Bewerbungsfoto: Mehr als nur den Schein wahren

von Martin Przegendza

Trotz Gleichstellungsgesetz – die Bewerbung steht und fällt mit dem Bewerbungsfoto. Woran allerdings Viele scheitern. Dabei gibt es nur ein paar grundlegende Regeln zu beachten.

Der letzte Urlaub war schön. Sonne, Strand und gute Laune am laufenden Band. Das sieht man auch auf den Fotos. Deswegen eigenen die sich aber noch lange nicht als Bewerbungsfoto. Genauso sieht es mit Selbstporträts vor der Schrankwand und Bildern aus der Fotobox am Bahnhof aus.

Der Gesetzgeber wollte das Bildertreiben eigentlich mit dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG), umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt, ein Ende setzen. Bewerber sollten weder aufgrund ihrer ethnischen Herkunft und Religion, noch wegen ihres Geschlechts oder Alters diskriminiert werden. Seitdem müssen Bewerbungen weder ein Foto, noch sonstige persönliche Angaben enthalten. Die Qualifikationen sollten in den Vordergrund treten, nicht Äußerlichkeiten.

Und doch legen Personaler immer noch großen Wert auf den ersten Eindruck per Bewerbungsfoto. Menschen können sich Dinge schlicht visuell am besten merken. Es gibt ihnen bei der dünnen Informationslage des Materials die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck vom Bewerber zu machen. Nur wenn die Kombination aus Anschreiben, Lebenslauf und Foto stimmt, wird der Kandidat zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Die goldenen Regeln

Den Satz aus der Einleitung solltet ihr euch anstreichen. Privat- und Automatenfotos sind absolut tabu. Das gilt übrigens auch für Webcam- und Handy-Bilder. Der Gang zum Fotografen ist die wesentlich bessere Alternative. Der wird euch auffordern mehrere Outfits mitzubringen, um dann vor Ort zu entscheiden, welches für eure Zwecke am stimmigsten ist. Beim Foto-Shooting kommt es nämlich stark auf die Branche an, für die ihr euch bewerbt. Ein angehender Bankkaufmann unterscheidet sich in seinem Auftreten sehr stark von einer Werbetexterin. Euer Fotograf wird euch aber mit Sicherheit sagen können, ob Dreitagebart und legerer Look in euerem Fall passen.

Grundsätzlich gilt, dass ihr auf große Muster und wilde Farben verzichten solltet. Dezente Kleidung, in der ihr euch wohl fühlt ist die bessere Wahl. Frisch vom Friseur solltet ihr übrigens nicht zum Fotografen gehen – die meisten Menschen fühlen sich mit einem neuen Haarschnitt vor der Kamera eher unwohl, was sich auf den Bildern zeigt.

In Farbe oder doch lieber schwarz-weiß?

Die Wahl, ob euer Foto lieber in Farbe oder schwarz-weiß sein soll, liegt ganz bei euch. Letztere wirken kühler und distanzierter, gleichzeitig aber auch ästhetischer. Durch die digitale Fototechnik ist es heutzutage kein Problem mehr, Bilder mit wenigen Handgriffen nachträglich umzufärben. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass euch die Fotos in digitaler Form vorliegen. Die meisten Fotografen geben ihren Kunden aber für wenig Geld die Aufnahmen auf CD mit.
Personalern zeigt ein hochwertiges Bewerbungsfoto, dass ihr euch wirklich für die Stelle interessiert. Das hilft euch dann wesentlich mehr als das Strandlächeln auf den Urlaubsfotos.

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