Tipps zum Semesterstart
Knapp ein Viertel aller Studenten wohnt während des Studiums noch im Hotel Mama. Alle, die das nicht mehr tun, werden das Gefühl kennen: neue Wohnung, fremde Stadt und drohende Einsamkeit. UNICUM verrät, wie ihr zum Semesterstart auf und neben dem Campus schnell neue Freundschaften knüpft.
Am 29. April 2011 war es endlich so weit: Die Traumhochzeit von Prinz William und Kate Middleton hat ganz England verzückt. Der Höhepunkt einer Romanze, die wo begonnen hat? Genau. An der Uni. Und zwar an der University of St. Andrews in Schottland. Was wir aus diesem prominenten Beispiel lernen: Eine Kontaktaufnahme auf dem Campus ist gar nicht so schwierig. „Man muss nur lernen, auf Menschen zuzugehen, zu reden und Fragen zu stellen“, rät Sabine Kiel vom Studentenwerk in Hannover. Leichter fällt es demjenigen, der sich auf kleinere Bereiche der Uni konzentriert, statt im überfüllten Hörsaal auf die Suche zu gehen. Eine gute erste Anlaufstelle sind Fachschaften, die nicht nur jede Menge Infos bereithalten, sondern auch Freizeitaktivitäten wie Ersti-Kneipentouren organisieren. „Gerade am Anfang des Studiums sollte man sich die Zeit nehmen, solche Veranstaltungen zu besuchen“, meint auch Cornelia Gerecke vom Studentenwerk Köln.
Getreu dem Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ lohnt es, über Lern- und Referatsgruppen zu einer Verabredung mit Kommilitonen zu kommen. Das eignet sich besonders, wenn Small Talk schwerfällt und lieber zuerst ein „ernstes“ Gesprächsthema her soll. Wer Extrapunkte sammeln will, ergreift die Initiative und bietet die eigenen vier Wände als Treffpunkt an.
WG oder Studentenwohnheim?
Apropos Wohnen: Cornelia Gerecke hat einen weitere Tipp parat: „Günstig ist es, in eine WG oder in ein Studentenwohnheim zu ziehen. So kommt man direkt in Kontakt und kann von den Erfahrungen der anderen Bewohner profi tieren.“ Das wusste wohl auch Frank-Walter Steinmeier, der es satte 15 Jahre lang in einem WG-Zimmer in Gießen ausgehalten hat. Die beliebteste aller studentischen Wohnformen bietet – mal abgesehen von Putzplänen und verschwundenen Joghurts – also einige Vorteile im Hinblick auf ein schnelles Einleben in der Uni-Stadt. Eine Welcome-Party in den eigenen vier Wänden ist sicherlich ein guter Start.
Feiern lässt es sich selbstverständlich auch an der Uni ganz ordentlich. Fachschafts- und Semestereinstiegspartys sind fester Bestandteil der Uni-Kultur und für Sabine Kiel vom Studentenwerk Hannover ein guter Ort, um jemanden kennenzulernen. Das Problem ist nur: Nicht jeder traut sich, da alleine aufzuschlagen wie die Lena im Film „Mädchen Mädchen 2“, die auf einer Medizinerparty ihren Traummann zwischen Bohrer und Gebissen auf dem Zahnarztstuhl datet.
„Das Internet birgt auch die Gefahr, noch mehr zu vereinsamen“
Nicht nur die Uni eignet sich für die Suche nach einem neuen Freundeskreis. Ein bisschen Abstand tut bekanntlich auch ganz gut. Also, warum nicht einfach den eigenen Hobbys nachgehen und dort auf neue Leute treffen? Ob Sportverein oder VHS-Kurs, erlaubt ist, was Spaß macht.
Besonders schüchternen Leuten fällt eine schriftliche Kontaktaufnahme per Facebook und Co. meist leichter. Doch Petra Holler von der psychosozialen Beratungsstelle der Uni München gibt zu bedenken: „Das Internet kann natürlich eine Unterstützung sein, aber es birgt auch die Gefahr, noch mehr zu vereinsamen. Viele tummeln sich dann nämlich ausschließlich in der Online-Welt.“ Wer sich aber überwindet, zu realen Treffen zu gehen, ist im Web trotzdem richtig. So sind StudiVZ-Gruppen wie „Neu in Berlin“ gerade sehr angesagt und versprechen den Austausch mit Gleichgesinnten. Dort finden sich einige Insider-Tipps über die neue Heimat. Und auch für Terminvereinbarungen von Spieleabenden oder Sportveranstaltungen sind diese Gruppen gut geeignet.
Mitfahrzentrale gegen Heimweh
Ähnlich funktioniert auch die Seite www.mitspielzentrale.de, bei der man Mitspieler ausfindig machen kann, damit Activity, Tabu und Co. endlich mal wieder aus dem Schrank geräumt werden können. Statt sich allein zu Hause von Dosenfutter zu ernähren, kann dank der Mitesszentrale künftig auch auf ein 3-Gänge-Menü ganz im Stil vom „Perfekten Dinner“ gehofft werden. Beide Plattformen sind jedoch noch nicht so bekannt, momentan sind noch recht wenige Termine verfügbar.
Schon besser funktioniert da die Mitfahrzentrale. „Eine prima Möglichkeit, um günstig am Wochenende nach Hause zu fahren, wenn Heimweh und Sehnsucht nach der alten Clique dann doch zu groß wurden“, urteilt Eva Olschewski (22), die während ihres Studiums an der Uni Magdeburg regelmäßig auf diesen Service zurückgriff. Probleme haben sich dabei nie ergeben und sie kann das im Prinzip nur weiterempfehlen. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich spontan auf der Rückfahrt in die Uni-Stadt dann ja doch noch eine dicke Freundschaft.










