Mit 25 zu alt fürs Studium?

Jenny fragt:

"Hallo UNICUM Karriereteam,

ist man 25 Jahren zu alt, um ein neues Studium zu beginnen? Ich bin jetzt 24 und möchte mich umorientieren, da ich mit meinem ersten Studium nicht zufrieden bin. Ich stehe nun vor der Entscheidung noch in diesem Jahr oder nächstes Jahr das Studium aufzunehmen. Da ich aber noch nicht sicher bin, in welche Richtung ich gehen möchte, liegt es für mich nahe, im nächsten Jahr zu beginnen und mich in der Zwischenzeit auszuprobieren und zu jobben. Allerdings habe ich Angst, dass ich mit 25 schon zu alt bin und mir dadurch berufliche Nachteile entstehen.

Liebe Grüße
Jenny"

Das Karriereteam antwortet:

"Hallo Jenny,

man ist mit 25 keinesfalls zu alt für ein neues Studium. Ich hatte Kommilitonen, die im 18. Semester waren und das Studienende noch nicht absehen konnten. Nur weil Medien und Politik immer jüngere Absolventen fordern, heißt das noch lange nicht, dass man mit Mitte 20 schon zum alten Eisen gehört. Man hört zwar immer wieder von „Lebenslauf-Optimierung“ und dergleichen, von überbordendem Nutzen scheint es jedoch nicht zu sein. Gerade durch die Bologna-Reform und die dadurch verkürzte Zeit bis zum ersten Abschluss, ist es fast problemlos möglich, mit Mitte 20 zu studieren. Du hättest (nach Regelstudienzeit) mit 28 deinen Bachelor und könntest ins Berufsleben einsteigen. Der Master lässt sich nach belieben nachschieben, gegebenenfalls erst Jahre später. Aus diesem Grund wurde übrigens auch die Bafög-Altersgrenze auf 35 hoch gesetzt.

Da du dich umorientierst und dir nicht sicher bist, was du studieren willst, solltest du dir Zeit lassen. Einfach so aus dem Bauch heraus ein neues Studium zu beginnen, könnte in derselben Unzufriedenheit enden, wie dein Erststudium. Du solltest bei deiner Studienplanung aber im Hinterkopf behalten, dass du dir unter Umständen bereits im Erststudium erworbene Scheine anrechnen lassen kannst – zumindest fürs Studium Generale (dem interdisziplinären Pflichtteil des Bachelors). So sparst du später kostbare Semesterwochenstunden und kommst schneller durchs Studium.

In der Zwischenzeit solltest du nach Möglichkeit diverse Praktika machen, um einen Einblick in unterschiedliche Berufsfelder zu bekommen. Bei Gefallen werden dir deine Kollegen sicherlich gerne Tipps geben, mit welcher (Hochschul-)Bildung du in den Beruf kommst. Und auch ohne Abschluss wird dir dein im Erststudium erworbenes Wissen im späteren Berufsleben von Nutzen sein. Mach dich nicht verrückt und lass dir nichts einreden – wenn du mit Ende 20 ins Berufsleben einsteigst und was drauf hast, wirst du eine Anstellung finden. Bei der Rente mit 67 wirst du dann noch 40 Jahre Berufsleben vor dir haben."

Viele Grüße,
Dein UNICUM Karriereteam"

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