Lernen Lernen: So machen es Frau Basener & Herr Gerst

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Im Prüfungsmonat September ist Extrem-Lernen angesagt. Und am meisten lernt man bekanntlich von den Besten eines Fachs. Deshalb haben wir neun Profis gefragt, die wahre Experten in Bereichen wie Auswendiglernen, Organisieren oder Konzentrieren sind.
WIE GEHT DAS, VIEL TEXT IN KURZER ZEIT SCHREIBEN, FRAU BASENER?

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"Wenn man professionell Heftromane schreibt und davon leben will, hat man nur ein bis zwei Wochen Zeit, um eine Geschichte fertigzustellen. Eine Schreibblockade kann ich mir also gar nicht leisten. Deshalb ist es wichtig, den Inhalt gut vorzustrukturieren: Was ist das Thema? Wie sind die einzelnen Kapitel aufgebaut? Auch wenn drei Tage darüber gebrütet wird, geht das Schreiben hinterher immer sehr schnell. Am Ende hat man sozusagen Schubladen, die nur noch mit Text gefüllt werden müssen. Ich habe am Tag sechs bis sieben Stunden, die nur zum Schreiben da sind. Da wird keine Wäsche gewaschen und es wird auch niemand angerufen. Zur Not sitzt man das Blinken des Cursors einfach aus und irgendwann kommt es. Manchmal hilft es auch, einfach loszuschreiben. Man hat dann zumindest Material, mit dem man arbeiten kann."
Anna Basener (28) ist Autorin von Groschenheften wie "Wildererblut und Mädchenträume" und hat den ersten Ratgeber zum Schreiben von Heftromanen verfasst.
WIE IST ES, MONATELANG ALLEIN ZU SEIN, HERR GERST?

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"Im Normalfall beendet gegen 19:30 Uhr eine Konferenz mit der Bodenstation den Arbeitstag. Danach hat man etwas Zeit für sich und kann seine sozialen Kontakte pflegen. Ich habe zum Beispiel gerade gestern einige Emails von befreundeten Astronauten auf der Raumstation bekommen. Eine weitere Möglichkeit sind Videokonferenzen, oder schlichtweg per Telefon. Ich kann das mit meinen monatelangen Expeditionen in der Antarktis vergleichen. Da habe ich meine Freunde sehr vermisst. Und vermutlich werde ich auch auf der Raumstation das vermissen, was ich gerade nicht habe, zum Beispiel meine Familie und Freunde, oder joggen im Sommerregen. Obwohl der Beruf Astronaut für mich der beste Beruf der Welt ist, würde ich ihn nicht gegen meine Freunde eintauschen, denn Freunde sind für mich eine der wichtigsten Dinge im Leben."
Alexander Gerst (36), zweiter deutscher ESA-Astronaut, wird ab Mai 2014 mehrere Monate lang in 400 Kilometern Höhe auf der ISS leben und arbeiten. Den Geophysiker zog es für Forschungen auch schon in die Antarktis.
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