Gebührenfrei im Ausland studieren
Auch wenn in Deutschland nach und nach die Studiengebühren wegfallen, ist ein Studium im Ausland lohnenswert. Wir nennen euch erstklassige Bildungsländer, die keine Studiengebühren verlangen.
Erst Hessen, dann das Saarland und Bremen und jetzt NRW – die Studiengebühren bröckeln. Einzig Niedersachen, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg verteidigen die Campus-Maut hartnäckig. Grund genug für Nord- und Südlichter das Weite zu suchen. Aber auch Westfalen, Hessen, Pfälzer und Co. sollten einen Blick über die Grenze werfen. Andere Länder haben schließlich auch hübsche Unis; und bieten eine Top-Lehre, ohne Studiengebühren. Wir haben die besten Adressen für euch rausgesucht.
Die Nordlichter
Die Skandinavier (und Finnland) gelten als Musterbeispiel für ihr gelungenes Bildungssystem. Die Leistungsunterschiede zwischen den SchülerInnen und der Zusammenhang zwischen Herkunft und Schulerfolg sind wesentlich geringer als in Deutschland.
Dieses Erfolgsmodell setzt sich auch im Hochschulwesen fort. Während bei uns nur vier von zehn Abiturienten den Weg an die Uni finden, sind es in Skandinavien fast doppelt so viele (OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2010“). Ähnlich sieht es bei den Bildungsausgaben aus: Deutschland liegt mit 4,7 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) weit unter dem OECD-Durchschnitt von 6,2 Prozent. Die nordischen Länder geben über 7 Prozent ihres BIPs für Bildung aus.
In der Praxis bedeutet das eine Spitzenlehre, in gut ausgestatteten, modernen Universitäten, mit sehr guten Dozenten und Professoren. Die haben auch Zeit für ihre Studenten, da der Betreuungsschlüssel bei etwa 1:20 liegt. Zum Vergleich: in Deutschland liegt er bei bis zu 1:300.
Das Beste ist aber, dass jeder EU-Bürger mit Abitur umsonst in den nordischen Ländern studieren kann. Neben den Kosten für Verpflegung und Wohnung kommen lediglich geringe Verwaltungsgebühren auf euch zu. Das Studium selbst läuft dann auf Englisch ab, wobei ihr auch Kurse in der jeweiligen Landessprache belegen könnt. Daneben werden für internationale Studenten auch freiwillige Sprachkurse angeboten.
Weitere Infos:
Schwedische Botschaft
Study in Finland
Study in Norway
Study in Denmark
God save the Queen
Großbritannien wurde unlängst von heftigen Studentenprotesten erschüttert. Grund war die deftig Erhöhung der Studiengebühren von 3.000 GBP (ca. 3.530 Euro) auf bis zu 9.000 GBP (ca. 10.600 Euro) pro Studienjahr.
Was viele nicht wissen: Studiengebühren regieren nicht im gesamten Vereinigten Königreich. Schottland und Irland erlassen EU-Bürgern die Studiengebühren. Nur englische Campus-Maut-Flüchtlinge werden zur Kasse gebeten.
Allerdings gelten für Irland ein paar Sonderregeln, die im Undergraduate Free Fees Programme geregelt sind. Gebührenfrei studiert demnach EU-Bürger, die in Irland ihr
- Erststudium (Bachelor)
- Vollzeit
- und für mindestens zwei Jahre
aufnehmen wollen. Gebührenfreiheit. Der anschließende Master kostet dann circa 4.500 Euro (Medizin gar das Dreifache) pro Studienjahr.
Weitere Infos:
Undergraduate Free Fees Programme
Education Scotland
Der Ostblock
Falls eure Englischkenntnisse für ein Studium in Nordeuropa oder Großbritannien nicht ausreichen, solltet ihr euren Blick gen Osten wenden. Auch in unseren Nachbarländern Polen und Tschechien gibt es gute Unis und prinzipiell keine Studiengebühren.
Prinzipiell, da in beiden Ländern nur staatliche Hochschulen und Studiengänge in der jeweiligen Landessprache gebührenfrei sind. Bei fremdsprachigen Studiengängen fallen Kosten in Höhe von 1.500 bis 14.500 Euro (Polen), beziehungsweise 2.000 bis 10.000 Euro (Tschechien) pro Studienjahr an.
Dafür habt ihr die Gelegenheit, an internationalen Spitzen-Hochschulen zu studieren. Die Universität Warschau und die Jagiellonische Universität Krakau gehören seit Jahren zu den besten Unis des Landes. Aber auch die Uni Wroclaw ist sehr beliebt. Dort ist jeder siebte Einwohner Student (650 000 / 130 000).
In Tschechien genießen die Karls-Universität Prag und die Masaryk-Universität Brünn das größte Renommee. Während die Hauptstadt-Uni wie ein Fels in der Hektik der Großstadt steht, geht es in Brünn beschaulicher zu. Dort ist alles ein wenig ruhiger, günstiger und allgemein tschechischer.
In jedem Fall lernt ihr durch ein Studium in Landessprache nicht nur fachlich und sprachlich etwas dazu, sondern vor allem auch kulturell. Gerade hierin liegen der Reiz und die Faszination eines gebührenfreien Studiums in Polen oder Tschechien.
Weitere Infos:
Studieren in Polen
Studieren in Tschechien










