Mit dem Profilbild bei der Bewerbung punkten
Tipps für einen gelungenen Aufritt im Karriere-Netzwerk

- Foto: Thinkstock - iStockphoto
Wer Business-Netzwerke nutzt, um sich potenziellen Arbeitgebern zu präsentieren, sollte es professionell angehen. Vor allem beim Profilbild gilt es, einige wichtige Regeln zu beachten.
Überzeugen auf den ersten Blick
Bekanntermaßen fungiert das Profilbild bei Xing, LinkedIn und Co. als Blickfang. „Es ist ein wichtiger Teil der Werbekampagne in eigener Sache“, findet der Kölner Porträtfotograf Bernd Löber. „Das Bild muss auf den ersten Klick funktionieren.“ Wichtig ist, sich vorher genau zu überlegen, was man damit aussagen möchte.
Wer sich als kompetenter Mitarbeiter vorstellen will, der muss diese Kompetenz auch zeigen. „Bilder wecken Emotionen – auch bei Personalern“, weiß Verena Ivanica von der Personalvermittlung Academic Work. „Mit einem professionellen Bild, das Sympathie und Seriosität ausstrahlt, fährt man gut.“ Deshalb: Vermeiden Sie private Fotos. Insbesondere Party- oder Urlaubsbilder haben in Business-Netzwerken nichts verloren.
Das perfekte Foto
Vorausgesetzt, es ist ein gutes und aktuelles Motiv, schadet es keinesfalls, ein vorhandenes Bewerbungsfoto für die Online-Vermarktung zu verwenden. Denn die Vorgaben dafür gelten auch für das Profilbild: Tragen Sie Kleidung, die zu Ihrer Branche passt.
Kreative können schick, aber leger aussehen, Banker wiederum dürfen auf den Anzug nicht verzichten. Für Frauen gilt: kein zu tiefes Dekolleté, dezentes Make-up und möglichst keine Accessoires. Diese können vom Gesicht ablenken.
Denn das spielt eine wichtige Rolle bei Profilbildern im Internet: In Business-Netzwerken wird das Bild insbesondere in der Suchergebnisliste sehr klein dargestellt. Daher sollten Sie auf eine Ganzkörperaufnahme verzichten und viel von Ihrem Gesicht zeigen. Ein bisschen Schulter ist in Ordnung. Auch die Kulisse sollte unauffällig und ruhig sein.
„Wählen Sie einen möglichst neutralen Hintergrund in dezenter Farbe, der farblich mit der Kleidung harmoniert“, sagt Verena Ivanica. Klare Kontraste sind laut Bernd Löber sinnvoll: „Das Gesicht sollte sich deutlich vom Hintergrund trennen.“ Auch die Kleidung darf nicht irritieren und ablenken, daher sind auffällige Muster sowie grobe Streifen tabu.
Außerdem sollte man von übertriebenem Posing absehen. „Das wirkt immer sehr bemüht“, erklärt Löber. „Nicht zu viel schauspielern, zeigen Sie etwas Echtes.“ Und Eric Sturm ergänzt: „Ein natürliches Lächeln ist genau das Richtige. Und Finger weg von der Pose ‚Hand am Kinn‘.“
Zwingend notwendig ist laut Bernd Löber außerdem, darauf zu achten, dass die Bilder, wenn sie kleingerechnet sind, auch noch funktionieren. „Technisch schlecht ausgearbeitete Fotos deuten von mangelnder Professionalität“, so Löber. In den meisten Netzwerken werden hochformatige Bilder größer dargestellt, also lassen Sie das Querformat weg.
Und noch ein rechtlicher Hinweis: Wer seine Bewerbungsfotos auch für ein Online-Profil nutzen will, sollte dies vorher unbedingt mit dem Fotografen abklären. Dieses gesonderte Nutzungsrecht muss man extra aushandeln und sich am besten schriftlich bestätigen lassen.
STUDIE: WIRKUNG VON PROFILBILDERN
Kommen Männer und Frauen in Business-Netzwerken unterschiedlich an? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Lehrstuhl „Sozialpsychologie: Medien und Kommunikation“ an der Universität Duisburg-Essen.
In einem Online-Experiment bewerteten 150 Teilnehmer verschiedene Profile von Männern und Frauen mit gleichen Lebensläufen. Als Profilbilder verwendeten die Forscher virtuelle Gesichter, die unter anderem mit den klassischen Schönheitsmerkmalen ausgestattet wurden. Das Ergebnis: Die Testpersonen ordneten den Frauen typisch weibliche und den Männern typisch männliche Eigenschaften zu.
„Während Frauen oft als empfindsam und intuitiv bezeichnet wurden, galten die Männer als hartnäckig und risikobereit“, erklärt Projektmitarbeiterin Sabrina Eimler. In der Diskussion um die Chancengleichheit gibt dieses Resultat zu denken. Ein möglicher Lösungsansatz der Forscher: anonyme Profile. „Will man diese unterschiedliche Bewertung verhindern, dürfte eigentlich nichts auf das Geschlecht hindeuten“, so Eimler.
Offline und online: Innerhalb weniger Sekunden werden Menschen nach ihrem Äußeren beurteilt. Damit der berühmte erste Eindruck auch im Internet positiv ausfällt, sollten Profilbilder gut gemacht und qualitativ hochwertig sein. „Das ist die beste Investition in die Zukunft, die man machen kann“, sagt Eric Sturm. Der Social-Media-Experte aus Berlin rät deshalb zu fachkundiger Unterstützung durch einen Fotografen: „Man sollte hier nicht am falschen Ende sparen.“









