Tipps fürs Bewerbungsgespräch

von Denise Haberger

Ein paar klitzekleine Momente legen den berühmt berüchtigten ersten Eindruck fest. Und der kann im Vorstellungsgespräch über Vertrag oder Absage entscheiden.

Der erste Eindruck hat mehr Einfluss auf unsere Einschätzungen und auf unsere Entscheidungen als uns lieb ist. Nicht umsonst heißt es, dass es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gäbe. Wissen wir nicht viel über eine Person, orientieren wir uns an ihrem Aussehen oder ihrem Benehmen – und das in kürzester Zeit. Wissenschaftler der Universität Princeton haben sogar festgestellt, dass für die erste Sympathieeinschätzung nur eine Zehntelsekunde ausreicht.

Die erste Einschätzung bleibt weiter im Hinterkopf

„Viele Persönlichkeitseigenschaften, die man jemandem zuspricht, werden aus dem Aussehen eines Menschen abgeleitet“, erklärt Susanne Raisig, Psychologin an der Humboldt-Universität Berlin. So schreibt man möglicherweise einem Bewerber bei einem Bewerbungsgespräch aufgrund seiner (subjektiv empfundenen) Attraktivität berufliche Kompetenz zu – ungeachtet seines tatsächlichen Fachwissens. Diese Einschätzung bleibt im weiteren Verlauf des Gesprächs immer im Hinterkopf und verzerrt so die weitere (objektive) Einschätzung des Bewerbers.

Ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt – der erste Eindruck, den man von einer Person gewinnt, kann das weitere Handeln beeinflussen – muss es aber auch nicht. Je mehr Informationen man im Laufe des Gesprächs über seinen Gegenüber sammeln kann, desto weniger Einfluss hat die anfängliche Einschätzung, erklärt Dr. Martin Kersting, Experte für Berufsauswahlverfahren und Privatdozent an der RWTH Aachen. „Das systematische Sammeln von Informationen kann die Wahrnehmungseffekte zurückdrängen“, so der Psychologe.

Eine gute Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch ist die halbe Miete

Auch der Bewerbungs- und Karriereberater Uwe Schnierda ist überzeugt: „Der erste Eindruck hat Einfluss auf das, was man über einen Bewerber denkt. Ich würde aber bezweifeln, dass er für die Einstellung entscheidend ist. Am Ende ist eine Einstellung immer noch abhängig von der Qualifikation des Einzelnen“, so Schnierda. Eine gute Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch ist laut Schnierda deshalb die halbe Miete. „Wenn man sich selbst und seine Stärken innerhalb kürzester Zeit eloquent darstellen kann, ist viel geschafft und das macht mehr Eindruck auf einen Personalchef als ein bestimmtes äußerliches Merkmal.“



Die fünf Bewerber-Gebote


So hinterlässt man einen guten Eindruck im Vorstellungsgespräch:
1. Gepflegt sein: dem Unternehmen angemessene Kleidung tragen
2. Aufmerksam sein: Namen des Gesprächspartners merken
3. Höflich sein: erst nach Aufforderung hinsetzen
4. Kommunikativ sein: keine Scheu vorm Fragenstellen
5. Selbstsicher sein: eigene Stärken präsentieren können

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