BWL trotz Matheschwäche?

Peter fragt:

"Hallo. Ich habe letztes Jahr mein Abitur gemacht. Direkt danach habe ich meinen Zivildienst abgeleistet. Ich wollte dieses Jahr im Wintersemester anfangen zu studieren, wurde aber für alle gewünschten Studiengänge abgelehnt. Ich hatte nämlich "nur" einen Durchschnitt von 3,0 und 2 Wartesemester durch den Zivildienst.

Ich werde also im Sommersemester nächstes Jahr anfangen zu studieren. Aber was? Ich weiß ganz genau, dass ich in Mathe absolut eine Niete bin, würde aber trotzdem gerne in die Wirtschaft. Ich würde sehr gerne in einem Unternehmen arbeiten, aber wegen meiner Probleme in Mathe weiß ich echt nicht, ob BWL das Richtige für mich sein kann. Ich bin eigentlich eher der Musiker und Künstler und der Lehrertyp, aber weder Design noch Musik noch Lehramt interessieren mich!"

Das Karriereteam antwortet:

"Hallo Peter, danke für deine Frage. Mit dem NC-Problem bist du nicht allein. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder, du sammelst fleißig Wartesemester und versuchst es später mit denselben Studienfächern noch einmal oder du überdenkst deine Studienwahl.

Da du jetzt erst einmal ein halbes Jahr bis zum nächsten Semester überbrücken muss, ist es ratsam, ein oder zwei Praktika zu absolvieren. Da BWL ein Generalistenstudium ist, kannst du nach dem Abschluss in einer Vielzahl von Berufsfeldern arbeiten, z.B. Controlling, Steuern, Marketing, Personal, Logistik, Wirtschafts-Informatik, etc. Versuch doch über ein Praktikum in einen dieser Bereiche hineinzuschnuppern. Vielleicht gefällt dir das jeweilige Feld und deine Matheschwäche kommt nicht zum Tragen.

Ansonsten wird es schwierig. In allen Wirtschafts-Berufen werden gute Mathekenntnisse vorausgesetzt. Sowohl in BWL, als auch VWL und im Marketing, besuchst du in den ersten Semestern Mathevorlesungen, die es in sich haben. Wenn du die aber bestehst, sieht die Welt schon anders aus. Außerdem bieten Studenten und Dozenten gerade in den Anfängermathekursen viele Lerngruppen an. Unter Umständen könntest du dort deine Wissenslücken auffüllen.

Falls du ganz wagemutig bist, kannst du auch den Quereinstieg wagen. Du studierst beispielsweise zuerst Politik und Geschichte, absolvierst nebenbei ein paar Praktika und versuchst dann in die Wirtschaft einzusteigen. Dieser Weg ist mit ein wenig Risiko verbunden und lebt maßgeblich von deinem persönlichen Engagement. Unmöglich ist es aber nicht.

Viele Grüße,
Das UNICUM Karriereteam"

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