Lohnt sich der Master?

von Ann-Christin von Kieter und Denise Haberger

Wer nach seinem Bachelor-Abschluss von der Uni einfach nicht genug bekommt, hat vielleicht noch einen Masterplan in der Hinterhand. Doch lohnt sich das Ganze beruflich wie finanziell? Wir stellen die Masterfragen.

Wer hat die besseren Jobchancen: Bachelor oder Master?

„Das kommt immer auf die Stelle an. Für forschungsnahe Aufgaben ist der Bachelor in der Regel weniger geeignet. Das erfordert ein hohes Maß an analytischer Arbeit und dafür will man den Master."
Christiane Konegen-Grenier vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Kann man auch ohne Master Karriere machen?

„Der Bachelor ist ein Einstieg in die Karriere, er limitiert nicht den Aufstieg. Beim Einstieg spielt der Abschluss eine Rolle, er muss zum Anforderungsprofil passen. Weiter entwickeln müssen sich alle Hightech-Spezialisten. Es gibt keine gläserne Decke für Bachelor-Absolventen.“
Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Bildung und Personal bei BITKOM

„Für den Berufseinstieg ist ein Bachelor-Abschluss keine schlechte Ausgangsposition. Wer Karriere machen möchte, eine Führungsposition anstrebt oder sich in der Wissenschaft profilieren will, für den kann ein Masterstudium von Vorteil sein.“
Judith Wüllerich von der Bundesagentur für Arbeit

Bringt der Master mehr Geld?

Beim Berufseinstieg verdienen Master-Absolventen mehr. Sie haben ja auch länger studiert. Bachelor-Absolventen haben den Vorteil, dass sie im Schnitt drei Jahre jünger sind. Bis die Master in den Beruf kommen, haben Bachelors schon einen Vorsprung an Berufserfahrung. Die Gehälter gleichen sich dadurch an.“
Henning Dettleff von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)

Für wen ist ein Masterstudium am besten geeignet?

„Ob man sich für einen zweiten Abschluss entscheiden sollte, hängt von den persönlichen Interessen ab. Wer sich an der Hochschule quält oder wer sein Wissen frühzeitig in die Praxis umsetzen will, der sollte so schnell wie möglich in die Wirtschaft.“
Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Bildung und Personal bei BITKOM

„Bei mir war es eine Entscheidung der Motivation, das bis jetzt Gelernte und Erreichte noch weiter zu vertiefen. Das Bachelorstudium erlaubte einen Einblick, aber für eine Vertiefung ist der Master unverzichtbar.“
Stefan Burger, Master-Absolvent und Industriedoktorant aus München

Gibt es einen Unterschied zwischen Abschlüssen von FH und Uni?

„Es war schon immer so, dass kleine und mittlere Unternehmen häufiger FH-Absolventen einstellen. Sie schätzen die praxisorientiertere Ausbildung.“
Berit Heintz, Leiterin des Referats Bildungspolitik, Schule beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK)

Steigen Masterabsolventen direkt in den Beruf ein oder durchlaufen sie auch Traineeprogramme?

„Wir haben keine Traineeprogramme für Masterabsolventen. Diese steigen tatsächlich im Projekt direkt ein. Also kein Abteilungshopping, wie man das so kennt.“
Jens Poppe, HR Partner bei IBM Deutschland

„Masterabsolventen steigen bei uns sowohl per Direkteinstieg als auch über unser Traineeprogramm ein.“
Jela Götting, Personalverantwortliche der Adidas Group

Wird in Stellenanzeigen konkret nach einem bestimmten Abschluss gesucht?

„Natürlich suchen wir in unseren Stellenausschreibungen nach verschiedenen Profilen. Generell ist ein Masterabschluss aber nicht zwingend erforderlich, auch Bachelor-Absolventen haben selbstverständlich eine Chance.“
Michael Friedrich, Pressesprecher im Bereich Karriere/Personal bei der Siemens AG

Ist das gute alte Diplom erfolgversprechender in der Wirtschaft als der Master?

„Für Ingenieur- und Naturwissenschaften lässt sich sagen: Beides ist Erfolg versprechend. Für die Unternehmen ist entscheidend, dass das Qualifikationsprofil erfüllt wird und der Bewerber zur Stelle passt: Es bestätigt sich, dass der Master of Science in Ingenieurfächern von Unternehmen als gleichwertig zum Diplom-Ingenieur angesehen wird. Gleichzeitig verfügt der ‚Diplom-Ingenieur’ als Marke ungebrochen über eine sehr große Bekanntheit und Akzeptanz. Bei einem ‚Dipl.-Ing.’ weiß man eben gleich, wen man vor sich stehen hat.“
Venio Piero Quinque, Geschäftsführer TU9 (Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland)

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