Deutsche Studenten in den Niederlanden: Weiterhin sehr willkommen - Teil 2
„Die deutsche Flut“
Die rund 25.000 Deutschen bilden dabei die mit Abstand größte Gruppe, sind somit Verursacher der meisten Kosten. Hinzu kommt, dass drei von vier deutsche Studenten nach dem Abschluss den Niederlanden wieder den Rücken zukehren. Deshalb schlägt Halbe Zijlstra, Staatssekretär im niederländischen Bildungsministerium, in seinem Brief dem Parlament unter anderem vor, einen Dialog mit Deutschland zu suchen. Gemeinsam könnte über eine Form deutscher Subventionierung für die Ausbildung deutscher Studenten in den Niederlanden nachgedacht werden.
Darauf reagierte die deutsche Presse in den letzten Tagen besorgt. Milde ausgedrückt. „Zu teuer“, „Deutsche raus aus den Unis“, „Niederländer bitten Deutschland für seine Studenten zur Kasse“ - so oder so ähnlich wurde das Schreiben Halbe Zijlstras oft interpretiert.
Unverständnis beim DAAD

- Dr. Annette Julius vom DAAD
Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) setzte sich mit dem Thema auseinander. „Als ich von den Vorschlägen aus den Niederlanden erfahren habe, war ich zunächst etwas verwundert. Ich habe dann mit einigen niederländischen Kollegen darüber gesprochen. Zusammen sind wir das Originaldokument des Bildungsministeriums durchgegangen und eigentlich stellt sich dieses viel ausgewogener dar, als es jetzt in der deutschen Presse aufgegriffen worden ist“, gibt Dr. Annette Julius, Leiterin der Programmabteilung Nord beim DAAD, Entwarnung.
Nach ihrer Analyse, richte sich das Schreiben in keinster Weise gegen ausländische Studenten in den Niederlanden. Schon gar nicht gegen die Deutschen. Immer wieder werde betont, dass eine Internationalisierung für das niederländische Bildungswesen essentiell wichtig sei. Die deutschen Studenten würden sogar gelobt. Statistiken zeigten, dass die deutschen Hochschüler schneller studieren und höhere Abschlussquoten erzielen als ihre niederländischen Kommilitonen. Letztendlich profitiere das gesamte Bildungsniveau davon.
Zudem würden die Niederländer weder bedingungslos, noch sofort Gelder aus Deutschland fordern. Das Ziel sei zunächst langfristig in EU-Kommissionen, im Bologna-Verbund sowie im direkten Austausch mit der Bundesregierung und den angrenzenden deutschen Bundesländern, die Kosten der Niederlande für die relativ hohe Anzahl ausländischer Studenten zu thematisieren. Dabei solle ein sensibler Dialog mit den Herkunftsländern, zu denen schließlich nicht nur Deutschland zählt, über eine mögliche finanzielle Beteiligung angestrebt werden.









