Ab ins Ausland - So geht's ins Ausland
Wolfgang Kreft, Autor von Publikationen zu studienbezogenen Auslandsaufenthalten, erklärt, worauf es beim Auslandspraktikum ankommt.
Wichtig für die Vita
Praktika qualifizieren schon während des Studiums für den späteren Job, zudem bereiten sie auf den Berufsalltag vor. In manchen Studiengängen sind Praktika sogar schon verpflichtend. Wer bei internationalen Unternehmen Karriere machen will, sollte am besten nicht nur im eigenen Land Praxisluft schnuppern.
Andere Länder, andere Sitten
Der Begriff Praktikum hat nicht überall die gleiche Bedeutung wie bei uns. Deshalb rät Wolfgang Kreft: „Kläre mit den ausländischen Unternehmen vorher ab, was von dir erwartet wird und wo du eingesetzt werden sollst. Und vor allem welche Erwartungen du selbst hast.“
Gut Ding will Weile haben
„Von der ersten Recherche bis zur Abreise solltest du ein Jahr einplanen“, sagt Kreft. Fragen, die dabei nicht vergessen werden dürfen: Wie komme ich mit der Sprache klar? Wie komme ich an Infos über Landes- und Unternehmenskultur?
Auf eigene Faust?
Vermittlungsstellen nehmen einem den Großteil der Organisation ab, einige machen das allerdings nicht umsonst. Deshalb empfiehlt Experte Kreft: Vor- und Nachteile abwägen. „Selbst zu versuchen, einen Praktikumsplatz zu finden, ist vorteilhaft fürs Budget, kann aber sehr zeitraubend und nervig sein.“ Der sogenannte Qualitäts Check Auslandspraktikum vom DAAD hilft dabei, seriöse Vermittlungsstellen zu erkennen.
Stichwort Bewerbung
Was Angaben zu Ausbildung und Qualifikation angeht, unterscheiden sich Bewerbungen im internationalen Vergleich nicht wirklich. „Dass dein soziales Engagement Eingang in deinen Lebenslauf nehmen sollte, hat sich mittlerweile auch hierzulande herumgesprochen“, sagt Wolfgang Kreft. Ansonsten: In vielen Ländern darf ein Anschreiben nicht mehr als eine Seite haben. Außerdem setzt sich die amerikanische Form des Lebenslaufs zunehmend durch: nicht chronologisch auflisten, sondern mit den aktuellen Stationen anfangen.
Geldfragen
Viele Praktika sind unbezahlt. Daher brauchst du ein finanzielles Polster. „Mach dir die Mühe und stelle einen Haushaltsplan auf. Es geht mit der gesundheitlichen Vorsorge und Impfungen los, die du unter Umständen für die Einreise in ein bestimmtes Land benötigst, und endet bei Lebenshaltungskosten vor Ort“, so der Experte. Viele Organisationen fördern Studenten. Zudem kannst du einen Bildungskredit oder Auslandsbafög beantragen. Erste Infos gibt's immer beim Akademischen Auslandsamt deiner Uni.
Arbeitszeugnis
Noch gibt es keine internationalen Standards. Es gibt allerdings diverse Versuche, Tätigkeitsnachweise zu vereinheitlichen, zum Beispiel durch den EUROPASS Mobilität, der für EU-Europa gilt. Für dich heißt es aber noch: „Erstelle selbst eine Dokumentation deiner Tätigkeiten während des Praktikums. Rede mit den Verantwortlichen des Unternehmens, inwieweit deine Vorschläge Eingang in das Zeugnis finden können. Zumeist sind die Unternehmen nicht abgeneigt“, weiß Kreft.
Linktipps
Wichtige Infos: www.daad.de/ausland/praktika und www.rausvonzuhaus.de
Qualitätscheck: www.wege-ins-ausland.org
Finanzielle Förderung: www.stiftungen.org
Praktikavermittlung: www.ba-auslandsvermittlung.de










