Deutsche Studenten in den Niederlanden: Weiterhin sehr willkommen - Teil 3

von Roman Milenski

Niederländer fassen sich zuerst an die eigene Nase

Das niederländische Bildungsministerium suche die Fehler auch im eigenen Land. In Zukunft müsse überlegt werden, wie mehr junge Niederländer zu einem Auslandsstudium bewegt werden können. Speziell in Deutschland - dem wichtigsten Handelspartner. 

„Die Tatsache, dass wesentlich mehr deutsche Studenten in die Niederlande gehen als es umgekehrt der Fall ist, ist auch für Deutschland ein wichtiger Punkt. Man muss versuchen dieses Verhältnis ausgeglichener zu gestalten“, meint Annette Julius. „Wir sollten uns fragen, warum Niederländer ein Studium in Deutschland nicht attraktiv finden. Wenn die Situation so bleibt wie sie es jetzt ist, verliert Deutschland beim Austausch von Kompetenzen mit den Niederlanden in Zukunft an Boden.“

Außerdem möchte die niederländische Regierung mit den Hochschulen über die Ausrichtung einiger Studienangebote diskutieren. In den Niederlanden existieren vielerorts Studiengänge, die komplett auf Deutsch abgehalten werden. In der Vergangenheit sei das eine bewusste Strategie, um deutsche Studenten anzuwerben. Immerhin erhalten die Hochschulen für jeden Studenten, heimisch oder nicht, 6000 Euro aus der niederländischen Staatskasse. Derartige Studienmodelle förderten aber weniger die gewünschte Internationalisierung. Vielmehr entstünde dadurch eine Kluft zwischen deutschen und niederländischen Studenten. 

Zuschüsse nur auf freiwilliger Basis

Aber selbst wenn es das vehemente Ziel der Niederlande wäre, Ausgleichszahlungen aus Deutschland zu bekommen, müssten Bund oder Länder diesen von sich aus zustimmen, erklärt Annette Julius. Es gibt schlichtweg keinerlei gesetzlichen Rahmen, der Ausbildungsländern Zuschüsse für ausländische Studenten aus deren Herkunftsländern gewährt. Eventuelle Aufnahmebeschränkungen für deutsche Studenten verbietet hingegen Artikel 18 des Vertrags über die Arbeitsweise der EU. Dieser besagt, dass alle Bürger der EU in allen Ländern der EU gleich behandelt werden müssen.  

Ähnliche Überlegungen für eine Kostenbeteiligung Deutschlands für seine Studenten, kamen übrigens schon vor Jahren aus Österreich. Doch bislang konnten sich die Österreicher damit nicht durchsetzten. Ebenso wenig wie Berlin, das sogar Zuschüsse für Studenten aus Baden-Württemberg sehen wollte. 

Annette Julius und der DAAD haben zu solchen Themen ohnehin eine klare Position: „Den Versuch innerhalb der europäischen Gemeinschaft Kosten und Nutzen dieses Binnenraums einzeln auszurechnen, sehen wir mit großer Skepsis. Durch den ohnehin ständigen Austausch, gibt es auch immer einen Mehrwert für alle Beteiligten.“

Verwandte Themen im Forum

GRE und TOEFL für Auslands-Masterstudium
AlexKirchner|
komplettes studium im ausland
jowasgehtab|
Auslandssemester - wohin? Tipps/Erfahrungen gesucht!
Hamartis|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)