Plattform Geisteswirtschaft
Innovative Karrierewege für Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft
"Ich werde Taxifahrer." Das ist wohl die häufigste Antwort von Geisteswissenschaftlern auf die Frage "Was willst du nach dem Studium machen?" Dass es neben Taxifahrer auch noch andere Berufsziele gibt, zeigt Gianna Reich (25), Mediengestalterin und aktuell Studentin der Germanistik und Kulturwissenschaft, auf ihrem selbst gegründeten Portal Geisteswirtschaft.
Bei Geisteswirtschaft handelt es sich um eine Berufsinformationsplattform für Geisteswissenschaftler, die rund ums Studium und den Berufseinstieg informiert. Dort werden die verschlungenen Pfade gezeigt, die ein Student manchmal gehen muss, um einen Arbeitsplatz zu finden. Nach dem Studium bieten sich für Geisteswissenschaftler unzählige Arbeitsorte an: Universitäten, Verlage, Museen, Stiftungen oder auch Unternehmen und dort vorrangig in den Abteilungen Marketing, Redaktion, Personalentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit. Wie man allerdings konkret an den Traumjob kommt und welche Möglichkeiten darüber hinaus existieren, weiß meist kaum jemand.
Praxisnahe Interviews
Für diese Wissenslücke gibt es die Plattform Geisteswirtschaft. Hier stellen sich der Redaktionsleiter der KA-News Felix Neubüser, der Social Media Projektleiter Sebastian Hartmann und viele andere Geisteswissenschaftler den Fragen von Gianna Reich. Sie erzählen von ihrem persönlichen Werdegang, geben zugleich Tipps für einen guten Start in den Beruf und machen deutlich, worauf es im Studium ankommt. Dabei wird klar, Geisteswissenschaftler und Wirtschaft sind miteinander vereinbar, eben weil die im Studium angeeigneten Fähigkeiten zur Problemlösung, Organisation und Präsentation in der freien Wirtschaft gefragt sind.
Rundum informiert
Genau wie solche informativen Interviews werden regelmäßig Videos auf der Plattform veröffentlicht. Der Video-Beitrag "Halbblind in die Medienbranche" (Quelle: Zeit Online) zeigt, ein Studium allein ist nicht ausreichend, um in die Medienbranche einsteigen zu können. Für diese Branche sei eine crossmediale Ausbildung nötig, stellt Markus Kaiser, Geschäftsstellenleiter MedienCampus Bayern, darin fest. Den Blick in verschiedenste Richtungen zu werfen, ist demnach unbedingt empfehlenswert. Auf Geisteswirtschaft werden dazu praktische Ratschläge, Literatur- und Veranstaltungstipps, aktuelle Medienberichte und zahlreiche Interviews präsentiert.
Die Plattform Geisteswirtschaft findest du unter www.geisteswirtschaft.de
Vier Fragen an Gianna Reich
Wie ist die Idee, das Projekt gerade im Internet zu realisieren, entstanden?
Das Internet bietet die besten Startbedingungen für ein Projekt wie Geisteswirtschaft. Im Gegensatz zu einem Print-Produkt, ermöglicht ein Blog bzw. eine Website ein multimediales Informationsangebot. Zudem ist es möglich über verschiedenste Kanäle direkt mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Da Geisteswirtschaft von und für seine Leser lebt, ist deren Feedback äußerst wichtig für die Weiterentwicklung. Auch nicht zu verachten ist die Tatsache, dass sich Ideen im Internet häufig schnell und kostengünstig umsetzen lassen. Das ist für ein Start Up natürlich sehr wichtig und vorteilhaft. Das schließt aber nicht aus, dass es in Zukunft vielleicht auch Angebote geben wird, die über das Internet hinaus gehen.
Mit welchen Schwierigkeiten sahst du dich bei der Umsetzung konfrontiert?
Ich denke am schwierigsten war es, am Anfang alle Ideen unter einen Hut zu bekommen und so etwas wie einen roten Faden zu entwickeln, nach dem sich Geisteswirtschaft aufbauen lässt. Hinzu kommt, dass ich durch mein Studium und meinen Job als Mediengestalterin zeitlich stark ausgelastet bin. Infolgedessen kann ich immer nur kleine Schritte in der Weiterentwicklung machen, obwohl ich gern mehr Zeit investieren würde.
Wie gelangst du an die Themen und Tipps?
Ich lasse mich in den meisten Fällen von meinen eigenen Interessen leiten. Das heißt, ich verfolge regelmäßig einschlägige Blogs und Internetseiten zum Thema Berufseinstieg und Karriere, recherchiere Plattformen und Projekte rund um die Geisteswissenschaften, lese Tageszeitung und suche den Kontakt zu Menschen, die ich interessant finde. Und während ich ein Thema verfolge, ergibt es sich meist ganz von allein, dass ich auf weitere Themengebiete aufmerksam werde, die sich dann für Geisteswirtschaft eignen. Natürlich bekomme ich zwischendurch auch Tipps und Hinweise von Lesern und Bekannten.
Was würdest du geisteswissenschaftlichen Studenten raten?
Studenten der Geisteswissenschaften sollten so früh wie möglich versuchen, Praxiserfahrung zu sammeln und sich neben dem Studium zu engagieren. Zudem rate ich dazu, den Arbeitsmarkt im Blick zu halten. Wo werden Geisteswissenschaftler gesucht? Welcher Berufszweig könnte mich interessieren? Und welche Anforderungen werden an Bewerber gestellt? Wer weiß, was in welchen Branchen gefordert wird, der kann sich frühzeitig im Laufe des Studiums darauf einstellen. Wer es schafft eine Brücke zwischen den Kenntnissen aus dem Studium und den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu schlagen, der wird nach der Uni sicher auch seinen Weg gehen.











