Mobile Learning

von Martin Przegendza
Mobile Learning ist der neue Lerntrend

Smartphones machen viele Alltagsgegenstände obsolet. Mit den passenden Mobile Learning Apps machen sich die kleinen Alleskönner auf, Schulbücher überflüssig zu machen. UNICUM zeigt, wie moderne Informationstechnologie das Lernen verändert.

Lernen, wo immer das iPhone ist

Das Internet ist ein unfassbarer Wissenspool. Da überrascht es kaum, dass 79 Prozent der Schüler und Studenten laut einer Nielsen-Studie zuerst im Web nach Informationen suchen. Das Schicksal des Brockhaus ist sinnbildlich für diese veränderte Mediennutzung: Statt in 30 gedruckten Bänden, erscheint die Enzyklopädie fortan im Netz – ganz wie Wikipedia.

Die Hochschulen haben diesen Trend erkannt und bieten mehr oder weniger elaborierte e-Learning-Plattformen an. Ob Podcasts von Vorlesungen, Powerpoint-Folien oder Diskussionsforen, in denen sich Studenten über den Unterrichtsinhalt auszutauschen können – die Erweiterung des Hörsaals in den virtuellen Raum bietet viele Vorteile.

Harvard-Professor Chris Dede sagte in einem Interview der Verizon Thinkfinity Education Speaker Series, dass sich das Lernumfeld im 21. Jahrhundert dahingehend ändern wird, dass nicht mehr durch Erzählen gelehrt und durch Hören gelernt wird; stattdessen lernen Schüler und Studenten, indem sie Dinge selbstständig herausfinden, möglichst kollaborativ; das Lehren wird sich mehr darauf beschränken, sie zu unterstützen, Probleme zu erleichtern und (Lehr-)Führung zu betreiben.

Das Ende der Schule des Industriezeitalters

Ganz so weit ist die Entwicklung aber noch nicht. Die unterrichtsbegleitenden Angebote, wie beispielsweise e-Learning, sind noch stark an das Modell der „Schule des Industriezeitalters“ gelehnt, wie Dede sie nennt. Sie laden in den meisten Fällen dazu ein, intensiv, sprich: in Ruhe, genutzt zu werden und erfordern viel Aufmerksamkeit und Zeit.

Für den Einsatz zwischen Haustür und Hörsaal sind sie daher weniger geeignet. An dieser Stelle kommen die sogenannten Mobile Learning (mLearning) Anwendungen ins Spiel. Sie bereiten Lerninhalte in kleinen Häppchen auf. Wissen wird im Angry Birds Stil vermittelt. Schüler und Studenten können auf diese Weise zum Beispiel kurz Vokabeln lernen während sie auf den Bus warten oder Kurvendiskussionen im Zug durchführen. Im App Store und Android Market finden sich Mathe-Formelsammlungen, Fremdsprachen-Trainer und Apps zur Steigerung des Lesetempos

Doch auch die Hochschulen selbst bieten Apps an. Die Ruhr-Uni Bochum vereint in RUB Mobile eine virtuelle Campus-Karte, den Mensa-Speiseplan und ihre e-Learning-Plattform Blackboard in einem kompakten Smartphone-Programm. Studenten haben so von überall Zugriff auf Unterrichtsmaterialien und Vorlesungs-Podcasts. Die App Statistik der FOM bietet von A wie „Ablehnungsbericht“ bis Z wie „Zufallsvorgang“ Definitionen von 150 Statistik-Begriffen. 

Das Einsatzfeld mobiler Lernapplikationen lässt sich aber noch weiter fassen. Ob Zeichnen- oder Gitarre spielen lernen, theoretische Führerscheinprüfung packen oder das Gehör trainieren – für alles gibt es eine mLearning App, die Wissen in kleinen Dosen preisgibt. Zeit wird zu einem vernachlässigbaren Faktor, da sich immer mal zwei ruhige Minuten finden. Wichtig ist nur, dass die Batterie des Smartphones oder Tablet-PCs aufgeladen ist. 

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