktivität zeigen: Nur aktiv kann man überzeugen. Professionelles Abwarten ist nicht angesagt.
  • Den Job wollen: Nur wer den Job wirklich will, kann im AC bestehen. Das merkt man den Kandidaten an.

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